Bahn investiert in Rhein-Main

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Eine gut 15 Meter hohe Ramme presst unter ohrentäubendem Lärm Betonpfeiler für das Fundament in den Grund. Rund einen Kilometer vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt wird im Frankfurter Stadtteil Gallus derzeit eine neue Betonbrücke am "Homburger Damm" gebaut. Sie soll die "Rote Brücke" ergänzen, auf der derzeit die Regionalzüge in Richtung Taunus, Limburg und den Rheingau fahren. Bisher nur auf einem Gleis, was oftmals Wartezeiten und Verspätungen bedeutet. Das 130-Millionenprojekt soll Ende 2020 fertig sein.

Eine gut 15 Meter hohe Ramme presst unter ohrentäubendem Lärm Betonpfeiler für das Fundament in den Grund. Rund einen Kilometer vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt wird im Frankfurter Stadtteil Gallus derzeit eine neue Betonbrücke am "Homburger Damm" gebaut. Sie soll die "Rote Brücke" ergänzen, auf der derzeit die Regionalzüge in Richtung Taunus, Limburg und den Rheingau fahren. Bisher nur auf einem Gleis, was oftmals Wartezeiten und Verspätungen bedeutet. Das 130-Millionenprojekt soll Ende 2020 fertig sein.

Frankfurt, einer der zentralen Knoten im deutschen Bahnnetz, ist am Rande seiner Kapazität angelangt. Zusätzlich muss der Bahnhof noch jeden Tag Zehntausende von Menschen aufnehmen, die zur Arbeit in Deutschlands Pendlerhochburg kommen. Jahrelang wurde die Schienen-Infrastruktur vernachlässigt. Jetzt investiert die Bahn – das Geld kommt vor allem vom Bund. Auch das neue elektronische Stellwerk im S-Bahn-Tunnel, das schon mehrfach in den vergangenen Jahren zu wochenlangen Sperrungen geführt hat, ist Teil davon.

Zwischen Frankfurt und Friedberg

Noch Zukunftsmusik – doch der seit Jahrzehnten debattierte Ausbau von zwei auf vier Gleise auf der wichtigen Strecke zwischen Frankfurt und Friedberg läuft bereits. Derzeit wird zunächst die Verbindung bis Bad Vilbel ausgebaut – für rund 350 Millionen Euro. Kein einfaches Unterfangen, da einmal östlich und dann wieder westlich neue Schienen gelegt werden müssen. Außerdem muss fast die Hälfte der alten Gleise verlegt werden.

Künftig sollen der S-Bahn (S6) zwei Gleisen zur Verfügung stehen, zwei weitere für den Regionalverkehr Richtung Mittelhessen. Bis 2022 will die Bahn fertig sein. Aber wegen der Klagen vieler Anwohner in den Frankfurter Stadtteilen Eschersheim und Ginnheim, könnte alles noch ein bisschen länger dauern. "Das hat uns Zeit gekostet", sagt Projektleiter Julian Fassing.

In der Ferienzeit steht wegen der Bauarbeiten nur ein Gleis zur Verfügung – mit entsprechenden Verspätungen und wütenden Pendlern. "Da müssen wir durch", sagt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir bei der Besichtigung der Baustelle. Vom Ausbau der mehr als hundert Jahre alten Strecke erhofft sich der Grünen-Politiker auch eine bessere Anbindung von Mittelhessen an Frankfurt. "Das ist die Antwort auf den Stau auf der A 5", sagt Al-Wazir ironisch. Rhein-Main könne in Sachen Mobilität und Verkehr nur mithilfe der Schiene vorankommen.

Anbindung von Gateway Gardens

Geht es nach Plan, könnte die neue S-Bahn-Linie 2028 eröffnet werden. Noch länger wird es dauern, bis die 44 Kilometer lange Ausbaustrecke zwischen Gelnhausen und Fulda fertig sein könnte. Das soll insgesamt mehr Kapazitäten bringen. Der ICE soll die Strecke von Frankfurt nach Fulda außerdem sieben Minuten schneller schaffen.

Die Bahn will in den kommenden Jahr(zehnt)en etwa zwölf Milliarden Euro in zwölf Großprojekte im Rhein-Main-Gebiet stecken. Rund eine Milliarde davon kommt vom Land. Allerdings steht noch in den Sternen, wann es zum Beispiel zur – ebenfalls seit Jahren debattierten – Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim kommt.

Ganz konkret ist dagegen der Eröffnungstermin für die S-Bahn-Station im neuen Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens. Dieser liegt direkt am Frankfurter Flughafen. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember kommenden Jahres sollen dann die ersten Züge auf einer neuen Trasse verkehren.

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