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Und dann scheint plötzlich doch noch die Sonne

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Weithin sichtbares Hessentags-»Wahrzeichen«: Das Riesenrad.
Weithin sichtbares Hessentags-»Wahrzeichen«: Das Riesenrad. © bb

(bb). Der Himmel sieht gar nicht gut aus gestern Morgen über Stadtallendorf. Dicke Regenwolken ziehen über die Hessentagstadt 2010. Schirme gehören zu den unverzichtbaren Accessoires der ersten Gäste am frühen Morgen. Wer sich von Südwesten her dem Hessentagsgelände nähert, der trifft zunächst auf viele Uniformierte: Die Polizei hat direkt am Eingang des Geländes Info-Stände und ihr Bistro eingerichtet. Direkt daneben das »Wahrzeichen« des Hessentages, das Riesenrad mit »HR«-Logo. Und gleich dahinter fängt die Eiszeit an.

Die Kälteperiode ist das Kernthema der diesjährigen Ausstellung »Der Natur auf der Spur«, die sich zu weiten Teilen vor dem Volksparkgelände befindet (siehe Bericht unten). Sie ist auch diesmal wieder beeindruckend.

Am Morgen des »ersten Hessentages« wird noch geschraubt, gehämmert und geputzt an den Ständen, in den Ausstellungshallen, auf den Bühnen, im Festzelt und in der Hessentagsarena. Der Ansturm auf das große Fest der Hessen hält sich noch stark in Grenzen, was sicher auch am Wetter liegt. Es fällt Regen, und wo kein Asphalt ist, macht sich der Schlamm breit.

Die ersten Gäste sind etwas ratlos, versuchen sich zu orientieren: Was ist wo? Gesucht werden besonders die Landesausstellung und die Hessentagsstraße, die es »am Stück« gar nicht gibt. Auf mehreren Haupt- und Nebenstraßen spielt sich das bunte Treiben ab. Stände finden sich bis hinauf zu St. Michael, der katholischen Kirche. Dort hat auch die Bundeswehr ihr Lager aufgebaut, und der zweite Teil von »Natur auf der Spur« lädt zum Schauen ein. Weiter nordöstlich findet sich nur noch die Hessentagsarena. Hier geht die Post ab, besonders am kommenden Donnerstag, wenn Popstar Pink die Bühne rockt.

Die Hessentagsstraße ist wie immer Krämermarkt, Basar und so etwas wie die »Fressgass« des Festes. Mehr auf Informationen als auf Kulinarisches setzt die Landesausstellung am Volkspark. Dort präsentieren sich Verbände und Politik, Handel und Handwerk, Versicherungen und Banken, Ex-Hessentagsstädte und künftige Austragungsorte. In neun Hallen und auf dem Freigelände befindet sich ein großer »Markt der Möglichkeiten«. Noch ist das Interesse gering, aber die Aussteller sind optimistisch: »Das wird noch«, sagt ein älterer Herr. »Das ist bei Hessentagen immer so.« Nichts wünscht man den Stadtallendorfern mehr, als dass »es noch wird«. Denn das Städtchen im Kreis Marburg-Biedenkopf hat sich herausgeputzt für das 50. Hessenfest. Das Wetter könnte mitspielen. Schon gegen elf Uhr schlägt es gestern um: Die Sonne kommt raus – und die Schirme sind wie von Zauberhand verschwunden. Heute soll es durchwachsen werden – mal Schauer, mal Sonne. Egal, immer noch besser als Dauerregen...

Zitat: »Ei Frau Gassel, da müsse mer ja noch e paar Daach komme, um alles zu sehe. Da reicht ja ein Daach gar net.« Zwei ältere Damen, die sich schon gestern früh die Landesausstellung und »Natur auf der Spur« anschauten.

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