+
Eine große Wasserfontäne steigt auf, als eine im Main liegende US-amerikanische 250-Kilogramm-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit einer Sprengung umschädlich gemacht wird. (Foto: dpa)

Frankfurt

Bombe in Frankfurt: Explosion mit massiven Auswirkungen auf Fische

Die Sprengung der Frankfurter Weltkriegsbombe im Main hatte offenbar heftige Auswirkungen auf die Fische in der Umgebung. Trotz eines Tricks der Verantwortlichen.

Sie waren unhörbar: Die beiden Vergrämungsexplosionen im Main kurz vor der Sprengung der 250-Kilo-Weltkriegsbombe im Fluss. "Wir waren etwa 300 Meter entfernt, ich habe auch nichts davon gehört", sagt Dieter Ohl, Sprecher beim Regierungspräsidium Darmstadt, das für die Kampfmittelräumung zuständig ist.

In den sozialen Medien war schon am Sonntag an diesen angekündigten Warn-Explosionen gezweifelt worden. Ohl versichert gegenüber der FNP aber: Es habe zwei kleine Explosionen gegeben. Das Ziel der Aktion: Die Fische vor der Sprengung der gefundenen Weltkriegsbombe im Main vertreiben. 

Bombe im Main: Druckwelle unter Wasser töte viele Fische

Doch die Explosion des Blindgängers am Sonntag war heftig. Ohl zufolge muss noch fast der gesamte Sprengstoff in der Bombe gewesen sein. Ursprünglich sollte lediglich der Zünder des Blindgängers abgesprengt werden. Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten die Fachleute aber einkalkuliert, dass womöglich auch die gesamte Bombe explodieren könnte. So kam es dann auch: "Wie ein Taucher nach der Explosion feststellte, wurde die Bombe im Wasser durch die Explosion total zerstört", teilte das Regierungspräsidium Darmstadt mit. Entsprechend heftig war die Druckwelle, die sich unter Wasser fortpflanzte und viele Fische tötete. Wie viele, ist unklar.

Daniel Göz, der Vorsitzende der Frankfurter Fischer- und Schifferzunft war mit einem Vereinskameraden da. Er berichtet: "Wir sind nach der Explosion auf eine Brücke gegangen und haben die Wasseroberfläche beobachtet. Nach 15 bis 20 Minuten haben wir die ersten toten Fische treiben sehen."

Bombe im Main: "Lockerer Teppich aus toten Fischen"

Letztlich kescherten Göz und seine Kollegen rund 150 tote Fische aus dem Main. „Es war ein lockerer Teppich aus toten Fischen. Ich würde sagen, keine große Katastrophe, aber ein beachtlicher Schaden.“ Die 150 Fische, die sie in ihren Nachen beförderten, waren, wie Göz betont, nur ein kleiner Teil der getöteten Fische.

Durch die Sprengung unter Wasser hatte ein deutlich kleinerer Bereich evakuiert werden müssen, als es bei einer Entschärfung am Ufer nötig gewesen wäre. Der Grund: "Die Wasserdecke schützt vor Splitterflug", wie es bei den Experten hieß. Auch so waren am Sonntag rund 600 Menschen von 8 Uhr an aufgefordert worden, aus Sicherheitsgründen ihre Wohnungen zu verlassen. Betroffen waren Teile der Altstadt mit dem Frankfurter Dom, aber auch das gegenüberliegende Mainufer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare