Wolfgang Schuster spricht als Landrat des Lahn-Dill-Kreises fühlt sich in der Corona-Krise alleingelassen. 
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Wolfgang Schuster spricht als Landrat des Lahn-Dill-Kreises fühlt sich in der Corona-Krise alleingelassen. 

Deutliche Kritik

Coronavirus: Landrat in Hessen kritisiert Minister hart - "Wir stehen ziemlich alleine da"

Das Coronavirus führt zu deutlichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Leben in Hessen. Der Landrat im Lahn-Dill-Kreis findet nun deutliche Worte für das Krisenmanagement. 

  • Coronavirus: Landrat aus Hessen mit deutlicher Kritik an Krisenmanagement
  • Kritik an Finanzierung von Krankenhäusern
  • "Aber die Minister und Staatssekretäre..."

Wetzlar - Der Landrat des Lahn-Dill-Kreises, hat das Hessische Gesundheits- und Sozialministerium hart angegangen. Wolfgang Schuster (SPD) meint zur aktuallen Corona-Krise: "Wir stehen ziemlich alleine da."

Im Lahn-Dill-Kreis sind aktuell (Stand, 13.3.2020, 12.31 Uhr) fünf Menschen infiziert, eine erste Schule und eine Kita wurden geschlossen, auch im Öffentlichen Personennahverkehr wurden Konsequenzen gezogen, natürlich fallen auch hier in und um Wetzlar zahlreiche Veranstaltungen aus. 

Coronavirus: Landrat wird Ministerium Führungsschwäche vor

In seinem Statement auf Facebook wirft der Landrat dem Hessischen Gesundheitsministerium in deutlichen Worten Führungsschwäche vor. "Es ist nicht mehr und nicht weniger als einer gesundheitspolitische Selbsthilfegruppe. Was wir brauchen, ist ein Landesgesundsheitsamt. Dieses muss fachlich und personell die Gesundheitsämter vor Ort unterstützen", schreibt Schuster.  

Mit Blick auf die aktuelle und abzusehende Entwicklung der Corona-Krise schreibt der Landrat des Lahn-Dill-Kreises: "Unsere Krankenhäuser werden den großen Teil der Aufgaben bewältigen müssen. Nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz haben die Länder die Investitionen sicherzustellen. Unsere Lahn-Dill-Kliniken müssen jährlich rund 5 Mio. nicht geförderter Abschreibungen erwirtschaften. Das sind in der Wirklichkeit nicht gezahlte Landesmittel." Das sei ein Skandal. (Lesen Sie auch: Aktuelle Coronavirus-Entwicklungen in Mittelhessen)

Landrat Schuster: "Fahren lieber über Dörfer und verteilen Bescheide"

Und der SPD-Politiker wird noch deutlicher: "Aber die Minister und Staatssekretäre fahren lieber über die Dörfer und verteilen Bescheide über 500,00 Euro für die Mitfahrbank."

Aufgrund der Aubreitung des Coronavirus in Hessen ergreift der RMV erhöhte Hygienemaßnahmen: In vielen Bussen ist der Fahrkartenkauf nicht mehr möglich, Bahnlinien werden intensiver gereinigt und desinfiziert.

Die Dienstpflicht ist in Frankfurt trotz Corona nicht ausgesetzt, aber niemand muss eine leere Kita bewachen. Es gibt andere Beschäftigungen für die Mitarbeiterinnen.

Nun ist ein Corona-Kontaktverbot in allen Bundesländern beschlossene Sache – Dabei treffen schon die coronavirus-bedingten Schließungen gerade Lkw-Fahrer besonders hart.

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