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»Breiter Blick auf die Themen«

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Wiesbaden (dpa/lhe). Fast täglich präsentiert Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel neue Mitglieder seines Schattenkabinetts. Die Kandidaten sind ein bunter Mix aus erfahrenen Politikprofis, Experten aus der Praxis und Vertretern aus den Kommunen. Ein Gewerkschafter, ein Schulleiter, eine Hochschulprofessorin – nicht jeder kann sofort etwas mit den Namen der Männer und Frauen anfangen, die bei einer Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten nach der Landtagswahl am 28. Oktober die Geschicke Hessens lenken sollen.

Wiesbaden (dpa/lhe). Fast täglich präsentiert Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel neue Mitglieder seines Schattenkabinetts. Die Kandidaten sind ein bunter Mix aus erfahrenen Politikprofis, Experten aus der Praxis und Vertretern aus den Kommunen. Ein Gewerkschafter, ein Schulleiter, eine Hochschulprofessorin – nicht jeder kann sofort etwas mit den Namen der Männer und Frauen anfangen, die bei einer Regierungsbeteiligung der Sozialdemokraten nach der Landtagswahl am 28. Oktober die Geschicke Hessens lenken sollen.

Die Strategie von Schäfer-Gümbel, möglichst viele Experten ins Boot zu holen, die nicht bereits seit Jahren in der politischen Maschinerie verankert sind, zeichnete sich schon frühzeitig ab. Bereits Anfang des Jahres, als von echtem Wahlkampf in Hessen noch keine Spur war, rief der SPD-Spitzenkandidat einen sogenannten Zukunftsrat ins Leben. 22 Mitglieder zählt die Runde, die Vorschläge und Handlungsempfehlungen entwickeln soll. »Wir brauchen einen breiten Blick auf die Themen«, lautete die Parole zum Auftakt der Treffen.

Im Zukunftsrat sitzen etwa die Soziologin Jutta Allmendinger, der langjährige Vorstandschef des Medizintechnikkonzerns B. Braun, Ludwig Georg Braun, Triathlon-Weltmeister Patrick Lange oder DGB-Chef Reiner Hoffmann. Sie alle gehören zwar nicht zum Regierungsteam des 48-Jährigen, stehen aber exemplarisch für den Ansatz und die Kandidatenauswahl, die Schäfer-Gümbel nun präsentiert: Der Regionalleiter der IG BAU, Hans-Joachim Rosenbaum, soll etwa für Bauen, der Wiesbadener Schulleiter Thomas Schwarze für Bildung und die Hochschulprofessorin Tanja Brühl künftig für Wissenschaft zuständig sein.

Auch lang gediente Landtagsabgeordnete bekommen einen Platz, darunter Bildungsexperte Gerhard Merz aus Gießen. Gestern wurde der finanzpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Norbert Schmitt, als möglicher Ressortchef für Wirtschaft und Energie vorgestellt. Schmitt war bereits im Schattenkabinett 2013 vertreten. Auch die Erste Beigeordnete des Main-Kinzig-Kreises, Susanne Simmler, ist in den Planungen Schäfer-Gümbels vertreten.

Bauministerium soll kommen

Gleich viele Männer und Frauen soll sein Team umfassen, hat Schäfer-Gümbel angekündigt. Die Liste wird früher als sonst üblich präsentiert, damit die Kandidaten genügend Zeit haben, Land und Leute kennenzulernen und sich zu präsentieren. Der SPD-Spitzenkandidat will zwar ein neu geschaffenes Bauministerium einführen. In der Summe soll sich die Zahl der Ressorts bei einem Regierungseintritt der SPD aber nicht erhöhen.

Dritter Landtagswahlkampf

Der hessische SPD-Vorsitzende, der seine Partei bereits zum dritten Mal in einen Landtagswahlkampf führt und zum zweiten Mal als Herausforderer von Regierungschef Volker Bouffier (CDU) antritt, will sich inhaltlich und personell deutlich von der bestehenden schwarz-grünen Koalition abheben: Es gehe nicht darum, es ein bisschen besser als das Bündnis von CDU und Grünen zu machen, »es geht um anderes.«

Was Schäfer-Gümbels großer Widersacher, der ebenfalls aus Gießen stammende Volker Bouffier, noch vor hat, wird sich am kommenden Wochenende zeigen. Dann wird Hessens CDU auf einem Parteitag in Offenbach ihr Wahlkampfprogramm beschließen – als letzte der im Landtag vertretenen Parteien.

Nach den jüngsten Umfragen rangiert die SPD bundesweit bei 17 Prozent. Die Union erreicht 30, die Grünen 16 und FDP sowie Linke jeweils acht Prozent der Stimmen. Die AfD kommt auf 16 bis 17 Prozent. (Foto: dpa)

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