Beim "Römerforum" soll künftig "große Lösung" verfolgt werden

Lahnau (agr). Hart gerungen wurde auch in der jüngsten Sitzung des Lahnauer Parlaments am Donnerstag im Bürgerhaus Atzbach um das Römerforum und die damit verbundene Machbarkeitsstudie.

Im September hatte Prof. Dieter Haselbach die Machbarkeitsstudie "Archäologischer Park Waldgirmes" vorgestellt und darin eine "große Lösung", also eine erhebliche touristische Erschließung des Geländes, favorisiert. Die von ihm genannten Kosten von rund 17 Millionen Euro hatten auf Gemeindevertreter aus allen Fraktionen abschreckend gewirkt, auch wenn betont wurde, dass Lahnau diese Summe nicht alleine stemmen müsse.

Hatten zunächst Grüne und CDU noch gemeinsam eine Nachbesserung der Studie gefordert, da diese nicht die vom Parlament angeforderten drei Varianten enthalten hatte (kleine, mittlere und große Lösung), so stand die CDU-Fraktion mit dieser Forderung inzwischen alleine. Nachdem Hasselbach im Ältestenrat noch einmal seine Einschätzungen erläutert hatte, hatten die Grünen ihre Kritik zurückgezogen.

Für die CDU hielt jedoch Reiner Mayenschein die Bedenken aufrecht und kritisierte nicht nur die fehlenden Varianten, sondern auch eine fehlende Antwort auf die Frage, wer denn die zu erwartenden rund 300 000 bis 500 000 Euro Defizit im Jahr, die in der Studie errechnet worden war, bezahlen solle, wenn es denn tatsächlich zum Bau des Archäologischen Parks käme.

Gerade aber um die Kostenübernahme und die Finanzierung drehte sich ein Antrag der SPD-Fraktion, der vorsah, potenzielle Geldgeber und Beteiligungen für den Park zu gewinnen. Dafür sei es jedoch eine notwendige Voraussetzung, so Bürgermeister Eckhard Schultz, dass sich auch die Gemeinde selbst engagiere. Brigitte Sauter-Hill (Grüne) erinnerte an die Vorgabe von Regierungspräsident Schmied am runden Tisch zum Thema Römerforum, dass man in Lahnau den ersten Schritt machen müsse, damit andere mit der Gemeinde zusammenarbeiten können.

Auch Michael Mondré (CDU) war klar, dass ein derartiger Ausbau des Forums nicht zum Nulltarif zu bekommen sei. Er sah jedoch keinen nennenswerten Vorteil in einer derartigen Investition und stellte in Zweifel, dass die Lahnauer Gastronomie von der Entwicklung profitieren würde. Stattdessen werde das Geld nur in den Einrichtungen des Forums bleiben. Zudem kritisierte Mondré, dass von vorneherein ausschließlich über die "große Lösung" beraten werde.

SPD, Grüne und auch die Freien Wähler waren sich jedoch einig, dass die von Hasselbach in der Studie kurz angerissene "kleine Lösung", die letztlich nur den Ist-Zustand erhalte, "nicht viel bringt". Holger Wörner (FW) sah dennoch den SPD-Antrag als verfrüht an, da die Gemeindevertretung bisher noch keine konkrete Entscheidung zum Römerforum gefällt habe.

Mit den Stimmen der SPD, Grünen und Freien Wähler wurde schließlich der Beschluss verabschiedet, dass die Gemeinde zukünftig die "große Lösung" verfolgen wird. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, nach Partnern für die Umsetzung und Finanzierung zu suchen. Über die Ergebnisse dieser Suche soll dann der Bürgermeister in der Gemeindevertretung berichten. Eine Nachbesserung der Machbarkeitsstudie, wie sie von der CDU gefordert wurde, lehnte hingegen die Mehrheit ab.

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