Corona schreckt Wahlhelfer ab

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Ohne all die Freiwilligen Wahlhelfer würde die Kommunalwahl im März nicht funktionieren. Vor allem viele ältere Stammwahlhelfer zögern aber noch wegen Corona.

In den Kommunen laufen die Vorbereitungen für die Kommunalwahlen Mitte März auf Hochtouren. Melden sich in Corona-Zeiten ausreichend Wahlhelfer für den Wahltag? Bislang sieht es ganz gut aus, obwohl manche ältere Wahlhelfer in diesem Jahr vorsichtshalber den jüngeren den Vortritt geben möchten, wie eine stichprobenartige Umfrage in Hessen ergab. Unisono richten sich alle Städte und Gemeinden darauf ein, dass viele Wahlberechtigte per Brief ihre Stimme abgeben.

Die Landeshauptstadt Wiesbaden bekommt von ihren Stammwahlhelfern positive Rückmeldungen - es bleibe aber abzuwarten, wie der Rücklauf von den per Zufall angefragten Wahlberechtigten sein wird, teilte die Verwaltung mit. Das Erfrischungsgeld beträgt für Wahlhelfer in Wiesbaden 35 Euro bis 60 Euro. Die Stadt rechnet mit einer Briefwahlquote von mindestens 38 Prozent. »Wir haben deswegen viel mehr Briefwahlunterlagen bestellt und auch personelle Reserven eingeplant.«

Fokus der Suche auf jungen Leuten

Aus einigen Frankfurter Ortsbeiräten sei zu hören, dass ältere Stammwahlhelfer in diesem Jahr aus Angst vor Corona zögerten, sagte Oliver Becker, Amtsleiter des Bürgeramts. Deshalb werde der Fokus der Wahlhelfersuche auf junge Leute gelegt, etwa Studenten. Je nach Funktion gibt es eine Aufwandsentschädigung von 70 oder 65 Euro - das sei eine Erhöhung fast um die Hälfte seit der vorangegangenen Wahl.

In Wahllokalen, die kleiner als 40 Quadratmeter sind, werden Spuckschutzwände aufgebaut. Das gewohnte Frankfurter Briefwahllokal wurde verlegt, es wird auch eine Art »Drive in« möglich sein: Die Unterlagen werden durch ein Fenster entgegengenommen, man kann im Auto wählen und anschließend den Zettel einwerfen.

In Hanau läuft die Suche nach Wahlhelfern bisher nach Plan. Am 14. März findet in der Brüder-Grimm-Stadt neben der Kommunal- auch die Oberbürgermeisterwahl statt. Es gebe noch einen Bestand an Wahlhelfern aus den Vorjahren, den die Stadt anschreibe, erklärte eine Sprecherin. Außerdem seien unter anderem Flyer an berufsbildende Schulen verteilt und Mitarbeiter von Landesbehörden in Hanau angeschrieben worden. Die Stadt benötigt am 14. März rund 750 Wahlhelfer. Die Schreiben mit der Berufung zum Ehrenamt seien versandt, es lasse sich noch nicht sagen, ob die Zahl der Absagen signifikant höher ist als in anderen Jahren. Als Anreiz wurde das Erfrischungsgeld von 50 auf 75 Euro für den Dienst im Wahllokal und von 25 auf 40 Euro für einen Einsatz in den Briefwahlbezirken erhöht.

Hygienekits für Wahlvorstände

Die Stadt Offenbach plant laut Sprecher Fabian El Cheikh für den Wahlsonntag mit 850 Wahlhelfenden. »Diese Zahl haben wir fast erreicht.« Eine große Anzahl an Personen hätte ihren Dienst allerdings abgesagt, weil sie zu einer Risikogruppe gehöre und Sorge vor eine Infektion habe. »Unsere Strategie, die Bereitschaft zum Wahldienst zu erhöhen, besteht darin, großen Wert auf die Prävention des Infektionsrisikos zu legen und diese zu betonen«, so El Cheikh. Die Wahlvorstände würden am Wahltag mit einer »Hygienekiste« unter anderem mit FFP2-Masken ausgestattet. Die Wahllokale würden so eingerichtet, dass Abstände eingehalten werden können, im Wahlraum dürfe sich nur eine begrenzte Zahl von Wählern aufhalten.

In der Stadt Rodgau habe es bisher rund 20 Absagen von Bürgerinnen und Bürgern gegeben, die aufgrund der Corona-Pandemie aus gesundheitlichen Gründen nicht am Wahldienst teilnehmen könnten. Laut der Stadt würden zurzeit nur Wahlhelfer eingeteilt, die sich aktiv zum Dienst melden. In den 28 Wahllokalen werden 252 Helfer benötigt, von denen schon mindestens 180 eingeteilt seien.

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