Schon bald kann der Impfstoff in klinischen Test am Menschen geprüft werden.
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Schon bald kann der Impfstoff in klinischen Test am Menschen geprüft werden.

Impfstoff in Aussicht

Uni Marburg: Klinische Tests für Corona-Impfstoff stehen an - Interessierte Probanden können sich bereits melden 

Die Universität Marburg ist an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs beteiligt. Dieser soll ab September getestet werden.

  • Produktion von Corona-Impfstoff soll in drei Monaten abgeschlossen sein
  • Philipps-Universität in MarburgImpfstoff wird im September an Menschen getestet
  • Probanden können sich bereits melden

Marburg - Noch in diesem Jahr soll ein potenzieller Impfstoff gegen SARS-CoV-2 in ersten klinischen Versuchen am Menschen getestet werden. Das berichtete die Philipps-Universität in Marburg am Montag (18. Mai) in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). 

„Der Bauplan für den Impfstoff ist fertig. Jetzt muss der Impfstoff für die klinischen Tests noch produziert werden“, erklärt darin Professor Stephan Becker, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Marburg und Koordinator des Bereichs „Neu auftretende Infektionskrankheiten“ im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). „Wir haben jetzt finanziell und logistisch alles zusammen, um bald eine klinische Prüfung der Phase I zu starten." 

In dieser Phase stünden nun die Tests auf Verträglichkeit des Impfstoffes und Anregung von Immunantworten an. Das sind Reaktionen des Immunsystems auf ihm fremde Organismen oder Substanzen. Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, findet das sogenannte Immun-Monitoring in Marburg statt. Dabei handelt es sich um die Charakterisierung der Antikörper-Antwort auf den Impfstoff. 

Corona-Impfstoff aus Marburg: Impfstoff für klinische Studie in drei Monaten fertig 

Derzeit würde der Impfstoff für die klinische Phase I von der Firma IDT Biologika in Dessau hergestellt, heißt es in der Pressemitteilung. Die Produktion sei voraussichtlich in drei Monaten abgeschlossen. Die klinischen Tests könnten dann im September starten. Obwohl die Entwicklung im Vergleich zu früheren Verfahren sehr viel schneller laufe, stünde in diesem Jahr jedoch noch kein Impfstoff zur Verfügung. „Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein langwieriger, mühsamer Prozess", betont Becker. 

Der nun für die klinische Phase I anstehende Impfstoffkandidat sei unter der Leitung von Professor Gerd Sutter von der LMU München entwickelt worden. Dieser basiere auf einem sogenannten „Modifizierten Vacciniavirus Ankara“ (MVA). Das Impfvirus MVA sei bereits vor mehr als 30 Jahren an der LMU als Impfstoff gegen Pocken generiert worden. Die MVA-Viren sind so abgeschwächt, dass sie als harmlose Vektoren für andere Impfstoffe dienen können.

Corona-Impfstoff aus Marburg: Interessierte Probanden können sich bereits melden 

Die klinische Prüfung soll von Professor Marylyn Addo vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) geleitet werden. „Eine offizielle Rekrutierung von Probanden kann erst nach Erteilung eines positiven Votums der Ethikkommission erfolgen", sagt Addo. Dennoch könnten sich Interessierte schon jetzt unter der E-Mail info-covid@uke.de registrieren lassen. 

Die Universität Marburg ist einer von nur vier Standorten in Deutschland mit einem Labor der höchsten Sicherheitsstufe BSL 4 (Bio safety level 4). Diese Sicherheitsstufe ist notwendig für die Forschung an hochpathogenen Viren wie dem Ebolavirus. Die Universität Marburg ist und war bei der Impfstoff-Forschung zu Ebola, Schweinegrippe und aktuell bei den klinischen Tests des MERS-Coronavirus-Impfstoffs maßgeblich beteiligt.

Weltweit arbeiten Forscher mit Hochdruck an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Die aktuellen Informationen zur Entwicklung eines Impfstoffs im News-Ticker.

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