Digitale Entschleunigung

  • vonGerd Chmeliczek
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Corona überall, Beschränkungen im Alltag, dazu noch Homeoffice für Kinder und Erwachsene – da gibt es gute und auch schlechte Tage. Gestern noch hat man das alles prima gemeistert, heute hängt man durch.

Aber keine Sorge: "Das ist völlig normal", gibt Digitalberater und Verhaltenstherapeut Benjamin Wockenfuß Entwarnung. Solche Tiefs entstehen meistens dann, wenn man nicht aktiv auf die Veränderungen der Lebensverhältnisse einwirken kann.

Was helfe, seien Rituale, die den Blick auf das Positive lenkten. "Morgens mache ich mir bewusst, was am Tag ansteht, was ich heute schaffen möchte. Am Abend rufe ich ab, was heute Gutes passiert ist." Das schärfe das positive Denken.

Wichtig sei aber gerade im Homeoffice, die Konzentration aufrechtzuerhalten. Die Ablenkung sei oft auch selbst gemacht. Doch da gibt es Hilfsmittel:

App-Tipp – "Forest" soll einerseits helfen, konzentriert zu bleiben, andererseits möchte die App die digitale Entschleunigung unterstützen. Die Macher versprechen, dass echte Bäume gepflanzt werden, wenn man sein Smartphone für eine bestimmte Zeit nicht benutzt (Baumpflanzorganisation "Trees for the Future"). Man stellt ein, wie lange man die Finger vom Smartphone lassen möchte, und in dieser Zeit blockiert "Forest" die anderen Apps. 

Auf dem Bildschirm sprießt noch dazu ein kleines Pflänzchen. Wer seine Finger trotzdem nicht vom Handy lassen kann, muss den Vorgang unterbrechen – und das Pflänzchen stirbt ab. "Forest" gibt es für Android oder iOS in den App-Stores. Achtung: Die App ist kostenpflichtig.

Benjamin Wockenfuß ist Suchttherapeut und Social-Media-Manager bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Er leitet dort "Digikids", ein Projekt für Digitalkompetenz bei Kindern, in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse. Wockenfuß gibt wöchentlich in dieser Zeitung Tipps, wie man mit digitalen Medien sinnvoll durch den Corona-Alltag kommt.

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