Am 31. August 2010 trat Volker Bouffier die Nachfolge von Roland Koch an, der sich aus der Politik zurückgezogen hatte. Es ist unbestritten, dass Bouffier mit großer Mehrheit in seine sechste Amtszeit gewählt werden wird, wenn er sich am 26. September auf dem Parteitag in Willingen erneut zur Wahl stellt. FOTO: DPA
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Am 31. August 2010 trat Volker Bouffier die Nachfolge von Roland Koch an, der sich aus der Politik zurückgezogen hatte. Es ist unbestritten, dass Bouffier mit großer Mehrheit in seine sechste Amtszeit gewählt werden wird, wenn er sich am 26. September auf dem Parteitag in Willingen erneut zur Wahl stellt. FOTO: DPA

Bouffier vor sechster Amtszeit

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Die Hessen-CDU will mit ihrem Parteitag die Corona-Blaupause für den geplanten Bundesparteitag liefern. Während die Wahl zum neuen CDU-Bundeschef in Stuttgart Hochspannung verspricht, wird es bei der Abstimmung zum Landesvorsitz keine Überraschungen geben.

Volker Bouffier behält die Zügel in Hessen fest in der Hand - als Landesvater und in der hessischen CDU. Seit mehr als zehn Jahren regiert der 68-Jährige mittlerweile als Ministerpräsident und steht gleichzeitig an der Spitze der Christdemokraten als unangefochtener Chef. Auch wenn die Nachfolgedebatte immer mal wieder hochkocht - zuletzt nach dem Tod von Finanzminister Thomas Schäfer (CDU): Bouffier sitzt fest im Sattel und kann allem Anschein nach frei entscheiden, wann er das Staffelholz an seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin übergibt.

"Mit ruhiger Hand" - ist eine der Wendungen, mit denen Bouffier seinen Politikstil gerne beschreibt. Er hat diesen unaufgeregten, bedächtigen Stil in der Corona-Pandemie beibehalten und Hessen bislang im Großen und Ganzen gut durch die Krise geführt. Die Opposition spart zwar an verschiedenen Punkten nicht mit Kritik, etwa an der Schulpolitik oder an der Strategie des Landes, wie die Kosten der Krise gestemmt werden sollten. Der politische Grundkurs der schwarz-grünen Landesregierung wird dagegen kaum moniert.

Es ist unbestritten, dass Bouffier mit großer Mehrheit in seine sechste Amtszeit gewählt werden wird, wenn er sich am 26. September auf dem Parteitag in Willingen erneut zur Wahl stellt. Es war ebenfalls in der Stadt im Upland, als der Gießener Jurist im Juni 2010 zum Nachfolger von Roland Koch an die Spitze der Hessen-CDU gewählt wurde und ihm wenige Wochen später im Amt des Ministerpräsidenten folgte. Auch das Amt des stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden übernahm er erstmals in diesem Jahr.

Auf dem Parteitag 2010 hatte Bouffier 96 Prozent der Stimmen bekommen, bei seiner letzten Wiederwahl 2018 auf einem Parteitag in Wiesbaden waren es 98,5 Prozent der Stimmen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Vater von drei erwachsenen Kindern nach seiner überstandenen Krebserkrankung von den Delegierten in Willingen ein nochmals besseres Ergebnis bekommen würde.

Testfall für den Bundesparteitag

Dass der Parteitag in Nordhessen trotz der voraussichtlich klaren Abstimmungsergebnisse dennoch mit Spannung erwartet wird, liegt an den schwierigen Rahmenbedingungen wegen der Corona-Pandemie. Die hessischen Christdemokraten verabschieden sich aus Sicherheitsgründen und als Schutz vor möglichen Ansteckungen vom traditionellen Hessen-Abend vor dem Parteitag. Außerdem werden die Tagesordnung deutlich zusammengestrichen und der Zeitplan gestrafft.

Nicht nur der Schutz der 352 Delegierten, die in Willingen erwartet werden, treibt die Verantwortlichen im CDU-Landesverband bei ihren Vorbereitungen um. Der im Dezember geplante CDU-Bundesparteitag in Stuttgart wirft seine Schatten voraus. Die Hessen wollen zeigen, dass auch in schwierigen Zeiten ein Treffen mit vielen Menschen unter den nötigen Abstandsregeln möglich ist.

Die hessische CDU wird als erster Landesverband einer Partei überhaupt nach dem Shut-Down eine Delegiertenversammlung als analoges Treffen abhalten. Ähnliche Bilder wie die von einer dicht gedrängten Aufzugfahrt von CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bouffier während der Corona-Pandemie sollen bei unbedingt vermieden werden. dpa

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