Auftakt im Kutschera-Prozess

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Kassel- Es ist das erste Mal an diesem Montag, dass der Biologie-Professor Ulrich Kutschera Gegenwind im Saal des Amtsgerichts Kassel bekommt. Vor ihm sitzt als Zeuge ein 52-jähriger Universitätsmitarbeiter. "Diese Aussagen und viele weitere sind hetzerisch und sie sind objektiv geeignet, Gewalt zu erzeugen", sagte der Homosexuelle über ein Interview, das Kutschera 2017 dem Internet-Portal Kath.net gab. Wegen des Textes steht der Professor nun zum zweiten Mal vor Gericht, ein erster Prozess war 2019 geplatzt.

Die Anklage wirft dem Evolutionsbiologen Volksverhetzung in Tateinheit mit Beleidigung und Verleumdung vor. Er habe unter dem Vorwand angeblicher "biowissenschaftlicher Fakten" Homosexuellen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Missbrauch von Kindern zugeschrieben. Kutschera ist Professor der Universität Kassel. Damals sagte er in dem Interview zum Thema "Ehe für alle", also Eheschließungen unter Personen gleichen Geschlechts: "Sollte das Adoptionsrecht für Mann-Mann- bzw. Frau-Frau-Erotikvereinigungen kommen, sehe ich staatlich geförderte Pädophilie und schwersten Kindesmissbrauch auf uns zukommen." An anderer Stelle sprach der Angeklagte bei Homo-Männerpaaren mit Adoptivsohn unter bestimmten Umständen von einem möglichen "Horror-Kinderschänder-Szenario".

Kutschera steht zu seinen Aussagen. Auch zu Prozessbeginn betonte er, dass diese durch Tatsachen gedeckt seien, sich durch Studien und Aussagen anderer Wissenschaftler belegen ließen. dpa

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