Digitale und analoge Blöcke

  • vonGerd Chmeliczek
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Das Coronavirus hat nicht nur das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt, sondern auch das Familienleben kräftig durcheinandergewirbelt. Die Kinder sind zu Hause und mit ihnen die Eltern, die im Homeoffice arbeiten. Job und Betreuung unter einen Hut zu bringen, ist eine echte Herausforderung. Der Digitalberater Benjamin Wockenfuß hat dafür Tipps parat – besonders im Umgang mit Tablet und Co:

"Wir müssen auf die Balance achten. Es ist ein Irrglaube, dass Kinder digitale Reize besser verarbeiten, nur weil sie wegen Corona zu Hause bleiben müssen." Parke man den Nachwuchs eine lange Zeit vor dem Tablet, um Filme zu schauen, werde das Kind genauso gestresst und unausgeglichen, wie in "normalen" Zeiten.

Job und Kinderbetreuung, das lief bislang zumeist nebeneinander. Versuche man nun, beides gleichzeitig zu machen, komme man schnell an seine Grenzen, sagt Wockenfuß.

Der Experte empfiehlt: "Denken Sie in Blöcken. Das gilt für Groß und für Klein. Die Kinder beschäftigen sich mit dem digitalen Medium, die Eltern sind gleichzeitig im Homeoffice und arbeiten. Nach einer gewissen Zeit wechseln beide gemeinsam in die analoge Welt." Der Erwachsene löse sich vom Bildschirm und verbringe Zeit mit Sohn oder Tochter. "Man bekommt einen gemeinsamen Rhythmus, und das ist wichtig für Gelassenheit und ein stressfreies Miteinander."

App-Tipp: "Cessabit: Bist du schlau?". Ein minimalistisch gestaltetes Puzzle, bei dem man sich Details merken muss, um die anschließenden Fragen richtig zu beantworten. Im Apple-App-Store und bei Google Play erhältlich. Achtung: Kostenpflichtig.

Benjamin Wockenfuß ist Suchttherapeut und Social-Media-Manager bei der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Er leitet dort das Projekt Digikids, einem Projekt für Digitalkompetenz bei Kindern, in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse. Wockenfuß gibt immer dienstags an in der Gießener Allgemeinen Zeitung Tipps, wie man mit digitalen Medien sinnvoll durch den Corona-Alltag kommt.

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