Ausbildung statt Billigjobs

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Frankfurt (dpa/lhe). Flüchtlinge sollen auf dem hessischen Arbeitsmarkt lieber eine fundierte Ausbildung anstreben statt sich vorschnell für einen niedrig qualifizierten Helferjob zu entscheiden. An diesem Grundsatz will die Bundesagentur für Arbeit auch im Jahr 2017 festhalten, wie der Chef der Regionaldirektion Hessen, Frank Martin, erklärt. "Wir versuchen, die Menschen in die Richtung einer bestmöglichen Qualifikation zu beraten", sagte er. Dies sei Grundlage für einen nachhaltigen Erfolg auf dem Arbeitsmarkt und der beste Schutz gegen spätere Arbeitslosigkeit.

Andererseits sei es der falsche Anspruch, jeden Flüchtling in eine Ausbildung bringen zu wollen, sagte Martin. Bei der anhaltend guten Lage auf dem hessischen Arbeitsmarkt gebe es Tausende freier Helferjobs, die natürlich auch für viele Flüchtlinge verlockend seien. "Auch manche deutsche Jugendliche verlassen voreilig ihren Ausbildungsweg und nehmen wegen des schnellen Geldes Jobs an, die sie nicht nachhaltig weiterbringen." Dieses Verhalten müsse man bei Flüchtlingen nicht noch fördern, könne es aber auch nicht verhindern. Je nach individuellen Voraussetzungen sei für manchen auch der schnelle Job attraktiver.

Zwei Drittel der nach Hessen gekommenen Flüchtlinge seien unter 35 Jahren alt und damit grundsätzlich für eine Ausbildung offen, erklärte der Direktionschef. Allerdings verfügten sie nur selten über einen formalen Schulabschluss und/oder eine abgeschlossene Berufsausbildung, wie sie von Arbeitgebern immer noch überwiegend eingefordert werde. Zunächst müssten die deutsche Sprache gelernt und eine gewisse Ausbildungsgrundlage erworben werden. Die meisten Betroffenen seien noch mit Sprachkursen beschäftigt, berichtete die Arbeitsagentur. Im November sei die Rekordzahl von 7000 Menschen in die Sprachkurse eingetreten. Nach bis zu zwölf Monaten sollen sie dann in Berufsvorbereitungskurse gehen und schließlich eine Ausbildung beginnen. "Da ist eine sehr hohe Dynamik drin, und die Menschen zeigen eine sehr hohe Motivation." Nach aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur sind derzeit in Hessen rund 8500 Flüchtlinge aus nicht-europäischen Herkunftsländern arbeitslos gemeldet.

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