Buderus will Kapazität ausbauen

Wetzlar (pm). Der Stahlmarkt boomt - spürbar auch am klassischen Montan-Standort Wetzlar. In erheblichem Umfang will die Buderus Edelstahl GmbH nun in das Edelstahlwerk nahe der Hermannsteiner Straße investieren und dessen Kapazität von 480 000 auf 650 000 Tonnen pro Jahr erweitern, wie das Regierungspräsidium Gießen am Montag berichtete.

Wetzlar (pm). Der Stahlmarkt boomt - spürbar auch am klassischen Montan-Standort Wetzlar. In erheblichem Umfang will die Buderus Edelstahl GmbH nun in das Edelstahlwerk nahe der Hermannsteiner Straße investieren und dessen Kapazität von 480 000 auf 650 000 Tonnen pro Jahr erweitern, wie das Regierungspräsidium Gießen am Montag berichtete.

Gute Nachrichten sind dies für die Zukunft des Standorts Wetzlar und seine Arbeitsplätze, aber mit der Kapazitätserweiterung ist natürlich auch die Frage der Entwicklung der Umweltauswirkungen verbunden. Dies wird letztlich Aufgabe eines immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens sein, das voraussichtlich in der ersten Hälfte des kommenden Jahres beim Regierungspräsidium in Gießen stattfinden wird.

Da Buderus Edelstahl freiwillig eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Vorhaben durchführen will, hatte das Wetzlarer Unternehmen den RP-Umweltfachleuten Anfang des Jahres die so genannten "Scoping-Unterlagen" vorgelegt. Dies, um Abstimmung über die voraussichtlich beizubringenden Unterlagen zur Darstellung der Umweltauswirkungen zu erzielen.

Im Februar folgte eine gemeinsame Besprechung, an der neben den eingebundenen Fachbehörden und Kommunen auch Dritte - darunter auch die Bürgerinitiative "Reine Luft in Wetzlar" - teilnahmen und somit frühzeitig über das Projekt informiert wurden. Dort wurden Anträge, Forderungen, Anregungen und Ergänzungen hinsichtlich des endgültigen Untersuchungsrahmens entgegengenommen.

Diese zahlreichen Vorschläge haben die RP-Umweltfachleute in den vergangenen Monaten bewertet und Ende letzter Woche schließlich dem Unternehmen in einem 16-seitigen Schreiben mitgeteilt, welche Ergänzungen zusätzlich in den Untersuchungsrahmen zu übernehmen sind. Dieses Schreiben wird das RP, um ein möglichst transparentes Verfahren zu erreichen, von diesem Dienstag an im Internet ( unter "öffentliche Bekanntmachungen") publizieren.

Nach dem derzeitigen Stand ist geplant, dass Buderus Ende des Jahres die Genehmigungsunterlagen einreichen wird, so dass das Verfahren in den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 stattfinden kann. Dabei ist auch die Beteiligung der Öffentlichkeit vorgesehen.

Die Behörde geht davon aus, dass im Zuge der Kapazitätsausdehnung auch mit nachfolgenden Verfahren für andere Betriebsteile zu rechnen sein wird. Da im Zuge des Projekts auch ältere Werksanlagen saniert werden sollen, erwarten die Gießener Fachleute, dass sich trotz der gesteigerten Produktionskapazität die Immissionssituation für Mensch und Umwelt insgesamt nicht nachteilig verändern wird.

Regierungspräsident Wilfried Schmied sieht in der Unternehmensentscheidung eine weitere wichtige Perspektive für Wetzlar: "Wenn ein Unternehmen in einem solchen Ausmaß in einen Standort investiert, sieht es dort eine langfristige Perspektive - und damit auch für die zahlreichen damit zusammenhängenden Arbeitsplätze. Dies ist eine gute Nachricht für Wetzlar und für die Region."

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