Christof Heller gewinnt Bürgermeisterwahl in Hüttenberg

Hüttenberg (agl). Christof Heller von der CDU hat die Stichwahl am Sonntag in Hüttenberg gewonnen und wird zu Beginn kommenden Jahres die Nachfolge von Dr. Manfred Schmidt (SPD) als Bürgermeister antreten.

Der 44-Jährige setzte sich mit 53,1 Prozent der abgegebenen Stimmen gegen seinen Herausforderer Oliver Hölz von den Freien Wählern (46,9 Prozent) durch. Die Wahlbeteiligung lag bei 51,8 Prozent.

Die Spannung war in den Gesichtern abzulesen, als nach 18 Uhr nach und nach die Ergebnisse auf der Leinwand im Rathaus angezeigt wurden. Um 18.14 Uhr waren die Zahlen aus Weidenhausen die ersten: Hölz holte dort 52,9 und Heller 47,1 Prozent. Dann der erste der vier Bezirke aus Hüttenberg: Der "Heimvorteil" schien zu funktionieren, denn der Hochelheimer Hölz kam auf über 63 Prozent, der spätere Gesamtsieger Heller auf etwa 37 Prozent. Vollnkirchen repräsentierte im Nachhinein die eng aneinander liegenden Ergebnisse, Hölz erreichte 51,1 und Heller 48,9 Prozent. Nach vier Bezirken schließlich lag Hölz mit 26 Stimmen vor Heller. Dann der zweite der vier Rechtenbacher Wahlbezirke, und das Blatt wendete sich zugunsten des CDU-Kandidaten: 71,9 Prozent und damit insgesamt 53,9 Prozent für Heller. Der Rechtenbacher holte seine Erfolge vor allem in Rechtenbach, alle vier Bezirke zusammengenommen, erreichte der Christdemokrat dort 70,7 Prozent. Hölz kam in seiner Hochburg Hüttenberg insgesamt auf 67,2 Prozent.

Weitere entscheidende Faktoren, allerdings für Heller, waren Volpertshausen mit 61,1 und die Briefwahl mit 61,4 Prozent. Zum Greifen war die Spannung, als zum Schluss nur noch die Ergebnisse je eines Bezirks aus Hüttenberg und Rechtenbach ausstanden.

Dann Riesenjubel bei Heller, ein Kuss von Ehefrau Simone, und Freude bei Töchterchen Leana. Herausforderer Hölz zeigte Fassung, viele Menschen schüttelten auch ihm die Hand, zollten dem Freien Wähler Respekt. Hölz selbst schien auch nicht am Boden zerstört: "Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen, ich kann nicht böse sein und muss mich nicht verstecken. Hoch erhobenen Hauptes gehe ich aus dieser Wahl." Christof Heller wünschte er viel Glück, verbunden mit der Ankündigung, dass er konstruktiv mit Heller zusammenarbeiten werde.

Ein überglücklicher Heller, dem die gerade abgefallene Spannung deutlich anzusehen war, lobte den "fairen Wahlkampf", der zudem frei gewesen sei von Reizthemen. Nun werde erstmal gefeiert, die Party sollte am Abend noch im Bürgerhaus in Klein-Rechtenbach steigen. Und in den nächsten dreieinhalb Monaten vor der Amtsübergabe werde er sich – parallel zu seinem Beruf bei einer Bank – auf das Bürgermeisteramt vorbereiten.

Der amtierende Rathauschef Dr. Manfred Schmidt, der am Sonntagabend deutlich entspannter das Geschehen verfolgen konnte, als die beiden Kandidaten, sagte, dass er Heller vor dem Wechsel unterstützen werde. Er gratulierte dem Wahlsieger, lobte aber beide Kandidaten für deren fairen Wahlkampf. Es sei ermutigend für die Hüttenberger gewesen, dass es keine "Grabenkämpfe" gegeben habe. "Die Gemeinde Hüttenberg wurde im Vordergrund gesehen", sagte Dr. Schmidt und fügte hinzu, dass sich sein Nachfolger vom amtierenden Bürgermeister absetzen und eigene Akzente setzen müsse. Beide Kandidaten seien "vorzeigbar" gewesen, lobte der Sozialdemokrat. Heller habe eine gute Art, mit den Bürgern umzugehen, dies hätte auch Hölz gehabt, sprach er beiden eine wichtige Fähigkeit für das Bürgermeisteramt zu.

Wahlsieger Heller schätzte die Lage so ein, dass die Wahlempfehlungen zugunsten Hölz" von Josef Fischer (SPD) und Jens Blücher (unabhängig), die neben Erich Schmidt (unabhängig) beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen ausgeschieden waren, ihm Stimmen gekostet hätten. Letztlich hat die Anzahl der Stimmen aber für ihn gereicht.

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