Am Morgen nach dem verheerenden Hochwasser steht Filippo Vulcano in den Trümmern der von ihm verpachteten Altstadtkneipe "Gasthaus zur Krone". Innerhalb weniger Stunden war die Altstadt überflutet worden, ganze Straßenzüge standen meterhoch unter Wasser. 	FOTO: DPA
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Am Morgen nach dem verheerenden Hochwasser steht Filippo Vulcano in den Trümmern der von ihm verpachteten Altstadtkneipe »Gasthaus zur Krone«. Innerhalb weniger Stunden war die Altstadt überflutet worden, ganze Straßenzüge standen meterhoch unter Wasser. FOTO: DPA

Aufräumarbeiten in Büdingen

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In Hessen entspannt sich an kleineren Flüssen die Hochwasserlage, am Rhein dagegen steigt der Pegelstand. In Büdingen im Wetteraukreis gehen die Aufräumarbeiten weiter.

In Büdingen, das am Freitag von der Flut überrascht worden war, ging das Hochwasser am Sonntag deutlich zurück. Die Lage am Rückhaltebecken im Stadtteil Düdelsheim habe sich stabilisiert, sei aber nach wie vor angespannt, teilte der Wetteraukreis mit. Eine gezielte Steuerung der Abflussmengen solle das Rückhaltebecken möglichst weit entleeren, um einen Puffer zu schaffen. Verlängerte und zusätzliche Öffnungszeiten der Recyclinghöfe am Montag sollen es den Bürgern ermöglichen, den durch das Hochwasser angefallenen Sperrmüll zu entsorgen.

Das Ausmaß der Katastrophe ist groß. Kubikmeter von Möbeln und sonstigem Hausrat stapeln sich vor den Häusern der Altstadt. Unentwegt fahren Radlader des Bauhofs und teilweise auch Feuerwehren und Privatleute zu Sammelplätzen mit Müllcontainern. In einer Seitengasse hat ein Musikerehepaar versucht, im Erdgeschoss wertvolle Instrumente aufzubocken, damit sie vom Wasser nicht beschädigt werden. Angesichts des Gewichts hatten sie keine Chance. Mit den Instrumenten wurde auch die berufliche Existenz der beiden vernichtet.

Bürgermeister Erich Spamer sieht die Ursache des Hochwassers in der Kombination aus warmem Wetter, Schneeschmelze und Regenfällen. »Bevor die Hainmauer gebrochen ist, ist es schon übergelaufen«, erklärt er. Er verweist auf die Diskussionen seit den 60er Jahren über ein Rückhaltebecken oberhalb der Stadt, die noch immer andauern, ohne dass eine Entscheidung gefallen wäre. Versäumnisse sehe er insbesondere beim Wasserverband Nidder-Seemenbach, Spamer räumt jedoch ein: »Ich übernehme die politische Verantwortung.« Es habe Möglichkeiten für eine Ertüchtigung der Hainmauer gegeben, über die seit dem letzten Hochwasser 2003 immer wieder gesprochen worden sei.

In Hessen verlagert sich das Hochwasser derweil weiter in Richtung der größeren Flüsse, vor allem in den Rhein. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden am Sonntag mitteilte, steigt der Wasserstand des Rheins kontinuierlich an. Die Pegelstände der kleineren Gewässer seien so weit gefallen, dass die amtlichen Meldestufen zurückgenommen wurden.

Woche startet mit Regen

Im stark betroffenen Niddergebiet am Pegel Glauberg/Nidder galt am frühen Nachmittag nur noch die zweithöchste Meldestufe. An der Kinzig, der Lahn und der Fulda fielen die Pegelstände ebenfalls.

Am Rhein sollten die Wasserstände laut Landesamt auch am heutigen Montag weiter ansteigen. Am Sonntagnachmittag wurden am Pegel Worms 5,50 Meter gemessen. Am Main stiegen die Pegelstände dagegen nur langsam an. Das Landesamt ging davon aus, dass die Meldestufen am hessischen Main-Abschnitt nicht überschritten würden.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach startet auch die neue Woche mit Regen und Schnee. In der Nacht zum Montag sollte laut DWD in der Nordhälfte Schnee fallen, der dann vom Süden her in Regen überging.

Am Montag bleibt es stark bewölkt, im Südwesten regnet es, im Norden und Bergland schneit es.

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