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Ein Bild der Zerstörung: Die Reste der Piper Saratoga auf dem Acker bei Melbach. Bei dem Flugzeugunglück im Dezember 2012 sind acht Menschen gestorben. (Archivfoto)

Nach sechs Jahren

Bericht zum Flugzeugunglück mit acht Toten liegt vor

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Mehr als sechs Jahre nach der Kollision von zwei Kleinflugzeugen über Melbach kommen Ermittler zu dem Schluss, dass der tödliche Zusammenstoß kaum zu vermeiden gewesen wäre.

Das Unglück sei darauf zurückzuführen, dass die Piloten den Kollisionskurs nicht oder nicht rechtzeitig wahrgenommen hätten, heißt es in dem nun veröffentlichten Abschlussbericht der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU).

Im Dezember 2012 waren die zwei Maschinen bei Wölfersheim in der Luft zusammengeprallt und abgestürzt. Dabei waren eine fünfköpfige Familie aus Offenbach und ein Paar mit einem Kind aus Frankfurt getötet worden. Die Wrackteile lagen über mehrere hundert Meter verteilt auf einem Acker an der B 455 bei Melbach.

Zu dem Unglück habe unter anderem beigetragen, dass ein Pilot durch die tief stehende Sonne geblendet worden sei. Die Flugzeuge seien zudem nebeneinander hergeflogen und hätten sich in einem bestimmten Winkel angenähert. Das wirke dann für die Piloten so, als bewegten sich die Flugzeuge gar nicht, erläuterte ein BFU-Sprecher. Das mache die Maschinen schwerer erkennbar. Beide Flieger hatten keine Kollisionswarngeräte an Bord, was aber auch nicht vorgeschrieben ist. Ob solche Geräte den Unfall verhindert hätten, sei Spekulation.

Fliegerarzt verurteilt

Dem Bericht zufolge litt ein Pilot an Diabetes mellitus 1. Zwar hätte er deswegen nicht als flugtauglich eingestuft werden dürfen, heißt es. Zum Unfallzeitpunkt habe er aber mit "hoher Wahrscheinlichkeit" keine relevanten gesundheitlichen Einschränkungen gehabt. Die Gießener Staatsanwaltschaft hatte 2013 in dieser Sache ermittelt und unter anderen eine norddeutsche Arztpraxis und die Wohnung des Fliegerarztes nach einer Flugtauglichkeitsbescheinigung durchsucht. Die Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung waren eingestellt worden; die Staatsanwaltschaft verklagte den Mann dennoch. Ihm wurde das Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse vorgeworfen.

Der heute 77 Jahre alte Arzt wurde wegen des Ausstellens unrichtiger Gesundheitszeugnisse in 24 Fällen zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Er habe bewusst Piloten flugtauglich geschrieben hatte, obwohl sie das nicht waren, so das Gericht. Eine Revision war Ende 2018 als unbegründet verworfen worden.

Die lange Untersuchungszeit erklärte der BFU-Sprecher mit der Abstimmung mehrerer Behörden und den aufwendigen Ermittlungen. Dazu gehörte auch eine Simulation der Sichtverhältnisse, die die Technische Universität Darmstadt angefertigt hatte.

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