Betrug mit Aids-Medikamenten

Wetzlar (dpa). Weil er mit Rezepten für teure Aids-Medikamente Krankenkassen um knapp 275 000 Euro geprellt haben soll, muss sich ein Apotheker aus Wetzlar im Februar vor Gericht verantworten.

Wetzlar (dpa). Weil er mit Rezepten für teure Aids-Medikamente Krankenkassen um knapp 275 000 Euro geprellt haben soll, muss sich ein Apotheker aus Wetzlar im Februar vor Gericht verantworten. Dem 61-Jährigen werde gewerbsmäßiger und damit besonders schwerer Betrug in 222 Fällen zur Last gelegt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Montag in Wetzlar.

Der Mann soll von April 2005 bis August 2007 sechs HIV-Infizierten aus dem Raum Frankfurt gegen Barzahlung ihre Rezepte für ein Drittel des Werts abgekauft haben. Ein Rezept für die teuren Medikamente habe einen Wert von bis zu 3000 Euro gehabt. Mit den drei Krankenkassen soll der Apotheker aber den vollen Satz abgerechnet haben, ohne die Arzneien je zu liefern. Dem Mann droht eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren.

Der Prozess am Amtsgericht Wetzlar soll am 10. Februar beginnen. Zunächst sind zwei Verhandlungstermine angesetzt. Die sechs HIV-Infizierten würden gesondert verfolgt, sagte der Sprecher. Gegen die verschreibenden Ärzte bestehe kein Verdacht. Sie hätten ihren Patienten ordnungsgemäße Rezepte ausgestellt.

Der Kontakt zwischen dem Apotheker und den HIV-Infizierten soll über Strohmänner hergestellt worden sein, die meist auch die Übergabe erledigten, sagte der Anklagevertreter. Manchmal seien die HIV- Infizierten aber auch selbst nach Wetzlar gekommen. Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen gegen den Apotheker, nachdem sich einer der HIV-Infizierten der Polizei offenbart hatte.

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