Sitzungspräsident Andreas Schmitt steht als "Obermessdiener" in der Bütt. FOTO: DPA
+
Sitzungspräsident Andreas Schmitt steht als "Obermessdiener" in der Bütt. FOTO: DPA

Büttenrede gegen Rassismus

  • vonDPA
    schließen

Mainz- Andreas Schmitt als "Obermessdiener am Hohen Dom zu Mainz" ist ein Klassiker in der Bütt bei der Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht". Der Redner nahm sich am Freitagabend mal wieder die Rechten vor und wetterte auch gegen die AfD. Das brachte dem Sitzungspräsidenten der vom ZDF übertragenen TV-Sitzung im Kurfürstlichen Schloss Ovationen ein. In den Folgestunden wurde die Rede zum Internet-Klickhit. Schmitt ist für die SPD im Stadtrat von Nieder-Olm, zehn Kilometer südlich von Mainz.

Zunächst hatte Schmitt gesagt, jede Fußballmannschaft habe ihre Seniorenmannschaft, "die alten Herrn". Auch Parteien haben sowas, führte er aus, "bei der AfD denkt so mancher, dort war’s die SS". "Wie ich denen ihren Bundesreichsparteitag im Fernseh betracht, da hätt Leni Riefenstahl auch noch einen Film draus gemacht."

Gegen Gauland und Co. sagte Schmitt außerdem: "Demokratie beibringen, den Pommeranze, eher lernste ne Wildsau Lambada tanze."

Er habe eine Botschaft, redete sich der Büttenredner in Rage: "Die Demokratie, die werden wir schützen, eure Gesinnung wird euch nix nützen. Unsere Kinder werden nicht mehr für euch erfrieren, auf keinem Schlachtfeld mehr krepieren, und auch nicht kämpfen bis zuletzt, während ihr euch in den Führerbunker setzt. Sie vor euch zu schützen ist erste Bürgerpflicht, Mainz ist weltoffen, ihr nehmt uns die Freiheit nicht. Solltet ihr für jedes Naziopfer eine Schweigeminute gestalte, müsstet ihr 38 Jahr lang eure Schandmäuler halte. Es war millionenfacher Völkermord, ihr braunen Wichte, und kein Vogelschiss der deutschen Geschichte. Die Morde von Hanau, die Schüsse auf die Synagoge in Halle - ob Juden, Christen, Muslime, das war ein Angriff auf alle. Wir leben hier zusammen, die Demokratie wird triumphieren, dieses Land werdet ihr niemals regieren." Für seine Worte gab es in den Stunden danach viel Lob bei Twitter. Jan Böhmermann teilte einen Clip mit der Rede beispielsweise auf seinem Twitter-Account. Natürlich gab es auch andere Meinungen. So regten sich einige auf: "Warum müssen ALLE für diese linken Hetzreden bezahlen?", "Warum brüllt der Dicke so?" oder "Ich hoffe die AfD verklagt ihn...".

Karnevalisten in Hessen kamen an diesem Wochenende nicht überall auf ihre Kosten. Während in Frankfurt und Wiesbaden Karnevalszüge am Sonntag durch die Innenstädte zogen, wurden an mehreren anderen Orten geplante Umzüge angesichts der Wetterwarnungen kurzfristig abgesagt.

In Frankfurt starteten die Motivwagen, Fußgruppen und Musikkapellen um 12.11 Uhr am Westhafen und zogen von dort durch die Innenstadt zum Römer. Das Motto des diesjährigen Zuges lautete: "Das Handwerk hat seit langem schon, in Frankfurts Fastnacht Tradition!".

Vom Winde verweht wurde das karnevalistische Treiben angesichts aktueller Sturmwarnungen allerdings in Fulda. Der Kinderumzug in Fulda, wurde abgesagt. Die Kinder, die nun nicht an ihrem geplanten Umzug teilnehmen könnten, dürften am Montag mitmachen. Die Stadt Oberursel im Taunus hatte am gestrigen Sonntag die Absage des Karnevalsumzugs aufgrund der aktuellen Sturmwarnung mitgeteilt. dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare