Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einzuführen.
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Gesundheitsminister Jens Spahn hat angekündigt, eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einzuführen.

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Hessen: Jens Spahn will Testpflicht einführen - Wetterauer Kita unter Corona-Verdacht

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  • Florian Dörr
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    Philipp Keßler
  • Marion Müller

Die Corona-Krise ist noch nicht überwunden. In verschiedenen Kreisen in Hessen steigen die Infektionszahlen wieder. Aber es gibt auch Lichtblicke. Der Hessen-Ticker informiert.

Update, 27.07.20, 17.56 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn hat unter anderem auf dem Kurznachrichtenprotal Twitter angekündigt, eine Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten einzuführen. Das dürfte auch in Hessen einige Reisende betreffen. Am Frankfurter Flughafen reisen täglich zahlreiche Menschen ab und an.

Update, 27.07.20, 17.41 Uhr: Im Wetteraukreis hat es in einer Butzbacher-Kita einen Corona-Verdacht gegeben. Dieser hat sich nicht bestätigt, wie es auf Nachfrage dieser Zeitung hieß. »Wir haben 34 Kinder und Erzieherinnen abgestrichen. Zum Glück war kein einziger Test positiv«, teilt Kreisbeigeordneter Matthias Walther mit. Ende vergangener Woche hatten 15 Kinder und eine Erzieherin Erkältungssymptome gezeigt. Die Kita war daraufhin geschlossen worden.

Die Zahl der nachgewiesenen Fälle von Corona-Infektionen im Wetteraukreis ist seit Freitag um vier gestiegen. Neue Fälle wurde aus Bad Nauheim, Friedberg, Rosbach und Wöllstadt gemeldet.

Die aktuellen Corona-Zahlen vom 27.07.20 in der Wetterau, aufgeteilt nach Orten.

Seit Ausbruch der Pandemie sind 390 Menschen in der Wetterau positiv getestet worden. 13 Menschen starben an oder mit Covid-19; 354 Menschen wurden aus der Quarantäne entlassen. Daraus ergibt sich eine Zahl von 23 aktuell mit dem Virus infizierten Personen, die einen positiven Test hinter sich haben. Sie befänden sich überwiegend in häuslicher Quarantäne, zu allen halte man engen Kontakt, heißt es aus dem Gesundheitsamt. Walther betonte nach einer Sitzung des Krisenstabs, dass die Einhaltung von Hygieneregeln und Abstandsgeboten weiterhin nötig seien, um die Infektionszahlen auf einem niedrigen Stand zu halten. »Wir müssen davon ausgehen, dass wir noch eine ganze Weile mit dem Virus leben müssen. Jetzt in den Bemühungen zur Begrenzung der Fallzahlen nachzulassen, hieße die Möglichkeit einer Zunahme von Infektionsfällen in Kauf zu nehmen.«

Update, 27.07.20, 9.31 Uhr: Corona-Ausbruch in einem Altenheim im Schwalm-Eder-Kreis: Dort, in Borken, sind 23 Corona-Infektionen bestätigt worden. Betroffen sind 15 Bewohner und acht Mitarbeiter, so das Ergebnis einer Reihentestung. Dabei wurden am Freitag alle 291 Bewohner und 158 Mitarbeiter getestet, wie die HNA berichtet. Der erste Fall sei beim Küchenpersonal aufgetreten. Drei Tage später sei dann eine Bewohnerin positiv auf Covid-19 getestet worden. Seit diesem Tag stehe das Heim unter Quarantäne.

Das bedeutet für das Seniorenheim in Borken: Besuchs- und Ausgehverbot, Nachverfolgung der Infektionswege und Reihentestungen. Außerdem wurden die Gemeinschaftsräume geschlossen, eine Isolier- und eine Beobachtungsstation eingerichtet. Und: Für die Bewohner gilt jetzt Zimmerquarantäne.

Corona Hessen: Was bringen Masken und Face-Shields? Simulation der THM in Gießen

Update, 24.07.20, 9.22 Uhr: Was bringen Masken und Face-Shields gegen die Ausbreitung des Coronavirus? Dieser Frage ist die Technische Hochschule Mittelhessen mit Blick auf das Tragen in geschlossenen Räumen nachgegangen. Die Gießener Wissenschaftler haben die Ausbreitung von Aerosolen mithilfe der Methode der numerischen Strömungsmechanik untersucht. Diese Simulation haben sie mit einem Laserbeuger überprüft, der die Verteilung von Partikeln in einem flüssigen oder gasförmigen Medium misst. Simuliert wurde ein einmaliges Niesen an einem Standard-Büroarbeitsplatz mit einem Monitor, der das Strömungsverhalten beeinflusst.

Die Simulation ohne Maske zeigt, dass die Aerosolwolke sich innerhalb einer Sekunde mehr als zweieinhalb Meter in Niesrichtung verteilt. Sie kann sich maximal bis zu acht Meter ausdehnen.

Eine Baumwollmaske verhindert die Ausbreitung über eineinhalb Meter hinaus, reduziert die Ausbreitungsgeschwindigkeit und führt dazu, dass die Partikel schnell absinken. Sie ist ein effektiver Schutz, wenn man die üblichen Abstandsregeln einhält. FFP-Masken, die auch den Träger schützen und eine höhere Dichte besitzen, haben ebenfalls eine gute Wirkung. Durch den hohen Druck auf die Maske während des Niesens entweicht allerdings ein Teil der Aerosole nach oben.

Gesichtsvisiere, sogenannte Face-Shields, sind eine Alternative zu Masken. Sie lenken, so die Untersuchung, das Aerosol vor allem nach unten und seitlich nach hinten ab. Bei einem Abstand von mehr als eineinhalb Metern bieten sie einen guten Schutz.

Am besten schneidet die Kombination aus Gesichtsvisier und Baumwollmaske ab. Allerdings, so schränken die beiden Projektleiter ein, sei das die für den Träger anstrengendste Variante und über einen längeren Zeitraum niemandem zuzumuten. Als ungünstigstes Szenario erwies sich die in der warmen Jahreszeit beliebte Nutzung eines Tischventilators. Ohne den Schutz durch eine Maske und bei geschlossenem Fenster verbreitet sich die Aerosolwolke in wenigen Sekunden im ganzen Raum.

Corona Hessen: Weitere Lockerungen für Sportler treten in Kraft

Erstmeldung, 23.07.20, 17.14 Uhr: Die Corona-Krise ist noch nicht überstanden. Etwa in der Wetterau steigt die Zahl derer, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, wieder. Für die Gesundheitsämter gibt es noch ein weiteres Problem: Falschangaben von Bürgern. Auch in Gießen hat die Unsicherheit wegen der Corona-Pandemie nun Folgen: Fasching in Gießen wird 2020/21 völlig anders aussehen, als es die Gießener gewohnt sind. Offenbar wird auch kein Zug kommen.

Derweil treten weiter Lockerungen in Kraft: Sport ist ab dem 1. August wieder fast uneingeschränkt möglich. Dies hat die Regierung am Donnerstag beschlossen. Die Verbände begrüßen das Vorgehen – auch mit Blick auf den Nachwuchs. Die neuen Lockerungen erlaubten es laut Landesregierung »Mannschaftssportarten wieder uneingeschränkt« nachzugehen. Bis zuletzt waren Kontaktsportarten nur mit maximal zehn Personen erlaubt, sodass in vielen Sportarten weder an ein reguläres Training noch an einen geordneten Spielbetrieb zu denken gewesen war. Wichtig sei dabei allerdings, dass auch weiterhin die geltenden Hygieneregeln eingehalten – und im Bereich der Zuschauer sowie in den Umkleiden und Duschen auch die Abstandsregeln befolgt würden.

Das spielt vor allem dem Hessischen Fußball-Verband in die Karten, der die reguläre Saison gerne am 5./6. September beginnen lassen würde, in den Wochen zuvor aber bereits Pokalspiele angesetzt und zudem auch auf Vorbereitungsspiele für alle Mannschaften im Vorfeld der Saison gepocht hatte. Entsprechend euphorisch ließ sich HFV-Präsident Stefan Reuß in einer Pressemitteilung zitieren: »Wir freuen uns, dass wir nun grünes Licht für die Ausübung unseres geliebten Fußballsports erhalten haben. Somit steht einer geregelten Vorbereitung der kommenden Saison nichts mehr im Wege.« Reuß mahnte aber auch, dass »bei aller Euphorie« die Gefahr der Verbreitung des Virus noch nicht gebannt sei und daher die Hygienemaßnahmen außerhalb der Plätze weiterhin »verantwortungsbewusst« durchgeführt werden sollten.

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