Baby nach Geburt erstickt: Prozess gegen Mutter beginnt

Limburg/Mittenaar (dfl). Vor dem Limburger Schwurgericht beginnt am Donnerstag, 28. Mai, der Prozess gegen eine 22-jährige Angeklagte aus Mittenaar. Die junge Frau muss sich wegen Totschlags an ihrem Baby verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, am Morgen des 26. November 2008 im Badezimmer der mit ihrem Lebensgefährten gemeinsam bewohnten Wohnung in Mittenaar ihre neugeborene Tochter getötet zu haben. Die zur Tatzeit 21-Jährige hatte das Kind in eine Plastiktüte gesteckt und in einem Papiercontainer abgelegt.

Nach Feststellungen der Gerichtsmedizin starb das voll entwickelte, lebensfähige Mädchen an Erstickung. Ob der Tod in der Tüte oder bereits vorher eingetreten ist, konnte bisher nicht geklärt werden. Die angeklagte frühere Altenpflegerin hatte bei vorherigen Vernehmungen erklärt, weder sie noch ihr Lebensgefährte hätten etwas von ihrer Schwangerschaft bemerkt. Sie sei von der Geburt überrascht worden.

Auch dritten Personen soll die Schwangerschaft nicht aufgefallen sein. Auf die Geburt wurde eine Ärztin im Wetzlarer Krankenhaus aufmerksam. Dort hatte die junge Frau wegen Blutungen behandelt werden müssen und gegenüber der Ärztin eine auffällige Äußerung gemacht. Die Ärztin benachrichtigte daraufhin die Polizei. Die Angeklagte wurde psychiatrisch begutachtet und sitzt in Untersuchungshaft.

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