Dieser Schaufensterkopf in einem Ledergeschäft trägt eine selbst hergestellte Maske, die auch zum Verkauf angeboten wird. In Hanau gilt ab Montag eine Maskenpflicht FOTO: DPA
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Dieser Schaufensterkopf in einem Ledergeschäft trägt eine selbst hergestellte Maske, die auch zum Verkauf angeboten wird. In Hanau gilt ab Montag eine Maskenpflicht FOTO: DPA

Behandlungszentren sollen kommen

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Die hessische CDU wird später tagen, Stadtfeste fallen aus: Die Coronavirus-Pandemie wird das Leben der Hessen auch weiterhin prägen. Doch es gibt auch Pläne zur teilweisen Normalisierung.

Auch wenn erste Lockerungen der Kontaktbeschränkungen absehbar sind, hält die Geduldsprobe vieler Menschen in Hessen an. Zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie bleibt es bei zahlreichen Beschränkungen, Festivals sind abgesagt und viele Freizeiteinrichtungen bleiben zu. Unterdessen laufen Pläne für den weiteren Umgang mit der Krankheit.

Behandlungszentren:Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) hat den Aufbau eines landesweiten Netzes von Covid-19-Behandlungszentren angekündigt. Damit solle die ambulante Betreuung von Patienten auf neue Füße gestellt werden, sagte er am Donnerstag in Wiesbaden. "Dort sollen vor allem die Menschen behandelt werden können, die nur leichte oder milde Symptomatik zeigen, damit sie gar nicht erst in die stationäre Versorgung kommen, die wir für die schweren Fälle freihalten wollen." Die Phase der Corona-Testzentren sei allmählich vorbei. An ihre Stelle träten die Behandlungszentren, von denen es mehr geben solle als die 16.

Maskenpflicht in Hanau:Hanau hat wegen der Corona-Infektionsgefahr für das Betreten von Geschäften eine Maskenpflicht angeordnet. "Die dringende Empfehlung der Bundes- und Landesregierung, sich mit einem Mund-Nasen-Schutz verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll in der Öffentlichkeit zu verhalten, haben wir dahingehend erweitert, dass ab Montag in Hanau jeder, der ein Ladengeschäft betritt, eine solche Behelfs- oder Alltagsmaske tragen muss", teilte Oberbürgermeister Claus Kaminsky mit. Diese Maskenpflicht solle auch im öffentlichen Personennahverkehr gelten. Die Alltagsmasken könnten "aus ganz unterschiedlichen Materialien und in vielfältigen Formen selbst hergestellt werden.

Friseure:Nach Einschätzung des Friseurhandwerks Hessen werden die meisten Friseure am 4. Mai wieder ihre Arbeit aufnehmen. "Wir rechnen damit unter der Voraussetzung, dass die Infektionszahlen nicht sprunghaft ansteigen", sagte René Hain, Geschäftsführer des Landesinnungsverbands. Unklar sei allerdings noch, unter welchen Hygienevorschriften gearbeitet werden müsse.

Zoos und Museen:Zoos, Botanische Gärten und Museen müssen in der Corona-Krise in Hessen zunächst weiter geschlossen bleiben. Die Verlängerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus war für den Direktor des Kronberger Opel-Zoos, Thomas Kauffels, ein herber Schlag. "Wir befinden uns noch in wartender Position", sagte die Sprecherin des Frankfurter Städel-Museums, Pamela Rohde. Museen gehörten wie Schulen zu den Bildungseinrichtungen, hier stehe nun in Hessen eine schrittweise Öffnung ab dem 27. April auf dem Plan.

Freizeitunternehmen:Dutzende hessische Freizeitunternehmen haben in einem offenen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) eine wirtschaftliche Perspektive in der Corona-Krise und einen schrittweisen Exit-Plan gefordert. Wie die Initiative mitteilte, geht es bei den Forderungen nicht nur um finanzielle Unterstützung, sondern auch um einen konkreten Ausstiegsplan aus den bestehenden Corona-Beschränkungen. "Von heute auf morgen wurden alle Freizeitaktivitäten ausnahmslos eingestellt und alle Betriebe zwangsgeschlossen, es fließen keinerlei Einnahmen mehr", heißt es in dem Brief. Der Initiative gehören nach eigenen Angaben mehr als 30 Freizeitunternehmen von Bowling- und Trampolin-Centern bis hin zu Kletterwäldern und -parks an.

Absage von Festen:Seit Mittwochabend ist klar: Großveranstaltungen bleiben bis Ende August verboten. Ab wann eine Veranstaltung eine Großveranstaltung ist, müsste zwar noch abschließend definiert werden. Doch schon am Donnerstag stand fest: Der Veranstaltungskalender für den Frühling und Sommer 2020 fällt schmal aus. Unter anderem fällt das Frankfurter Museumsuferfest aus, voraussichtlich auch das Darmstadter Heinerfest im Juli, ebenso das Stadtfest "3 Tage Marburg" und das Kasseler Volksfest Zissel. Die hessische CDU hat ihren für Ende Juni geplanten Parteitag in Willingen wegen der Pandemie um drei Monate verschoben.

Infektionen:Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus in Hessen hat sich erneut deutlich erhöht. Bis Donnerstag (14 Uhr) hatten sich nach Angaben des Sozialministeriums 6590 Menschen nachweislich mit dem Erreger SARS-CoV-2 angesteckt. Das sind 256 mehr als noch am Vortag, wie Minister Klose in Wiesbaden erklärte. Die Zahl der Todesfälle stieg um 18 auf 192. Nach Ministeriumsangaben werden 917 Menschen wegen Covid-19 im Krankenhaus stationär behandelt, 55 weniger als am Vortag. Davon werden 253 beatmet.

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