Aufschlussreiche Funde: Links ist die staufische Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert markiert, rechts das schmalere Fundament eines stadtmauernahen Gebäudes. FOTO: PM
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Aufschlussreiche Funde: Links ist die staufische Stadtmauer aus dem 12. Jahrhundert markiert, rechts das schmalere Fundament eines stadtmauernahen Gebäudes. FOTO: PM

Bedeutungsvoller Fund in Wetzlar

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Wetzlar- Ein archäologischer Fund hat in Wetzlar bestätigt, was lange nur vermutet wurde: Es konnte eine erste Stadtbefestigung aus dem 12. Jahrhundert nachgewiesen werden. Entdeckt wurde der Fund bei archäologischen Voruntersuchungen des Landesamtes für Denkmalpflege in der Goethestraße unweit des Doms. Dort finden seit Dezember 2019 Grabungen statt.

Im Außenbereich werden nach und nach Flächen geöffnet, um Bodendenkmäler, die durch die Planung eines neuen Parkhauses mit Tiefgarage zerstört werden, zu untersuchen und zu dokumentieren. Mit den bisherigen Ausgrabungsergebnissen lässt sich bereits jetzt die wechselvolle Entwicklung der freien Reichsstadt Wetzlar, ausgehend von der Gründung eines Stifts am Ende des 9. Jahrhunderts, nachzeichnen - ebenso wie die frühe Entwicklung im Hochmittelalter, die geprägt war durch kriegerische Auseinandersetzungen, als auch die der frühen Neuzeit.

Nun wurde eine Turmkons-truktion sowie die Überreste eines daran angebauten Gebäudes entdeckt. Sie bestätigen die bisher nur angenommene dichte Bebauung im Herzen der hochmittelalterlichen Stadt.

Unerwartet war zudem auch die Aufdeckung von mehreren Flachdarren zur Flachsverarbeitung sowie zwei Kalkbrennöfen aus dem 13. Jahrhundert, die zur Herstellung von Mörtel dienten und auf eine rege Bautätigkeit verweisen. In eben jenen Zeitraum fallen der Ausbau der Stadtbefestigung sowie die Errichtung der Stiftskirche, des heutigen Wetzlarer Doms. pm

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