Bombenfund bei Poppe: Entschärfung am Sonntag - 300-Meter-Zone wird geräumt

Gießen (mö/pm). Die offizielle Bestätigung durch Stadt und Polizei ist da: Die Reste der Fliegerbombe auf dem Poppe-Gelände werden am Sonntag entschärft. Aus Sicherheitsgründen muss während dieser Arbeit ein Umkreis von etwa 300 Metern um die Bombe abgesperrt und teilweise evakuiert werden. Die in der Nähe befindlichen Kliniken sind davon nicht betroffen.

Wie die Behörden nach Bekanntgabe des Bombenfunds auf dem Poppe-Gelände informierten, findet die Evakuierung der an die Fundstelle angrenzenden etwa 30 Gebäude am Sonntagmorgen ab 9 Uhr statt. Um 11 Uhr muss diese "rote" 300-Meter-Zone, die Teile des Leihgesterner Weges, des Aulweges und der Wilhelmstraße umfasst, komplett geräumt sein. Durch Feuerwehr und Polizei wird kontrolliert, ob alle Anwohner diese Zone verlassen haben. Seit gestern sollten rund um den Fundort Handzettel verteilt werden. Am Samstag gehen zudem Mitarbeiter der Behörden von Haus zu Haus, um die Anwohner persönlich anzusprechen. Auch mit Lautsprecherdurchsagen wird informiert. Weiterhin werden Bewohner einer "grünen Zone" außerhalb des Evakuierungsbereichs angewiesen, sich am Sonntag ab 12 Uhr nicht im Freien aufzuhalten. Türen und Fenster sollten geschlossen bleiben.

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Die Evakuierung

Für alle Bewohner, die in der Zeit der Entschärfung nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommen können, steht ab 9 Uhr der Festsaal der Petrusgemeinde im Wartweg zur Verfügung. Dort wird durch die Rettungsdienste eine Betreuung und Versorgung erfolgen. Anwohner des Gefahrenbereichs sollten ihre Fahrzeuge von diesen Straßen entfernen. Ab 9 Uhr können sie auf dem Hof der Ludwig-Uhland-Schule im Aulweg 120 für die Dauer der Maßnahme abgestellt werden.

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Der Verkehr

Straßen und Wege im Südviertel werden während der Entschärfungsarbeiten gesperrt. Der Fahrzeugverkehr wird ab 9 Uhr aus der "grünen Zone", die danach gesperrt bleibt, herausgenommen. Auf diesen Straßen darf sich im Entschärfungszeitraum niemand aufhalten. Über die anstehenden Verkehrssperrungen und Umleitungsempfehlungen wird ab Samstag auch über den Rundfunk informiert.

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Der ÖPNV

Der öffentliche Personennahverkehr wird um Sonntag ab 11 Uhr umgeleitet – dies betrifft die Stadtbuslinie 3 sowie die Regionallinie 37879. Durch den vorübergehenden Wegfall der Haltestellen im Leihgesterner Weg wird die Linie 3 eine Umleitung über die Röntgenstraße, Friedrichstraße und Schubertstraße zum Aulweg nehmen.

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Die Entschärfung

Bei dem Sprengkörper handelt sich um eine ehemals 250 Kilogramm schwere Bombe, die seinerzeit nach dem Abwurf bereits teilweise detonierte. Allerdings befinden sich in dem sogenannten "Zerscheller" noch Sprengstoff sowie ein Zünder. Zum Entfernen des Zünders setzen die Kampfmittelräumer auch ein spezielles ferngelenktes Schneidgerät ein, um dann den Sprengkörper anschließend abtransportieren zu können. Damit wird voraussichtlich gegen 12 Uhr am Sonntag begonnen.

Wie lange die Entschärfung dauert, kann im Moment noch nicht gesagt werden. Das Ende der Sperrungen wird durch Lautsprecherdurchsagen und über den Rundfunk bekannt gegeben.

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Die Behörden geben folgende Hinweise:

  1. Anwohner sollten mit ihren Nachbarn sprechen und erfragen, ob diese über die Evakuierung Bescheid wissen. Nicht alle verfolgen die Medien.
  2. Wer als Bewohner der "roten Zone" hilfs- oder pflegebedürftig ist, kann sich am Samstag bei den Einsatzkräften vor Ort oder an das unten genannte Bürgertelefon wenden, damit geholfen werden kann.
  3. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, das Südviertel ab Sonntagmorgen weiträumig zu umfahren und die entsprechenden Rundfunkmeldungen zu beachten.
  4. Die Polizei richtet ein Bürgertelefon ein. Es ist am Samstag zwischen 12 und 20 Uhr sowie am Sonntagmorgen ab 8 Uhr unter 06 41/70 06-55 55 erreichbar. Informationen gibt’s auch auf den Internetseiten der Stadt und des Polizeipräsidiums Mittelhessen unter oder .

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