Bauernpräsident: "Landwirte in Existenznot"

Butzbach (dpa). Der wiedergewählte hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider sieht die Landwirte in existenzieller Not. "2009 ist das schwierigste Jahr, das wir je hatten", sagte er am Donnerstag in Butzbach, wo er mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt wurde.

Butzbach (dpa). Der wiedergewählte hessische Bauernpräsident Friedhelm Schneider (Gründau-Niedergründau) sieht die Landwirte in existenzieller Not. "2009 ist das schwierigste Jahr, das wir je hatten", sagte er am Donnerstag in Butzbach, wo er mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt wurde. Der 60-Jährige erhielt von der Vertreterversammlung 135 der 155 gültigen Stimmen. Schneider war der einzige Kandidat und steht seit 2006 an der Spitze des Verbandes. Die Bauernvertreter forderten in zwei Resolutionen außerdem, Biomasse stärker zu fördern und den Verbrauch landwirtschaftlicher Flächen zu reduzieren.

Schneider sagte nach der Wahl, er sei froh über den Vertrauensbeweis und wolle für alle Landwirte in Hessen da sein. Der 60-Jährige bewirtschaftet einen Betrieb im Main-Kinzig-Kreis und ist mit 400 Kühen Hessens größter Milchbauer. Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) gratulierte Schneider zur Wiederwahl und sagte, er hoffe auf eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Die Politik versuche mit ihren Förderprogrammen es den Bauern "ein Stück leichter zu machen in der Krise", sagte Koch während der Versammlung im Bürgerhaus. Er sprach sich für Flächenprämien aus, damit Hessens Landwirte mit ihren eher kleinen Betriebsgrößen auf dem internationalen Agrarmarkt mithalten können. Koch forderte die Landwirte auf, ihre Nähe zu Ballungsräumen als Chance zu begreifen und sich hier neue Absatzmärkte zu suchen.

Schneider nannte als größte Sorgenkinder neben den Milchbauern die Erzeuger von Schweinefleisch und Getreide. Die Preise in den Bereichen seien "ruinös". Die Landwirtschaft brauche Liquiditätshilfen, um diese Zeit zu überstehen, sagte er. Obersten Ziel sei zudem, Absatz und Nachfrage landwirtschaftlicher Produkte zu steigern. "Wir müssen wieder zu Gewinnen kommen", unterstrich der Bauernpräsident. Er nahm dabei auch Molkereien in die Pflicht, für Innovationen zu sorgen und so die Attraktivität von Milchprodukten zu steigern.

Aber auch die Landwirte müssten neue Wege gehen: "Alles, womit man Geld verdienen kann, muss man als Bauer machen." Neben dem verstärkten Anbau von Pflanzen für die Energieerzeugung müssten sich die Landwirte neue Nischen erschließen, sagte Schneider.

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