DDR-Machthabern die Stirn geboten

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Rasdorf (dpa/lhe). Der Liedermacher und frühere DDR-Dissident Wolf Biermann (80) ist am Samstag im osthessischen Rasdorf mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet worden. Die Ehrung ist mit 25 000 Euro verbunden und würdigt Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas. Point Alpha ist eine Gedenkstätte an der Grenze von Hessen zu Thüringen in der Rhön, wo früher der Eiserne Vorhang verlief.

Rasdorf (dpa/lhe). Der Liedermacher und frühere DDR-Dissident Wolf Biermann (80) ist am Samstag im osthessischen Rasdorf mit dem Point-Alpha-Preis ausgezeichnet worden. Die Ehrung ist mit 25 000 Euro verbunden und würdigt Verdienste um die Einheit Deutschlands und Europas. Point Alpha ist eine Gedenkstätte an der Grenze von Hessen zu Thüringen in der Rhön, wo früher der Eiserne Vorhang verlief.

Bundestagspräsident Norbert Lammert sagte in seiner Laudatio, Biermann habe die Erfahrungen zwei deutscher Diktaturen politisch wie künstlerisch in einzigartiger Weise verarbeitet. Seine Biografie stehe exemplarisch für die Erfahrung vom Trennung, Teilung und Einheit; von Zerrissenheit, Niederlagen und Triumphen.

Biermann hatte den Machthabern der DDR mit poetisch-subversiven Texten die Stirn geboten. Daraufhin wurde Biermann 1976 ausgebürgert. Er durfte nach einem Konzert in Köln nicht in die DDR zurückkehren.

Die Präsidentin des Kuratoriums Deutsche Einheit, Christine Lieberknecht (CDU), sagte dazu, die "Ausbürgerung wurde zum Beginn der immer offenkundiger werdenden Erosion des DDR-Systems im Bereich von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Unterhaltung".

Zu Beginn der Veranstaltung gedachten die etwa 1000 Gäste und Zuschauer der Preisverleihung dem verstorbenen Altbundeskanzler Helmut Kohl mit einer Schweigeminute.

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