Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 müssen viele Geschäfte schließen. Wie steht es um Baumärkte und Gartencenter?
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Ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 müssen viele Geschäfte schließen. Wie steht es um Baumärkte und Gartencenter?

„Notbremse“

Corona: Welche Öffnungs-Regeln gelten aktuell für Baumarkt und Gartencenter in Deutschland?

  • Alexander Gottschalk
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  • Lena Karber
    Lena Karber
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Mit der Notbremse sind die Corona-Regeln vereinheitlicht worden. Was heißt das für Baumärkte wie Obi und Bauhaus? Und wie steht es um Gartencenter?

Update, 05.05.2021, 10.13 Uhr: Doch kein sächsischer Sonderweg. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge können Baumärkte in Sachsen ihre Gartenabteilungen doch wieder uneingeschränkt öffnen. Laut Bundesnotbremse gelten Gartencenter als Ausnahmefälle des „erweiterten täglichen Bedarfs“ und dürfen somit unabhängig von der Inzidenz, aber unter Einhaltung von Hygienevorschriften Kunden empfangen. Das Bundesland Sachsen wollte jedoch jüngst Gartencentern, die an Baumärkte angeschlossen sind, die Öffnung verbieten (siehe Update 30.04.2021). Es sollten nur unabhängige Gartencenter geöffnet bleiben. Nun ruderte die Landesregierung aber nach laustarken Protesten zurück.

Baumarkt-Öffnung trotz Corona: Inzidenz macht’s möglich – Sonderweg bei Gartenabteilungen

Update, 30.04.2021, 15.56 Uhr: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 und mehr müssen Baumärkte laut Bundesnotbremse für den normalen Publikumsverkehr schließen, Gartencenter hingegen dürfen geöffnet bleiben (siehe Update vom 22.04.2021). Doch wie steht es um Gartencenter, die an einen Baumarkt angeschlossen sind? Diese Frage könnte nun für neue Diskussionen sorgen. Denn offenbar interpretiert das Land Sachsen die Bundesnotbremse so, dass nur selbstständige Gartencenter öffnen dürfen. „Als Baumärkte gelten Märkte, in denen zu einem weit überwiegenden Anteil Baustoffe und Werkzeuge verkauft werden. Sofern hier ein Gartencenter angeschlossen ist, zählt dies zum Baumarkt und damit ist auch dessen Öffnung untersagt“, wird das Sächsische Sozialministerium in mehreren Medienberichten zitiert. Dies gelte „vorbehaltlich konkreterer Ausführungen des Bundes, welche bislang aber nicht vorgelegt wurden“.

Damit geht Sachsen aktuell einen Sonderweg, denn vielerorts sind an Baumärkte angeschlossene Gartencenter geöffnet – ein Kurs, der in vielen Bundesländern auch bereits vor der Bundesnotbremse gefahren wurde. Dass Sachsen die Regel strenger interpretiert, ist jedoch in jedem Fall kein Verstoß gegen die bundesweit einheitlichen Regeln, da diese letztlich ein Minimum an Maßnahmen definieren, die umgesetzt werden müssen. Verschärfungen können Bundesländer und Kreise weiterhin selbstständig beschließen. Ob weitere Bundesländer dem Weg Sachsens folgen werden, ist daher noch unklar. Sofern sich die Bundesregierung sich nicht konkretisierend dazu äußert, wie die Regel umsetzt werden soll, scheint dazu allerdings zunächst keine Pflicht zu bestehen.

Bundesnotbremse tritt in Kraft: „Click & Meet“ bei Inzidenz bis 150 erlaubt

Update, 22.04.2021, 16.54 Uhr: Die Bundesnotbremse ist beschlossene Sache. Am heutigen Donnerstag (22.04.2021) gab der Bundesrat seine Zustimmung, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterzeichnete das neue Infektionsschutzgesetz, das am morgigen Freitag (23.04.2021) in Kraft tritt und dessen Vorgaben ab Samstag (23.04.2021) gelten. Was bedeutet das für die Baumärkte? Mit der Bundesnotbremse sollte der Flickenteppich unterschiedlicher Corona-Regeln zumindest teilweise verschwinden. Das Gesetz schafft einheitliche Voraussetzungen, indem es eine Öffnung des Einzelhandels an bestimmte regionale Inzidenz-Werte knüpft.

Uneingeschränkt geöffnet bleiben nur Geschäfte, die zum „erweiterten täglichen Bedarf“ zählen. Für alle anderen ist bis zu einer Inzidenz von 150 Termin-Shopping, auch bekannt als „Click & Meet“, mit negativem Corona-Test möglich. Der Test darf nicht älter als 24 Stunden sein. Die zulässige Kundezahl hängt von der Verkaufsfläche ab. FFP2-Masken oder medizinische Masken bleiben Pflicht. Liegt die Inzidenz in einem Landkreis über 150, müssen Einzelhändler schließen und nur eine Abholung vorbestellter Waren ist erlaubt („Click & Collect“). Drei Tage müssen die Grenzwerte je überschritten sein.

Anders als Gartencenter, die von der Bundesregierung explizit als Ausnahmefall des „erweiterten täglichen Bedarfs“ benannt sind, haben Baumärkte bislang keinen Freifahrtschein bekommen. Je nach dem Infektionsgeschehen vor Ort könnten Obi, Bauhaus & Co. in einem Landkreis deshalb zur Schließung gezwungen sein, während die Konkurrenz im Nachbarkreis öffnen darf. Wer also in seinem Heimatkreis Hammer, Säge und Nägel kaufen will, muss künftig die Inzidenz im Blick behalten. In der Vergangenheit hatten Baumärkte in vielen Bundesländer vorübergehend einen Sonderstatus gehabt (siehe unten).

Baumärkte in der Bundesnotbremse: Welche Regeln sollen kommen?

Update, 20.04.2021, 07.14 Uhr: Bevor der Bundestag am Mittwoch (21.04.2021) über die „Bundesnotbremse“ abstimmt, haben Union und SPD nochmal an ihren Entwürfen zu den einheitlichen Corona-Regeln gefeilt. Das dürfte Folgen haben für den Einzelhandel – und damit voraussichtlich für die Baumärkte. Demnach soll das neue Infektionsschutzgesetz festlegen, dass Ladeninhaber Kunden ab einer Inzidenz von 100 nur noch empfangen dürfen, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen können und einen Termin gebucht haben („Click & Meet“).

Über einem Grenzwert von 150 wäre nur noch die Abholung bestellter Waren erlaubt („Click & Collect“). Ausgenommen von den Einschränkungen bleiben Läden des täglichen Bedarfs, wie der Lebensmitteleinzelhandel, Apotheken und Drogerien. In vielen Bundesländern würde die Neuregelung eine Verschärfung darstellen, gerade dann, wenn diese auch für Baumärkte gelten sollte – was noch nicht abschließend geklärt ist (siehe Ticker-Eintrag 14.04.2021). In der Vergangenheit machten viele Landesregierungen Ausnahmen für Baumärkte, kassierten deren Sonderstatus zuletzt vereinzelt aber ein. Die „Bundesnotbremse“ soll nun endlich Klarheit bringen und den Regel-Flickenteppich in Deutschland beseitigen.

Update, 14.04.2021, 11.00 Uhr: Findet der Flickenteppich bei den Baumarkt-Öffnungen in Deutschland bald ein Ende? Das Regierungskabinett hat sich am Dienstag (13.04.2021) auf bundeseinheitliche Corona-Regeln geeinigt. Passieren muss die sogenannte „Bundesnotbremse“, hinter der sich eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes verbirgt, noch den Bundestag und den Bundesrat, bis sie in Kraft treten kann. Vorgesehen sind umfangreiche Einschränkungen in Landkreisen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt. Die Auflagen für den Handel sind zu großen Teilen bekannt vom Bund-Länder-Gipfel Anfang März.

Corona in Deutschland: Dürfen Baumärkte öffnen oder nicht?

Öffnen sollen nur Geschäfte, die die Bevölkerung mit „Lebensmitteln, Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs und existentiellen Dienstleistungen versorgen“, wie die Bundesregierung im Entwurf schreibt. Geöffnet bleiben dürfen demzufolge etwa Lebensmittelläden, Drogerien und Buchhandlungen. Zu den Ausnahmen zählen ebenfalls Gartenmärkte und Blumenfachgeschäfte. In der Vergangenheit war geregelt, dass auch in Gartencentern, die an Baumärkte angeschlossen sind, Kundenverkehr erlaubt war, solange diese ihr restliches Sortiment klar abtrennten.

Was die neue „Bundesnotbremse“ für die Baumärkte selbst bedeutet, blieb zunächst jedoch unklar. Wer nicht Saatgut und Blumen bei Obi, Bauhaus und Co. kaufen will, sondern Hammer, Nägel und Holz, hat keine Klarheit. Der Begriff „Baumarkt“ findet sich in den bisherigen Ausführungen der Bundesregierung nicht. Eigentlich sollen Einzelhändler wie Kleidungsgeschäfte oder Elektronikfachmärkte dort, wo die Inzidenz 100 übertrifft, geschlossen bleiben. Erlaubt wäre maximal „Click & Collect“, also die Abholung vorbestellter Waren. Für Baumärkte machten die Bundesländer zuletzt aber Ausnahmen (siehe unten).

Baumärkte im Corona-Lockdown: Keine Klarheit mit „Bundesnotbremse“-Entwürfen

Ob Baumärkte mit den neuen einheitlichen Corona-Regeln Ausnahmefälle bleiben, muss sich zeigen, wenn das konkrete Gesetz alle Instanzen durchlaufen hat. Jüngere Beispiele weisen auf einen strikteren Kurs hin. So beschloss Bayern erst am Montag (12.04.2021), Baumärkte mit anderen Geschäften des Einzelhandels gleichzustellen und die bis dahin uneingeschränkten Öffnungen zurückzunehmen. Nordrhein-Westfalen (NRW) beschränkte Gartencenter in den Hoch-Inzidenz-Gebieten, nachdem andere Einzelhändler über die Ungleichbehandlung geklagt hatten. Ein Datum, an dem die „Bundesnotbremse“ wirksam wird, steht noch aus. Gelten soll sie bis Ende Juni. Das Öffnungskonzept der Bundesregierung bleibt: Ab einer Inzidenz von 50 darf der Einzelhandel unter Hygiene-Auflagen öffnen, zwischen 50 und 100 ist Termin-Shopping, das sogenannte „Click & Meet“ möglich.

Baumärkte und Lockdown-Verlängerung: Geöffnet oder geschlossen? Die Regeln für Obi, Bauhaus und Co. 

Update, 24.03.2021, 14.25 Uhr: Am heutigen Mittwoch (24.03.2021) haben Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs überraschend den Oster-Lockdown zurückgenommen. Dort wo die Inzidenzen und die Landesregeln (siehe Eintrag 05.03) es zulassen, können Heimwerker also auch am Gründonnerstag und Karsamstag einkaufen gehen. Die beiden Tage werden nicht – wie zuvor vorgesehen –als „Ruhetage“ deklariert.

Update, 23.03.2021, 10.29 Uhr: Nach dem Corona-Gipfel gestern (22.03.2021) fragen sich viele unter anderem: Wie geht es mit den Baumärkten in Deutschland im Oster-Lockdown weiter? Kann in den kommenden Wochen bei Obi, Bauhaus und Co. eingekauft werden?

Wörtlich werden Baumärkte im „Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur Corona-Pandemie vom 22. März 2021“ nicht erwähnt. Dennoch gibt es etwas im Oster-Lockdown zu beachten: Zum einen gibt es die sogenannten „Ruhetage“ rund um Ostern. Dabei geht es um den 1. und den 3. April, Gründonnerstag und Ostersamstag. Dazu heißt es: „Ausschließlich der Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne wird am Samstag geöffnet.“ Bedeutet: Baumärkte sollen an diesen Tagen geschlossen bleiben.

Wie in den einzelnen Bundesländern mit dem Thema Baumarkt-Öffnungen umgegangen wird, das dürfte sich erst im Laufe des Tages bzw. der kommenden Tage klären. Solange die einzelnen Landesregierungen nichts anderes festlegen, gelten die aktuellen Regelungen (siehe unten) noch bis zum 18. April.

Lockdown-Lockerung für Baumärkte: In welchen Ländern haben Obi, Bauhaus & Co. geöffnet?

Update, 09.03.2021, 09.47 Uhr: Das Thema Öffnungen bei Baumärkten in Deutschland gleicht noch immer einem Flickenteppich. Die Regeln unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland (siehe unten). In jenen Ländern, in denen die Baumärkte weiterhin geschlossen sind, werden nun Stimmen immer lauter, endlich einheitliche Regelungen zu finden.

„Wollen wir wirklich, dass die Thüringerinnen und Thüringer ab heute Ausflugsfahrten zu unseren Nachbarn unternehmen, um ihren Bedarf an Baustoffen und Baumarktartikeln zu decken?“, fragte stellvertretend Raphael Brönner, Geschäftsführer eines Baustoff-Centers in Thüringen in einer Mitteilung von Montag. Ähnliche Stimmen kommen auch aus Teilen der Politik. Einkaufstourismus in die Thüringens Nachbarländern müsse verhindert werden, indem die Baumärkte in Thüringen ebenfalls komplett öffnen dürften. 

In einigen Ländern wie etwa Hessen oder Niedersachsen dürften Baumärkte wieder komplett öffnen. In anderen Bundesländern - Thüringen, Sachsen und weitere (siehe unten) - warten mit einer Öffnung noch ab.

Baumärkte in Deutschland: Wo Obi, Bauhaus & Co. geöffnet und wo sie geschlossen haben

Update, 05.03.2021, 10.52 Uhr: Bund und Länder haben sich beim Corona-Gipfel am Mittwoch (03.03.2021) auf einheitliche Öffnungsschritte geeinigt. Einer der Beschlüsse: Ab Montag (08.03.2021) sollen Gartencenter überall in Deutschland wieder öffnen dürfen – unabhängig von der Inzidenz. Das betrifft auch an Baumärkte angeschlossene Gartencenter. Allerdings hatten zahlreiche Bundesländer die Öffnung von Blumenläden und Gartencentern ohnehin bereits im Vorfeld der Verhandlungen beschlossen und umgesetzt. Auch wenn nicht alle Länderchefs die Entscheidung begrüßen – Bedenken gab es etwa in Hamburg – scheint es bislang so, dass alle Bundesländer den Beschluss mittragen. Sprich: Wo Gartencenter nicht ohnehin bereits geöffnet haben, werden sie am Montag (08.03.2021) für den Publikumsverkehr öffnen.

Unklarer ist die Lage in Bezug auf die komplette Öffnung von Baumärkten. Diesen Schritt haben Bund und Länder nicht beschlossen, prinzipiell bleiben Baumärkte also für Privatkunden ohne Gewerbeschein geschlossen. Allerdings gibt es Ausnahmen: In Bayern und Sachsen-Anhalt durften Baumärkte bereits zum 1. März öffnen und zuletzt gab es unerwartet Neuigkeiten aus Hessen: So hat der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (04.03.2021) angekündigt, dass auch in Hessen Baumärkte ab Montag öffnen dürfen. Da sich bislang nicht alle Länder-Chefs zu den Beschlüssen des Bund-Länder-Gipfels geäußert haben, ist noch nicht klar, ob andere Bundesländer vielleicht nachziehen.

Ansonsten gilt: Weitere Öffnungen des Einzelhandels – also auch der Baumärkte – hängen von der Sieben-Tage-Inzidenz des jeweiligen Bundeslandes ab. Liegt diese unter 100 dürfen diese für den Publikumsverkehr öffnen. Liegt sie zwischen 50 und 100 ist Einkaufen per „Click and Meet“, also vorheriger Terminvereinbarung – möglich. Angesichts steigender Inzidenz-Werte scheinen weitere Öffnungen des Einzelhandels jedoch aktuell vielerorts unwahrscheinlich: Knapp unter 50 liegt die Sieben-Tage-Inzidenz aktuell nur in Schleswig-Holstein und in Rheinland-Pfalz.

Hier die Regelungen für Baumärkte und Gartencenter in den einzelnen Bundesländern im Überblick – ohne inzidenzbedingte Öffnungen.

  • Baden-Württemberg: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Zum 08.03.2021 dürfen auch Baumärke komplett öffnen.
  • Bayern: Neben Gartencentern und Blumenläden haben auch Baumärkte komplett geöffnet.
  • Berlin: Gartencenter und Blumenläden dürfen zum 08.03.2021 öffnen. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Brandenburg: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet, sofern 50 Prozent der Verkaufsfläche unter freiem Himmel liegen. Baumärkte dürfen unter diesen Auflaufen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Bremen: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Hamburg: Gartencenter und Blumenläden dürfen zum 08.03.2021 öffnen. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Hessen: Gartencenter und Blumenläden haben bereits geöffnet. Zum 08.03.2021 dürfen auch Baumärkte komplett öffnen.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Niedersachsen: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Nordrhein-Westfalen: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Rheinland-Pfalz: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen. Sie dürfen draußen gartencenter-typisches Sortiment verkaufen.
  • Saarland: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Sachsen: Gartencenter und Blumenläden dürfen zum 08.03.2021 öffnen. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.
  • Sachsen-Anhalt: Neben Gartencentern und Blumenläden haben auch Baumärkte komplett geöffnet.
  • Schleswig-Holstein: Gartencenter und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen zum 08.03.2021 öffnen.
  • Thüringen: Gartenmärkte und Blumenläden haben geöffnet. Baumärkte dürfen nur ihre Gartencenter öffnen.

Lockerungen nach Bund-Länder-Gipfel: Baumärkte dürfen Gartencenter öffnen

Update, 04.03.2021, 07.23 Uhr: Der Bund-Länder-Gipfel ist beendet – und ganz behoben ist das Öffnungs-Wirrwarr rund um Baumärkte wie Obi, Bauhaus & Co. immer noch nicht. So machten die Verhandler den Weg für eine Lockdown-Lockerung frei, die vorab schon mehrere Bundesländer eingeführt hatten. Gartencenter beziehungsweise Gartenmärkte dürfen demnach ab Montag (08.03.2021) öffnen. Da die Gartencenter oft an Baumärkte angeschlossen sind, können diese zumindest in Teilbereichen wieder Kunden empfangen. Geknüpft ist die Gartencenter-Öffnung in den Baumärkten jedoch an eine Voraussetzung: Pro Einkäufer müssen zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 Quadratmeter bereitstehen. Wie die Länder im Detail mit der Lockerung umgehen, entscheiden sie selbst. So hat Bayern beispielsweise längst Gartencenter und Baumärkte geöffnet (siehe unten).

Außerdem soll der Einzelhandel, also auch Baumärkte, unter Bedingungen deutschlandweit wieder öffnen können. Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Region oder einem Land stabil unter 50, wäre ein Kunde pro zehn Quadratmetern erlaubt. Über einer Inzidenz von 100 greift für den Einzelhandel das „Click and Meet“-Konzept. Kunden können dann vorab Termine machen und auf einer begrenzten Fläche einkaufen. Noch sind aber viele Fragen offen. Was bedeutet etwa „stabile Inzidenz“ zeitlich? Und was geschieht an den Landes- oder Landkreisgrenzen? Je nachdem, wie die Landesregierungen dieses Öffnungskonzept praktisch umsetzen, ist denkbar, dass in einer Region alle Baumärkte geschlossen bleiben müssen, während nur ein paar Kilometer hinter der nächsten Grenze die Konkurrenz öffnen darf. Mehrere Länderchefs wollen sich im Laufe des Tages zum Vorgehen äußern.

Baumärkte: Heute entscheidender Tag?

Buchhandlungen, Blumengeschäfte und Gartenmärkte können am Montag öffnen. Voraussetzung ist, dass die Kundenzahl begrenzt bleibt. Konkret heißt dies: ein Kunde pro zehn Quadratmeter für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche und ein weiterer für jede weiteren 20 qm

Update, 03.03.2021, 10.18 Uhr: Das Thema Baumärkte im Lockdown wird weiterhin heiß diskutiert. In einigen Bundesländern dürfen sie wieder öffnen. In anderen bleiben sie für Kunden ohne Gewerbeschein geschlossen. Es ist ein ziemliches Wirrwarr.

Heute (03.03.2021) jedoch steht die nächste Corona-Runde zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Länderchefs an. Beim Corona-Gipfel soll auch ein mehrstufiger Öffnungsplan diskutiert werden. Eine rasche und umfassende Öffnung für Baumärkte wie Obi, Bauhaus und Co. wird bislang nicht erwartet. Bewegung könnte es aber bei Teilbereichen - den Gartenmärkten - geben. Hier scheint eine bundesweite Öffnung Teil der Diskussion zu sein.

Debatte um Baumärkte im Lockdown: Wo sind sie geöffnet? Wo sind die geschlossen?

Erstmeldung, 26.02.2021, 9.50 Uhr: Dürfen die Baumärkte wieder öffnen? Diese Frage entscheidet jedes Bundesland für sich. In Niedersachsen waren Baumärkte bereits geöffnet, einige andere Bundesländer ziehen nun nach: So erlauben etwa Bayern und Sachsen-Anhalt aktuell (seit 01.03.2021) die Öffnung von Baumärkten für Privatkunden ohne Gewerbeschein.

In anderen Bundesländern sind die Regeln strenger: Dort müssen Baumärkte weiter geschlossen bleiben oder die Erlaubnis zur Öffnung betrifft nur die angeschlossenen Gartencenter. Doch wie lange die Laden-Schließungen noch Bestand haben, ist fraglich. Denn aus dem Einzelhandel regt sich Widerstand.

Klage-Welle: Das sind die Regelungen der einzelnen Bundesländer für Gartencenter & Baumärkte

So rollt nach übereinstimmenden Medienberichten aktuell eine Klage-Welle aus dem Einzelhandel über die deutschen Gerichte hinweg: Die Elektronikmarkt-Kette Media-Markt-Saturn, die Modehändler Breuninger und Peek&Cloppenburg sowie die Baumarkt-Kette Obi haben wohl gegen den Lockdown des Einzelhandels geklagt. Sie drängen auch eine Wiederöffnung ihrer Geschäfte.

Doch wie sind die Regelungen in den einzelnen Bundesländern überhaupt? Die Vorgaben und Lockerungen für Baumärkte und Gartencenter im Überblick:

  • Baden-Württemberg: Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen zum 01.03.2021 öffnen
  • Bayern: Sowohl Gartencenter als auch Baumärkte dürfen zum 01.03.2021 öffnen.
  • Berlin: Baumärkte und Gartencenter bleiben geschlossen.
  • Brandenburg: Gartenmärkte, Gärtnereien und Blumenläden dürfen zum 01.03.2021 öffnen.
  • Bremen: Gartencenter haben bereits geöffnet, eine komplette Öffnung der Baumärkte ist jedoch noch nicht geplant.
  • Hamburg: Baumärkte und Gartencenter bleiben geschlossen.
  • Hessen: Baumärkte durften bereits ihre Gartencenter öffnen, weitere Lockerungen sollen in Absprache mit Bund und Ländern erfolgen.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Baumärkte und Gartencenter bleiben geschlossen.
  • Niedersachsen: Sowohl Gartencenter als auch Baumärkte haben bereits geöffnet.
  • Nordrhein-Westfalen: Gartencenter haben bereits geöffnet, eine komplette Öffnung der Baumärkte ist jedoch noch nicht geplant.
  • Rheinland-Pfalz: Blumenläden dürfen zum 01.03.2021 öffnen. Für Garten- und Baumärkte ist eine eingeschränkte Öffnung vorgesehen: Sie dürfen gartencenter-typisches Sortiment verkaufen, jedoch nur draußen.
  • Saarland: Baumärkte und Gartencenter bleiben geschlossen.
  • Sachsen: Baumärkte und Gartencenter bleiben geschlossen.
  • Sachsen-Anhalt: Gartenmärkte, Gärtnereien, Blumenläden sowie Baumärkte dürfen zum 01.03.2021 öffnen.
  • Schleswig-Holstein: Garten- und Baumärkte dürfen zum 01.03.2021 öffnen.
  • Thüringen: Gartenbaubetriebe und Gärtnereien dürfen zum 01.03.2021 öffnen.

Dort, wo Baumärkte und andere Geschäfte des Einzelhandels geschlossen sind, ist jedoch in der Regel ein Einkaufen per „Click and Collect“ – also in Form einer kontaktlosen Abholung nach vorheriger Online-Bestellung – möglich. Zudem will Rheinland-Pfalz ab Montag ein Einkaufen vor Ort nach Terminvereinbarung einführen. Für diese Option hatte sich zuletzt auch der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier ausgesprochen. Er wollte das sogenannte „Click and Meet“-Konzept am Mittwoch beim nächsten Bund-Länder-Gipfel mit der Bundeskanzlerin und den Chefs der Länder besprechen.

Klage-Welle des Einzelhandels: Obi klagt, um Öffnung der Baumärkte zu erreichen

Vielen Einzelhändlern sind die aktuellen Lockerungen jedoch nicht genug. So will die Baumarkt-Kette Obi mit ihrer Klage in mehreren Bundesländern, die bislang keine entsprechenden Lockerungen beschlossen haben, eine generelle Öffnung der Baumärkte zu erreichen. Obi argumentiert Medienberichten zufolge damit, dass Baumärkte eine besonders große Verkaufsfläche haben und deshalb sehr gute Hygienekonzepte vorweisen können. Zudem, so die Begründung des Unternehmens für seinen Vorstoß, seien Baumärkte wichtig für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten der Corona-Pandemie.

Der Druck des Einzelhandels auf die Politik wächst also. Und bei einzelnen Unternehmens-Klagen soll es nicht bleiben: Offenbar bereitet der Einkaufsverbund Unitex zusammen mit der Rechtsanwaltskanzlei Nieding+Barth aktuell eine Sammelklage vor, an der sich etwa 300 Einzelhändler bundesweit beteiligen sollen. Sollten die Kläger Geschäftsöffnungen durchsetzen können, würde sich wohl auch auf die Baumärkte auswirken.

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