Dicht an dicht, trotz Abstandsregelungen: Bei der „Hygiene-Demo“ in Berlin protetierten wieder viele hundert Menschen gegen die Corona-Einschränkungen.
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Dicht an dicht, trotz Abstandsregelungen: Bei der „Hygiene-Demo“ in Berlin protestierten wieder viele hundert Menschen gegen die Corona-Einschränkungen.

„Hygiene-Demo“ in Berlin

Rechtsextreme, Reichsbürger und Antisemiten protestieren gegen die Corona-„Lüge“

Auf dem Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin protestieren wieder viele hundert Menschen gegen Corona-Einschränkungen. Dabei war die fünfte „Hygiene-Demo“ gar nicht genehmigt worden.

  • In Berlin demonstrieren hunderte gegen die Einschränkungen während der Corona-Krise*
  • Es ist bereits die fünfte „Hygiene-Demo“ auf dem Rosa-Luxemburg-Platz
  • Die nicht genehmigte Veranstaltung zieht erneut Rechte und Verschwörungstheoretiker an

Berlin - Dass die Veranstaltung verboten ist, war ihnen egal. Genauso wie die Corona-Vorsichtsmaßnahmen. Am Samstag (25.04.2020) haben sich in Berlin erneut viele hundert Menschen zur sogenannten „Hygiene-Demo“ auf dem und rund um den Rosa-Luxemburg-Platz versammelt. Wie mehrere Berliner Medien berichten, zog die Veranstaltung auch wieder zahlreiche Rechtsradikale, Verschwörungstheoretiker, Reichsbürger, Impfgegner und Antisemiten an.

Die Berliner Polizei war nach eigenen Angaben mit einem Großaufgebot von 300 Beamten im Einsatz, da die Demonstration wegen der Corona-Schutzverordnung nicht genehmigt worden war. Das hielt rund 300 Personen aber nicht davon ab, sich vor der Berliner Volksbühne zu versammeln. Immerhin: Laut Polizei achteten die meisten diesmal auf den erforderlichen Mindestabstand. 

Rechte und Verschwörungstheoretiker bei „Hygiene-Demo“ in Berlin

Die Polizei räumte den Rosa-Luxemburg-Platz nicht, sperrte aber im Lauf des Nachmittags die Zugangswege ab, um eine Überfüllung zu vermeiden. Allerdings: Dadurch sammelten sich in den angrenzenden Straßen zum Teil mehrere hundert Personen, und zwar „dicht an dicht“, wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet. Der „Tagesspiegel“ sprach von insgesamt über 1000 Demonstranten.

Und so musste die Polizei immer wieder einschreiten. Die Bilanz der fünften „Hygiene-Demo“: Bei 105 Personen wurden die Ausweise kontrolliert und Ordnungswidrigkeiten- oder Strafverfahren eingeleitet. Dabei sei es um Verstöße gegen die Corona-Verordnung, aber auch um die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Angriffe und Körperverletzung, wie die Polizei in Berlin mitteilte. Drei Demonstranten wurden in Gewahrsam genommen und erkennungsdienstlich behandelt. Fünf Polizisten wurden leicht verletzt.

„Hygiene-Demo“ gegen Corona-Maßnahmen in Berlin: Drei Festnahmen, fünf verletzte Polizisten

Das Berliner „Bündnis gegen Rechts“ hatte bereits am Donnerstag (23.04.2020) vor einer Teilnahme an der „Hygiene-Demo“ gewarnt. Unter den Teilnehmern der „Demonstration für Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit“ befänden sich viele Verschwörungstheoretiker, Akteure der Neuen Rechten und verurteilte Holocaust-Leugner.

Die „Berliner Morgenpost“ berichtete am Sonntag (26.04.2020) beispielhaft von einem Demonstranten in neongelber Warnweste, der über die „Rockefellers und Rothschilds, die sich das mit Corona ausgedacht haben“ schimpfte. Es gebe ja seit hundert Jahren den Plan, Deutschland zu vernichten, habe er fabuliert. „Das ist Fakt.“ Ein anderer Demonstrant habe gegen die „gleichgeschalteten Mainstream-Medien“ und den „Merkel-Migrationspakt“ gewettert. Das deutsche Volk solle „ausgerottet“ werden, Corona sei „eine Lüge“.

msc/epd

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