Belegschaft von Solarunternehmen demonstrierte

Kirchhain/Cölbe (bf). Die Belegschaft des Solarunternehmens Wagner & Co. mit Sitz in Cölbe und Kirchhain hat – wie tausende Beschäftigte der Solarbranche in anderen Orten – gegen die von Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) ausgehandelten drastischen Kürzungspläne demonstriert.

Auf Plakaten und Bannern brachten die Mitarbeiter von Wagner in Kirchhain ihren Protest zum Ausdruck und forderteten den Bundeswirtschaftsminister auf, die Kürzungspläne fallen zu lassen.

Christof Biba, Mitglied der Geschäftsleitung, warnte: "Die Energiewende kann nur Wirklichkeit werden, wenn die Politik das Erneuerbare Energien Gesetz nicht radikal verändert. Seit 2008 hat sich die Vergütung für Solarstrom bereits halbiert, der Anteil am Strommix beträgt vier Prozent. Die völlig überzogenen Kürzungspläne bedrohen die gesamte Solarbranche in Deutschland und damit über 100 000 Arbeitsplätze."

Biba hob hervor, dass bei der Diskussion um die Solarenergie in den Medien vor allem die Kosten in den Vordergrund gerückt würden, nicht aber der Nutzen. Solarstrom erreiche bereits in diesem Jahr das Preisniveau von Haushaltsstrom. Bis 2020 könne Solarstrom mehr als zehn Prozent des Strombedarfs in Deutschland decken. Die Umlage auf den Strompreis werde dabei von derzeit zwei Cent pro Kilowattstunde nur noch minimal erhöht, obwohl die energieintensive Industrie nicht an den Kosten beteiligt werde, erläuterte Christof Biba.

An der Protestaktion in Kirchhain nahmen auch Politiker aus der Region teil. Dr. Franz Kahle, Bürgermeister der Universitätsstadt Marburg, betonte in seiner Ansprache an die Demonstranten, dass mit der Photovoltaik gerade die regionale Wertschöpfung gestärkt werde. So profitieren von dem Ausbau der Solarenergie nicht nur die in Deutschland angesiedelten Solarunternehmen, sondern gerade auch die vielen regionalen Handwerksbetriebe und privaten Betreiber einer Solarstromanlage. Mit der geplanten Kürzung der Solarförderung gehe jegliche Planungssicherheit verloren.

Bei der Demonstration wurde ein Solarmodul symbolisch mit einem Tuch verhängt, auf dem die Sonne mit abgebrochenem Sonnenstrahl als Motiv abgebildet war. Zudem verließen die Mitarbeiter von Wagner für kurze Zeit das Werksgelände.

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