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Der Apfel steht im Mittelpunkt des Wetzlarer Apfelmarktes. (Foto: ür)

10 000 Besucher beim Apfelmarkt

Wetzlar (ür). Erneut haben über 10 000 Besucher aus ganz Mittelhessen am Sonntag den Apfelmarkt in der Wetzlarer Friedenstraße besucht. Die 34. Auflage des herbstlichen Festes konnte mit Sonnenschein und Temperaturen um die 20 Grad sowie 100 Ständen punkten. Das ideale Ausflugswetter erfreute Gäste und Aussteller.

Zur Eröffnung sagte Thomas Zebunke, Vorstandsmitglied des Naturschutzzentrums Hessen (NZH), hinter der Arbeit der Naturschutz-Akademie stünden Organisationen mit 520 000 Mitgliedern. Naturschutz sei eine Aufgabe, die vor allem durch Ehrenamtliche getragen werde. Ohne dieses Engagement würde es in diesem Bereich in Hessen nicht so gut aussehen.

Der Markt stand unter dem Motto "Der Apfel – eine magische Frucht". Europaweit gebe es rund 3000 Apfelsorten, von denen etwa 1000 in Hessen angebaut werden, sagte Zebunke. Er kritisierte, dass nur etwa sechs Sorten den Markt beherrschen, die etwa 80 Prozent des Verbrauches ausmachten. Diese seien sehr krankheitsanfällig. Deshalb plädierte der Fachmann dafür, die heimischen Apfelsorten zu pflegen und zu verarbeiten. Damit werde auch der heimische Obstbau und die regionale Vermarktung gestärkt.

Das Vorstandsmitglied des NZH informierte darüber, dass in den letzten 30 Jahren 70 Prozent der Streuobstwiesen verloren gegangen seien. Von den noch bestehenden Wiesen seien 70 Prozent gefährdet, weil es keine Personen gebe, die diese pflegen. Der Naturschutz brauche in diesem Bereich eine Generationenanpassung. Im kommenden Jahr werden die süddeutschen Streuobsttage ausgerichtet, an denen sich Hessen beteiligt. Wetzlars Stadtrat Norbert Kortlüke (Grüne) berichtete, dass Stadt, Kreis und NZH sich verstärkt um den Erhalt der Streuobstwiesen kümmern wollen. Zudem habe die Stadt eine Kooperation mit dem Naturschutzzentrum geschlossen, um einen Naturlehrpfad in der Wetzlarer Helgebachstraße zu eröffnen. Ferner werden im Zentrum Natur- und Landschaftsführer ausgebildet. Außerdem arbeite man bei dem Thema "Essbare Stadt" zur Stärkung des Anbaus in heimischen Gärten zusammen. Unter den Gästen konnte Zebunke auch den Ersten Kreisbeigeordneten Heinz Schreiber (Grüne) und den CDU-Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Irmer begrüßen.

Auf dem Apfelmarkt hat die Kelterei Heil wieder frisch gepressten Apfelsaft hergestellt und verkauft. Unter den Händlern waren auch zahlreiche Schulen und Serviceclubs, die ihre selbstgemachten Produkte zugunsten von sozialen Einrichtungen anboten. Am Eingang des Naturschutzzentrums fanden die Kürbisse vom Johanneshof in Lich-Langsdorf großes Interesse.

Die Pfadfinder des Stamms Barbarossa Wetzlar hatten ein offenes Feuer entfacht, wo die Besucher Marshmallows erhitzen und verspeisen konnten. Überhaupt gab es viele Stände mit kulinarischen Angeboten. So konnten die Gäste Marmeladen der Sorten Ingwer/Wein, Himbeer/Rosen, Rotwein/Amaretto oder Erdbeer/Balsamiko kosten. Honig, Brot, Seifen, Holzprodukte und auch weihnachtliche Dekorationen suchten und fanden ihre Käufer.

Natürlich gab es viele Stände mit Äpfeln verschiedenster Sorten, dazu Trauben, Melonen und viele weitere Gartenprodukte. Wer seine Äpfel mitbrachte, konnte die Sorten bestimmen lassen. Hier mussten die Besucher angesichts der Andrangs Wartezeiten in Kauf nehmen.

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