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Bätzing

Betroffene sollen Akteure werden

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Limburg - Kurz nach dem Aufruf des Bistums Limburg zur Einrichtung eines Beirats, der den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche aufarbeiten soll, haben sich bereits drei Betroffene zur Teilnahme gemeldet. Bischof Georg Bätzing sagte, umfassende Aufarbeitung, Transparenz, Prävention und eine grundlegende Veränderung der Kultur innerhalb der Kirche seien der einzige Weg, das verloren gegangene Vertrauen zurückzugewinnen.

Um dies zu erreichen, sei die Perspektive der vom sexuellen Missbrauch Betroffenen unverzichtbar, betonte Bätzing in einer Videokonferenz am Donnerstag. Der Missbrauch bestimme das Bild der Kirche in der Öffentlichkeit. Es sei nötig, die Kultur so zu verändern, dass dieser nicht mehr stattfinden könne. »Und wenn er stattfindet, dann muss er aufgedeckt und aufgeklärt werden«, versprach der Bischof.

Grundlage dafür ist eine im Juli 2020 vorgestellte 421 Seiten starke Dokumentation über Missbrauchsfälle im Bistum Limburg, die 70 Experten von innerhalb und außerhalb der Kirche erstellt haben. Einer dieser Experten ist Caspar Söling, der nun als Missbrauchsbeauftragter des Bistums dafür zuständig ist, dass die in der Dokumentation genannten 64 Maßnahmen umgesetzt werden.

Söling stellte am Donnerstag die konkrete Vorgehensweise vor. Dazu gehört, dass bestimmte Maßnahmen jeweils verantwortlichen Personen zugeordnet sind und die Umsetzung transparent nachverfolgt werden kann.

Der Betroffenenbeirat wird von den Bistümern Limburg, Mainz und Fulda gemeinsam eingesetzt. »Die Betroffenen sollen selbst zu Akteuren werden«, sagte Bischof Bätzing. Diese seien »erstaunlicherweise bereit, sich weiterhin in der Kirche zu engagieren«. Es sei ihm klar, dass es für Betroffene eine Zumutung sein könne, sie um Unterstützung zu bitten. Peter Hanack

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