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Choreo-Absage in Frankfurt: Polizei äußert sich ausführlich - Fans melden verletzte Zuschauer

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Bittere Nachricht vor der Partie zwischen Eintracht Frankfurt und Schachtar Donezk: Die Choreo wurde abgesagt. Zuvor kam es zu Auseinandersetzungen. Nun bezieht die Polizei Stellung.

Update: Inzwischen hat sich die Polizei ausführlich zu den Vorkommnissen vor der Europa-League-Partie am Donnertag (Lesen Sie hier den Spielbericht) zu Wort gemeldet: "Der Präsident der Eintracht Frankfurt, hatte in einem Interview die folgende Aussage getroffen, 'Wenn ich sage, dass das Stadion brennt, dann brennt das morgen. Und zwar so, dass Ihr kaputtgeht, weil Ihr so viel Licht habt und das Spiel für Euch etwas neblig wird'. Unabhängig davon wie es gemeint war, musste in Verbindung mit dem zum Teil massiven Abbrennen von Pyrotechnik an vorangegangenen Spielen davon ausgegangen werden, dass Besucher des Spiels sich insbesondere für diese Begegnung dazu aufgerufen fühlen könnten, Pyrotechnik mitzubringen und abzubrennen", heißt es in einer Pressemitteilung. 

Daraufhin sei man mit Sprengstoffspürhunden in der Nordwestkurve und den angrenzenden Toiletten abgegangen. "Ferner wurde auf Grundlage eines Durchsuchungsbeschlusses des Amtsgerichts Frankfurts ein Raum, der zur Aufbewahrung von Choreographie-Gegenständen dient, nach Pyrotechnik durchsucht. Dies geschah im Beisein des Veranstalters. Im Ergebnis wurden keine verbotenen Gegenstände aufgefunden."

Auch Axel Hellmann äußert sich zu Polizeieinsatz vor Donezk-Spiel

Zu den Durchsuchungen hatte der Verein noch am Donnerstagabend Stellung bezogen: "Ich habe mehrfach mit Frankfurts Polizeichef Bereswill telefoniert und ihn darauf hingewiesen, dass ich diese drastische Maßnahme vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehen kann", sagte Vorstand Axel Hellmann. Und weiter: "Das war von Peter Fischer sicher keine glückliche Aussage, aber jeder weiß, dass er ein emotionaler Präsident ist. Er meinte natürlich, die Luft müsse brennen und nicht das Stadion.Es war keinesfalls ein Aufruf zur Gewalt oder ähnlichem."

Später aber, kurz nach 17 Uhr, machte die Polizei ein "großflächiges im Stadioninnenraum ausgelegtes Banner aufmerksam, dass eine unflätige und beleidigende Aussage zum Nachteil des hessischen Innenministers zum Inhalt hatte." Bei der Sicherstellung sah sich die Polizei mit "aggressiven Problemfans" konfrontiert. Es kam zu "körperlichen Übergriffen" gegen Beamte, verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. "Im Anschluss haben Heimfans aus eigener Veranlassung begonnen, die Gegenstände der Choreographie eigenständig abzubauen und in den Stadioninnenraum zu werfen. An dieser Stelle muss ausdrücklich erwähnt werden, dass dies nicht aufgrund einer Aufforderung durch die Polizei erfolgte. Im Gegenteil die Einsatzleitung bedauerte die Entscheidung der Fans, für die es keinen erkennbaren erforderlichen Anlass gab."

Eintracht: Nordwestkurven-Rat bezieht Stellung zu Polizeieinsatz

Der Nordwestkurven-Rat sieht eine gezielte Provokation im Polizeieinsatz vor dem Spiel gegen Schachtar Donezk: "Es gab mehrere Vorfälle, die gezielt Auseinandersetzungen provozieren sollten und nur durch die besonnene Reaktion der Kurve verhindert wurden", heißt es in einem Statement. Mit Blick auf das Banner, das nach Angaben der Polizei "unflätige und beleidigende Aussage zum Nachteil des hessischen Innenministers" hatte und abgenommen wurde, heißt es beim Nordwestkurven-Rat: Das "Transparent ist inhaltlich natürlich weder freundlich, noch besonders anspruchsvoll, jedoch sicher nicht im strafbaren Bereich." Beim Einsatz der Polizei seien nachdem mehrere verletzte Fans, eine Person habe beide Unterarme gebrochen, eine andere sogar einen Lendenwirbel.

Erstmeldung: Die Fans von Eintracht Frankfurt sind für ihre großartigen Choreos bekannt. Doch am Donnerstagabend kommt es anders: Nach einer Auseinandersetzung von "sehr aggressiven Problemfans", wie es bei der Polizei heißt, mit den Beamten wurde die Choreo von Seiten der Fans abgesagt. Vom "Choreo-Gate" ist die Rede.

Was war passiert? In der Nordwestkurve stellte die Polizei gegen 18 Uhr ein Banner mit "mutmaßlich beleidigendem Inhalt" sicher. Daraufhin kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei. Von "körperlichen Übergriffen" ist bei der Polizei die Rede. Frankfurt-Fans kritisierten derweil "überzogenes" Eingreifen der Polizei.

Choreo-Absage in Frankfurt: Beuth-Plakat als Auslöser für Auseinandersetzung

Daraufhin namen die Fans von Eintracht Frankfurt - nach Darstellung der Polizei aus eigenem Antrieb - das gesamte Choreo-Material ab und warfen es in den Innenraum. Das kritische Banner richtete sich gegen den Innenminister Peter Beuth. Hintergrund sind offenkundig dessen Äußerungen zum Reizthema Pyrotechnik.

Ein weiterer Vorfall im Vorfeld des Spiels beschäftigt die Polizei ebenfalls: Eine etwa 15-köpfige Gruppe teilweise vermummter Personen soll am frühen Nachmittag drei Gästefans aus Donezk überfallen und ausgeraubt haben. Das berichtet die dpa. Laut Sprecher handelte es sich bei den Angreifern mutmaßlich um Eintracht-Fans.

Sie sollen einem der drei Gästefans soll so heftig ins Gesicht geschlagen haben, dass der Mann ins Krankenhaus gebracht werden musste. Einem zweiten sei Bargeld geraubt worden. Die Gruppe befindet sich nach Angaben des Sprechers noch auf der Flucht.

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