Wegen der Corona-Krise könnte die Konjunktur nach Einschätzung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir deutlich stärker einbrechen als bislang gedacht. FOTO: DPA
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Wegen der Corona-Krise könnte die Konjunktur nach Einschätzung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir deutlich stärker einbrechen als bislang gedacht. FOTO: DPA

Drastischer Konjunktureinbruch?

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Die Zahl der bestätigten Infektionen steigt weiter. Doch gibt es Schätzungen, wann der Trend sich umkehren könnte. Wirtschaftsminister Al-Wazir warnt vor einem drastischen Konjunktureinbruch. Aber es gibt auch gute Nachrichten: Die Luft wird besser.

Das hessische Sozialministerium rechnet für das Osterwochenende mit dem Höhepunkt der Covid-19-Infektionen. Zum Start in die dritte Woche verschärfter Kontaktregeln im Kampf gegen das Coronavirus stieg die Zahl der bestätigten Infizierten und der Todesfälle allerdings weiter. Der Montag im Überblick:

Infektionshöhepunkt an Ostern?- Ausgehend von den Zahlen des Robert-Koch-Instituts rechnet Sozialminister Kai Klose (Bündnis 90/Grüne) auch für Hessen in etwa einer Woche mit dem Höhepunkt der Covid-19-Infektionen. Zwar seien am Montag nur 101 Fälle mehr als am Vortag und ein damit vergleichsweiser geringer Anstieg auf 4668 mit dem Erreger SARS-CoV-2 infizierte Menschen verzeichnet worden. Allerdings seien bereits in den vergangenen Wochen nach dem Wochenende zunächst vergleichsweise niedrige Zahlen von Neuinfektionen gemeldet worden. Insgesamt sehe er Anzeichen dafür, dass die Maßnahmen wie Kontaktverbote und Abstandsregelungen "eine gewisse Wirkung erzielen", erklärte Klose. Die Zahl der Todesfälle stieg Stand Montag 14 Uhr um fünf auf 64.

Konjunktur- Wegen der Corona-Krise könnte die Konjunktur nach Einschätzung des hessischen Wirtschaftsministers Tarek Al-Wazir deutlich stärker einbrechen als bislang gedacht. "Wovor ich Sorgen habe ist, dass die Tiefe des Einschnitts, den wir gerade erleben, noch nicht verstanden wurde", sagte der Grünen-Politiker. Nach seiner Einschätzung könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um bis zu zehn Prozent einbrechen.

Freie Betten- Für schwer an Covid-19 erkrankte Patienten gibt es Sozialminister Klose zufolge (Stand Montagvormittag) in Hessen 755 freie Betten mit Beatmungsmöglichkeiten. Derzeit würden in hessischen Krankenhäusern etwa zehn französische Patienten behandelt. Bislang seien in Hessen zwei Millionen Mund-Nase-Masken etwa an Kliniken oder Einrichtungen der Altenpflege verteilt worden,.

Universitäten- Das Sommersemester an den hessischen Hochschulen beginnt am 20. April zunächst ausschließlich mit digitalen Angeboten. Das geht aus einem gemeinsamen Schreiben von Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) und der Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen hervor. Das Land Hessen hat eine Leitlinie erarbeitet, die gestern in den Hochschulen kommuniziert werden sollte. Zu den Eckwerten zählt unter anderem, das Ende der Vorlesungszeit innerhalb des Sommersemesters flexibel nach hinten zu verschieben. Je nach behördlichen Anordnungen sollen im Laufe des Semesters auch wieder Präsenzveranstaltungen stattfinden. Studierende, die keine oder nicht alle vorgesehenen Leistungen aufgrund der Folgen der Covid-19-Pandemie erbringen können, sollen grundsätzlich keine Nachteile erfahren. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Regelstudienzeiten.

Saubere Luft- Experten hatten es bereits vermutet - nun ist es amtlich: Mit dem massiven Rückgang von Auto- und Flugverkehr in der Corona-Krise hat sich die Luftqualität in Hessen verbessert. Derzeit würden an allen Luftmessstationen im Land deutlich niedrigere Werte des schädlichen Stickstoffdioxids (NO2) als noch in der ersten Märzhälfte beobachtet, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) mit.

Regelverstöße- In den drei Tagen seit Einführung eines hessenweit einheitlichen Bußgeldkatalogs hat sich die überwiegende Zahl der Bürger an die Corona-Regeln gehalten. Von Freitag bis Sonntagmittag habe die hessische Polizei 315 Personengruppen registriert, die sich nicht an das Kontaktverbot gehalten hätten. Im gleichen Zeitraum wurden 22 Verstöße gegen die Schließungen von zum Beispiel Restaurants, Bars, Sport- oder Freizeiteinrichtungen festgestellt.

Virustest- In Hessen werden nach Schätzungen des Gesundheitsministeriums rund 4000 Tests auf das Coronavirus pro Tag durchgeführt. Auf diese Zahl komme man, wenn man davon ausgehe, dass im Durchschnitt 200 neue Infektionen pro Tag nachgewiesen werden und zugrunde lege, dass zwischen drei und zehn Prozent der Testergebnisse positiv seien.

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