"Deutsches Kinderförderwerk" im Visier des Staatsanwalts

Wetzlar (dpa). Wegen Verdachts der Veruntreuung von Spenden ist gegen den Vorsitzenden des Vereins "Deutsches Kinderförderwerk" aus Wetzlar Anklage erhoben worden.

Wetzlar (dpa). Wegen Verdachts der Veruntreuung von Spenden ist gegen den Vorsitzenden des Vereins "Deutsches Kinderförderwerk" aus Wetzlar Anklage erhoben worden. Gegen den 64-Jährigen bestehe der Verdacht der Untreue, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Wetzlar.

Der allergrößte Teil der eingenommenen Spenden soll entgegen der Vereinssatzung über mehrere Jahre hinweg nicht für kranke und in Not geratene Kinder und ihre Familien verwendet worden sein. Vielmehr seien in den Jahren 2003 bis 2005 zwischen 86 und 96 Prozent des gesammelten Geldes von insgesamt rund einer Million Euro in die Verwaltung des Vereins geflossen. "Das ist ein exorbitant hohes Missverhältnis - das kann so nicht richtig sein", sagte der Anklagevertreter. Recherchen während der Ermittlungen hätten ergeben, dass es vertretbar sei, wenn bis zu 35 Prozent eines Spendenaufkommens für die Verwaltung aufgewendet würden. Der Verein habe die Spenden mit Sammelbüchsen und über monatliche Zahlungen eingenommen.

Das Finanzamt Wetzlar habe dem "Deutschen Kinderförderwerk" inzwischen den Status der Gemeinnützigkeit entzogen. Dem 64-Jährigen droht eine Geldstrafe oder eine mehrjährige Freiheitsstrafe. Im November 2006 hatte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier dem "Deutschen Kinderförderwerk" verboten, in Rheinland-Pfalz weiter Geldspenden zu sammeln. Die ADD hatte das Verbot damals mit "erheblichen Zweifeln an der beworbenen gemeinnützigen Verwendung der Geldspenden sowie der Förderbeträge" begründet. Das Verwaltungsgericht Trier hatte das Sammlungsverbot für Rheinland-Pfalz im Januar 2007 bestätigt.

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