Die gespendete Milch wird abgefüllt und anschließend eingefroren. FOTO: DPA
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Die gespendete Milch wird abgefüllt und anschließend eingefroren. FOTO: DPA

Bereits 36 Babys versorgt

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Frankfurt- Gut ein Jahr nach Eröffnung der ersten Frauenmilchbank Hessens haben die Betreiber eine positive Bilanz gezogen. "Unserer Ansicht nach ist es ein voller Erfolg", sagte der Leiter der Neonatologie an der Frankfurter Uni-Klinik, Rolf Schlößer. 36 Neugeborene wurden demnach bereits mit Spendermilch versorgt. Im Frühsommer 2019 hatte in Frankfurt die erste Muttermilchbank Hessens ihre Arbeit aufgenommen.

Das Projekt ist eine Kooperation zwischen dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und dem Universitätsklinikum Frankfurt. Die Milchspenden kommen frühgeborenen Kindern zugute.

Wie funktioniert die Muttermilchbank? Ärzte auf der Frühgeborenenstation der Frankfurter Uni-Klinik sprechen potenzielle Spenderinnen an. Die Teilnehmerinnen werden registriert, ein Bluttest überprüft ihre Gesundheit. Die Frauen bekommen voretikettierte Fläschchen für ihre überschüssige Milch. Diese werden dann befüllt und eingefroren. Nach Angaben von Schlößer wurden innerhalb eines Jahres rund 206 Liter Milch gespendet. Davon seien bereits mehr als 95 Liter ausgegeben worden.

Deutschlandweit sind aktuell knapp 30 Muttermilchbanken bekannt - Hessen gehörte zu den Nachzüglern. Europaweit einmalig hingegen war zum Start die Zusammenarbeit von Uni-Klinik und Blutspendedienst. Die Milch wird gesammelt, getestet und aufbereitet wie eine Blutspende, bei ebenso hohen Sicherheitsstandards.

Aktuell ist Frankfurt weiterhin der einzige Standort im Bundesland. "Wir sind aber in Kontakt mit zwei anderen Kliniken in Hessen, die überlegen, mitzumachen", sagte Schlößer.

Industriell hergestellte Milch ist für Frühgeborene nach Angaben von Medizinern nicht die beste Lösung. Muttermilch helfe, dass sie sich besser entwickeln, sie beuge Krankheiten vor und sei besser verträglich. Mit den Spenden soll die Zeit überbrückt werden, bis die Mütter selbst stillen können. Die Spenderinnen erhalten kein Geld. dpa

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