Beratungsstelle für Krebskranke eröffnet

Marburg (pm). Die Hessische Krebsgesellschaft hat am Freitag ihr Netz an psychosozialen Krebsberatungsstellen um eine neue Anlaufstelle für Krebspatienten und deren Angehörige erweitert.

Durch die großzügigen Zuwendungen der von Prof. Dr. Reinfried Pohl in Gedenken an seine verstorbene Ehefrau gegründeten Anneliese Pohl-Stiftung wurde die nach Frau Pohl benannte Psychosoziale Krebsberatungsstelle Marburg eröffnet. Fördermittel werden zudem von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen ihres Förderschwerpunktprogramms "Psychosoziale Krebsberatungsstellen" gewährt. Auch die Stadt unterstützt Neuaufbau und Betrieb der Beratungsstelle. Von Februar an sorgen Psychologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen für optimale Betreuung. Das kostenfreie Beratungsangebot wird dabei an den individuellen Bedarf der Ratsuchenden angepasst.

Mit der Krebserkrankung eines Familienmitglieds gehen meist Veränderungen der Lebenssituation sowohl des Erkrankten als auch der Angehörigen einher. Oft kommt es zu einer außerordentlichen Belastung aller Beteiligten. Daher richtet sich die Anneliese Pohl-Psychosoziale Krebsberatungsstelle auch an Familienmitglieder und alle anderen Angehörigen der Betroffenen. In der Beratung wird nach Entlastungsmöglichkeiten gesucht und Unterstützung bei der Lösung konkreter Lebensprobleme angeboten. Wie bei allen von der Hessischen Krebsgesellschaft errichteten Beratungsstellen ist auch bei der neuen Einrichtung in Marburg die individuelle und auf die Lebensumstände der Ratsuchenden angepasste Beratung ausschlaggebend.

Ob persönliche, finanzielle oder familiäre Belange - die Beratung erstreckt sich in jeder Phase der Erkrankung über ein breites Themenspektrum. Speziell ausgebildetes und geschultes Fachpersonal mit einem breiten Wissen und Erfahrungsschatz in der Onkologie und Psychoonkologie stehen den Betroffenen auf ihrem schwierigen Weg der Krankheit zur Seite.

Die Anneliese Pohl-Stiftung wurde Ende 2009 von Prof. Dr. Reinfried Pohl gegründet. Als die größte im Jahr 2009 in Mittelhessen errichtete Stiftung verfügt sie über ein Stiftungsvermögen in Höhe von einer Million Euro. Hinzu kommt ein weitere Million Euro an zweckgebundenen Zuwendungen für die neue Beratungsstelle, die in zehn Jahresraten ausgezahlt werden. Die Anneliese Pohl-Stiftung setzt sich für die Krebsforschung und die Unterstützung und Begleitung von an Krebs erkrankten Personen ein. Um dies bestmöglich zu erfüllen, wurde die Krebsberatungsstelle (Heinrich-Heine-Straße 44) gegründet.

Anneliese Pohl, die im Juli 2008 verstorben ist, war die Ehefrau des Unternehmensgründers und Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Vermögensberatung AG, Prof. Pohl, der auch Ehrenbürger von Marburg und Ehrensenator der dortigen Philipps-Universität ist. Er möchte mit dieser Stiftung ein besonderes Zeichen setzen: "Der Geburtsort meiner Frau ist Marburg. In dieser Stadt haben wir über 50 Jahre gemeinsam glücklich gelebt. Mit ihrer tatkräftigen Unterstützung habe ich eines der erfolgreichsten deutschen Familienunternehmen aufgebaut. Für uns galt immer der Leitspruch: ‘Menschen brauchen Menschen’. Es ist in ihrem Sinne, dass mit der Anneliese Pohl-Stiftung nun in Marburg Patienten unterstützt und begleitet werden, die aufgrund ihrer Krebserkrankung dringend der Hilfe durch andere Menschen bedürfen." Die Einrichtung der neuen Krebsberatungsstelle wird von der zentralen Krebsberatungsstelle der Hessischen Krebsgesellschaft in Frankfurt am Main betreut Zu den Tätigkeitsschwerpunkten dieser Gesellschaft gehören Prävention, Früherkennung, Krebsnachsorge, Verbesserung der Heilungschancen, die Vernetzung aller Organisationen, die Krebskranke und deren Angehörige unterstützen, und insbesondere auch die psychosoziale Krebsberatung.

Ihrer Satzung gemäß verfolgt die Krebsgesellschaft den Aufbau eines flächendeckenden Netzes von psychosozialen Krebsberatungsstellen. Mit der Eröffnung der Anneliese Pohl-Psychosozialen Krebsberatungsstelle Marburg, die später auch Gießen mitversorgen wird, sowie dem Neuaufbau psychosozialer Krebsberatungsstellen in Wiesbaden im April und Fulda in der zweiten Hälfte des Jahres 2010 kommt sie diesem Ziel ein gutes Stück näher. (Foto: pm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare