Bad, Haushalt, Sporthalle und andere Themen in Hüttenberg

Hüttenberg (ür). Die finanzielle Lage der Gemeinde Hüttenberg, der Ausbau des Breitbandnetzes, die Zukunft des Hallenbades und erneuerbare Energien – alle diese Themen erläuterten Bürgermeister Christof Heller (CDU) und der Vorsitzende der Gemeindevertretung Heinz Zörb (FWG) im Dorfgemeinschaftshaus in Klein-Rechtenbach.

Rund 20 Bürger kamen, darunter waren Mitglieder des Gemeindevorstandes, der Gemeindevertretung und der Ortsbeiräte. Heller erläuterte, dass für 2013 mit einem Defizit von 1,77 Millionen Euro zu rechnen sei. Er gehe von 19,98 Millionen Euro Erträgen und 18,15 Millionen Euro an Aufwendungen aus.

Angesichts der zahlreichen Pflichtaufgaben sei es nur möglich zu besseren Zahlen zu gelangen, wenn Hüttenberg durch Zuzug Neubürger gewinne. Deshalb sei das Ausweisen von Neubaugebieten eine wichtige Aufgabe. Die Verbindlichkeiten der Kommune bezifferte der Bürgermeister zum 31. Dezember 2012 auf 13,08 Millionen Euro.

Diese Summe reiche nicht, um unter den Schutzschirm des Landes zu schlüpfen. Doch habe die Gemeinde ein Haushaltssicherungskonzept vorzulegen. Darin werden die neue Trägerschaft für das Hallenbad vorgeschlagen, das Anpassen der Kindergarten- und Friedhofsgebühren, der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer. Auch die Energieeinsparung im öffentlichen Raum ist darin Thema. Durch die LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung spare die Kommune jährlich 41 000 Euro ein. Auch die Betriebsführung der Bürgerhäuser soll überprüft werden.

Die sogenannten freiwilligen Leistungen für Bürgerhäuser und Sporthallen müssten ebenfalls zur Sprache kommen. Hierbei müsse es ein stärkeres ehrenamtliches Engagement in Pflege und Trägerschaft von Bürgerhäusern geben. Heller und Zörb erläuterten, warum das Hüttenberger Hallenbad zum 1. April in die Verantwortung eines Trägervereins wechselt (diese Zeitung berichtete zur Thematik). Der ehemalige Schriftführer des Trägervereins Michael Breuer nutzte die Bürgerversammlung, um erneut seinem Unmut Luft zu machen. Er befürchtet, dass der Verein mit der Personalführung überfordert sei. Heller erläuterte, dass diese Entscheidung in Verhandlungen mit dem Verein getroffen worden sei. Experten hatten der Gemeinde vorgerechnet, dass sie damit jährlich rund 18 000 bis 20 000 Euro Steuern sparen könne. Er habe, so Heller, dem Trägerverein angeboten, die Kommune könne bei der Personalführung behilflich sein.

Energie und Internet

Zu erneuerbaren Energien erläuterte Heller, dass der derzeit ausliegende Teilregionalplan Energie des Regierungspräsidiums in Hüttenberg keine Flächen für Windpark oder Photovoltaikanlagen ausweise. Das Überprüfen der kommunalen Liegenschaften in Bezug auf Energieeffizienz sei angelaufen – ebenso bezüglich eines sinnvollen Einsatzes von Photovoltaik und des Nutzens von Solarthermie. Eine Ausstellungsreihe zur Energieeffizienz hat begonnen und wird fortgeführt. Zudem wird ein Energiekonzept für das Sportzentrum Hüttenberg mit Schwimmbad, beiden Hallen und Feuerwehrgerätehaus sowie weitere Gebäude geplant. Von unzumutbaren Zuständen für die beiden Schulen sprach der Bürgermeister im Zusammenhang mit der Schließung der Sporthalle in Rechtenbach. Das Überprüfen der Dachstatik durch zwei unterschiedliche Gutachter habe aber keine andere Entscheidung zugelassen.

Er dankte den Vereinen, die bereit waren, für den Schulsport und den regelmäßigen Spielbetrieb Zeiten frei zu machen. Dennoch könne das keine Lösung auf Dauer sein. Inzwischen sei eine Projektgruppe gegründet worden mit dem Ziel, einen Neubau zu erstellen. Diesen könne aber die Kommune alleine nicht schultern. Noch im April sind Gespräche mit Kreis und Land geplant. Die Projektgruppe wolle eine Empfehlung für die Gemeindegremien bis spätestens September vorlegen.

Heller beklagte die starke Unterversorgung von Hüttenberg mit Breitbandkabel. Deshalb sei die Kommune im Februar der Lahn-Dill-Breitband GmbH beigetreten. Vor wenigen Tagen nun habe die Telekom bekannt gegeben, dass sie einen Vectoring-Antrag bei der Bundesnetzagentur gestellt habe. Ziel sei die flächendeckende Versorgung mit schnellem Internet. Solange darüber nicht entschieden sei, könne nicht weiter gehandelt werden.

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