Bistum Limburg will Prävention angehen

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Limburg- Das Bistum Limburg will in einem Projekt erstellte Vorschläge zur Prävention und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch möglichst rasch umsetzen und dabei auch einen Perspektivwechsel einläuten. "Es braucht Kulturveränderung", sagte Bischof Georg Bätzing am Mittwoch zu dem Vorhaben. Das Bistum nehme die Handlungsempfehlungen der Projektteilnehmer an und werde den Implementierungsplan für vorgeschlagene Maßnahmen in Auftrag geben, kündigte Bätzing an, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz ist.

Mehrere Monate lang hatten 70 Wissenschaftler, Kirchenvertreter und Betroffene neun Themenbereiche bearbeitet und schließlich rund 60 Maßnahmen vorgeschlagen, wie künftig Übergriffe verhindert werden sollen. Zudem untersuchten Experten 46 aktenkundige Missbrauchsfälle von 1946 bis heute - sie gehen aber davon aus, dass nicht alle Fälle in dem in Hessen und Rheinland-Pfalz liegenden Bistum bekannt geworden sind.

Eines der Ergebnisse des Projektes mit dem Titel "Betroffene hören - Missbrauch verhindern" ist der Diözese zufolge, dass die bisherige Kommunikation umgekehrt werden soll: "Nicht die Betroffenen sind Bittsteller und Bittstellerinnen, sondern das Bistum muss lernen, zuzuhören." Die Projektteilnehmer halten einen radikalen Perspektivwechsel für nötig: "Vorrang hat die Sicht des Betroffenen, dieser muss im Fokus und immer an erster Stelle stehen."

Zu den Empfehlungen gehört etwa ein Beschwerdemanagement, eine Fachstelle für sexualisierte Gewalt und eine externe Ombudsstelle für Betroffene, gerade auch für Kinder. Weitere Vorschläge nehmen die Sexualmoral der Kirche in den Blick, eine stärkere Rolle der Laien oder klare Aufsichtsstrukturen.

Als Reaktion auf den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hatten Bischof Bätzing und Ingeborg Schillai, die Präsidentin der Limburger Diözesanversammlung, das Projekt im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Die Reaktion zu dem Papier reichten vom lobenden "Meilenstein" bis zur Kritik, dass sich am Umgang mit den Betroffenen seit Bekanntwerden des Skandals wenig geändert habe. dpa

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