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Kinderärzte kritisieren Corona-Impfkampagne: „Wir könnten mit der zweiten Dosis beginnen“

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Von: Kim Hornickel

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Die Corona-Impfaktion für Kinder zwischen fünf und elf Jahren startet nicht wie geplant. Kinderärzte kritisieren die Impfkampagne.

Frankfurt – Die Impfkampagne für Kinder ab fünf Jahren ist gestartet, doch nicht alle begrüßen die Umsetzung. So kritisiert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) die Organisation der Corona-Impfaktion für Kinder scharf. „Die niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte erhalten erst am 10. Januar wieder neuen Impfstoff. Dabei könnten wir bereits in der Woche davor schon mit der zweiten Dosis beginnen“, sagte der Sprecher des BVKJ Nordrhein, Axel Gerschlauer, der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Zu der nicht ausreichenden Versorgung mit dem Impfstoff komme eine hohe Nachfrage aufseiten der Eltern. „Durch Omikron ist die Verunsicherung noch größer geworden“, so der Kinderarzt.

Das gleiche schlechte Bild biete sich beim Impfstoff für Kinder ab zwölf Jahren: „Die Lieferungen sind weiterhin ein Lotteriespiel“, sagte der BVKJ-Sprecher der „Rheinischen Post“. Er forderte, den Impfstoff von Biontech den Jüngeren zu überlassen. Denn noch darf der Impfstoff von Moderna erst ab 30 Jahren verimpft werden.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Organisation der Corona-Impfkampagne für Kinder ab fünf Jahren scharf kritisiert
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Organisation der Corona-Impfkampagne für Kinder ab fünf Jahren scharf kritisiert. © Imago/ ZUMA Wire

Corona-Impfaktion für Kinder gestartet: Die Gruppe der 5- bis 11-Jährigen kann sich impfen lassen

Auch Kinder von fünf bis elf Jahren werden seit Montag (13.12.2021) geimpft. Wann und wo Eltern ihre Kinder zur Corona*-Schutzimpfung anmelden können, ist aber in jedem Bundesland anders geregelt. Die Stiko (Ständige Impfkommission) hatte zuletzt eine Empfehlung für die jüngeren Kinder* herausgegeben. Jetzt wurde bekannt, wie der Start der Impfkampagne für diese Altersgruppe geplant ist.

Nachdem die Vorbereitungen für die Impfung von Kindern bereits in den vergangenen Wochen kontrovers diskutiert* worden waren, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Start der Auslieferung des Kindervakzins von Biontech/Pfizer* angekündigt. Neben Kinderarztpraxen sind auch in öffentlichen Corona-Impfzentren Kinderimpfungen vorgesehen, aber nicht überall.

Mancherorts sind auch besondere Impf-Aktionen geplant – in Berlin etwa im Zoo oder im Naturkundemuseum, in Niedersachsen im Fußballstadion von Hannover 96 und im Zoo der Landeshauptstadt. Wann es konkret losgeht, unterscheidet sich aber.

Corona-Impfung für Kinder
Corona-Impfung für Kinder beginnt ab Mittwoch (13.12.2021). (Archivfoto) © Jan Woitas/dpa

Corona-Impfaktion für Kinder: Bereits 2,2 Millionen Dosen Impfstoff im Verkauf

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag (12.12.2021) werden über 2,2 Millionen Dosen des Kinderimpfstoffs an die pharmazeutischen Großhandlungen verteilt. Zusätzlich gebe es noch Länderkontingente, die zur Verfügung gestellt werden. Arztpraxen bestellen die Impfstoffe über die Apotheken. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung, die sich auf das Ministerium berief, haben die Praxen für diese Woche rund 800.000 Dosen angefordert. Diese würden ab Montag (13.12.2021) bis spätestens Mittwoch (15.12.2021) komplett ausgeliefert.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte eine Corona-Impfung für die Gruppe der fünf bis 11-Jährigen empfohlen, zumindest für die Kinder, die Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf* oder Angehörige mit hohem Risiko haben. Außerdem können Eltern nach individueller Aufklärung auch ihre gesunden Kinder impfen lassen.

Kinderimpfaktion soll Präsenzunterricht sichern – Schülervertreter fordern bessere Aufklärung

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) sieht in den Corona-Kinderimpfungen einen wichtigen Beitrag, um den Präsenzunterricht zu sichern, wie sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe sagte. Die Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz, Katharina Swinka, fordert in einem dpa-Interview mobile Impfteams in den Schulen und eine bessere Aufklärung über die Impfung. Erste Schritte hin zu mehr Wissen über die Schutzimpfung werden auch an Frankfurter Schüler:innen verteilt. Mit Flyern hatte die Stadt Frankfurt die wichtigsten Fragen von Eltern und Kindern rund um die Impfung* von unter 18-Jährigen beantwortet. 

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert, hält auf längere Sicht Kinderimpfungen gegen das Coronavirus an Schulen und Kitas für richtig, etwa wenn Auffrischungsimpfungen anstehen. Aktuell sei der Weg über Kinderarztpraxen und separate Impfstraßen in den Impfzentren aber der richtige, sagte die Amtsärztechefin der Rheinischen Post.

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, geht davon aus, dass das Gros seiner Kolleg:innen beim Impfen der Kinder mitmacht. „Die Vorbereitungen sind weitestgehend abgeschlossen, weil die Stiko-Empfehlung so erwartet worden war“, sagte Fischbach der Rheinischen Post.

Corona-Schutzimpfung: Familientermine und kindgerechte Impfzentren

In Bayern sollen Kinder ab fünf Jahren laut Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) von Mittwoch (15.12.2021) an in Impfzentren und Arztpraxen geimpft werden können – sofern der Bund seine Lieferzusagen einhalte. Allein die Corona-Impfzentren im Freistaat haben rund 240.000 Dosen bestellt. „Wir haben die Impfzentren bereits gebeten, spezielle Familienimpftermine anzubieten“, sagte Holetschek. Zudem sollen die Stationen laut einer Ministeriumssprecherin kindgerecht gestaltet werden, die Kinder sollen etwa „Give-Aways“ wie Buntstifte bekommen.

In den Impfstellen der Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen soll es für Fünf- bis Elfjährige ab Freitag ein Angebot geben. Mindestens die Hälfte der Impfungen soll mit Termin vergeben werden. Der Apothekerverband Nordrhein geht davon aus, dass die ersten Kinderärzte schon am Montag (13.12.2021) mit dem Corona-Impfstoff* für Kinder impfen werden. In Bremen wurde ein zentrales Kinderimpfzentrum für diese Altersgruppe eingerichtet, das ab Dienstag (14.12.2021) den Betrieb aufnimmt. Dort stehen Kinder- und Jugendärzte für die Beratung zur Verfügung, außerdem werden speziell für Kinder geeignete Info-Materialien erstellt. Mobile Impfangebote für Kinder sind aktuell nicht geplant.

Anmeldung für Kinderimpfaktion möglich: Länder setzen Prioritäten bei den Impfterminen

Die rheinland-pfälzische Landesregierung peilt den Auftakt für die Impfungen in einem der neun Zentren des Landes für Donnerstag (16.12.2021) an. Eltern können ihre Kinder bereits seit dem 1. Dezember online oder über eine Hotline anmelden. Hauptanlaufstelle sollen aber die Kinder- und Jugendärzt:innen sein, wo die Termine individuell vergeben werden.

Das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg sieht für die Impfungen der Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zunächst vor allem die Kinderarztpraxen am Zug. Diese kennen ihre Patientinnen und Patienten am besten und wüssten, welche Kinder prioritär geimpft werden sollten, hieß es. Neben den Praxen soll es auch Impfaktionen der Stadt- und Landkreise sowie in Kliniken geben. Konzepte für spezielle Angebote für Kinder und deren Eltern gibt es den Angaben zufolge etwa im Rems-Murr-Kreis und in Tübingen.

In Berlin sollen die Corona-Impfungen für Kinder in den drei landeseigenen Impfzentren am Mittwoch (15.12.2021) beginnen. Dort soll es insgesamt 35 zusätzliche Impfkabinen für Kinder geben. Geplant sind auch Kinderimpfungen in Grundschulen durch mobile Impfteams. Impfangebote für Kinder sind auch in den Weihnachtsferien vorgesehen.

Kinderimpfungen gegen Corona in Zentren und Praxen: Kampagne startet in bestimmten Regionen

In Sachsen-Anhalt haben sich laut Sozialministerium bislang 87 Kinder- und Jugendärzt:innen bereiterklärt, Kinder der Altersgruppe zu impfen, davon hätten 40 ihre Bereitschaft signalisiert, bei Bedarf Impfzentren zu unterstützen. Zudem organisierten einige Landkreise und kreisfreie Städte zusätzliche Impfangebote. Die öffentlichen Impfstellen in Magdeburg, dem Burgenlandkreis und dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld würden voraussichtlich erst im kommenden Jahr mit den Kinderimpfungen beginnen.

In Thüringen sind vorerst 3000 Termine für Impfungen von Fünf- bis Elfjährigen in mehreren öffentlichen Impfstellen freigeschaltet worden. „Wir sind erst einmal vorsichtig, ob der versprochene Impfstoff auch tatsächlich ankommt und ob das Angebot überhaupt angenommen wird“, sagte der Impfmanager der Kassenärztlichen Vereinigung, Jörg Mertz. Ab Montag (27.12.2021) sollen die Termine dann auf die Impfstellen in ganz Thüringen ausgedehnt werden.

Städte und Landkreise wollen Lücken bei den Kinder-Impfkampagnen schließen

In Mecklenburg-Vorpommern sollen die Kinder dieser Altersgruppe vorrangig bei den Kinderärzt:innen geimpft werden. Dort, wo die nicht zur Verfügung stünden, werde es Angebote in Impfstützpunkten der Landkreise und kreisfreien Städte geben. Außerdem seien Termine für Familien geplant, so Sozialministerin Stefanie Drese (SPD).

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hatte den Start der Kinderimpfungen mit dem speziell dosierten Präparat ein „gutes Signal“ genannt. Für Fünf- bis Elfjährige wird ein niedriger dosierter und anders abgefüllter Impfstoff im Vergleich zum herkömmlichen Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet. Von dem mRNA-Vakzin sollen laut Stiko zwei Dosen im Abstand von drei bis sechs Wochen gegeben werden.

Für jüngere Kinder haben die Stiko und die Bundesregierung jedoch weiterhin keine Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung geben können. Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff für die unter 5-Jährigen. (kh mit dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

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