Christine Schwarzer Chefin der Baumschule Engelhardt in Gießen
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Christine Schwarzer Chefin der Baumschule Engelhardt in Gießen

Arbeiten in einem Garten Eden

  • Burkhard Bräuning
    vonBurkhard Bräuning
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Ihr Garten ist mehr als einen Hektar groß. Sie hegt und pflegt mit ihrem Team Bäume, Sträucher und Stauden - damit ihre Kunden eine gute Qualität bekommen. Christine Schwarzer ist Chefin der Baumschule Engelhardt. Ihr Tag beginnt früh und endet spät. Denn Pflanzen brauchen viel Zuwendung.

Baumschulen sind kleine Paradiese. Und mit den Pflanzen, die zu bewundern sind, kann man sich sein eigenes Paradies schaffen. Viele unserer Leser tun das. Garten ist ihr Ding. Und viele beteiligen sich auch an unserem Gartenwettbewerb. Zu den Juroren, die die Preisträger auswählen, gehört auch Christine Schwarzer. In der Saison beschäftigt sie in ihrer Baumschule bis zu 24 Mitarbeiter.

Frau Schwarzer, wann fängt man denn in einer Baumschule morgens an zu arbeiten?

In der Saison steht man schon früh auf, so gegen sechs, dann steht erst mal Büroarbeit an und es muss gewässert werden. Gegen 7.30 Uhr kommen die Mitarbeiter - und dann geht es richtig los.

Wann haben Sie selbst zuletzt einen Baum gepflanzt?

Puuuuh! Das machen eigentlich meine Mitarbeiter. Aber ich helfe auch schon mal mit auf einer Baustelle. Aber für mich selbst schon lange nicht mehr.

Haben Sie selbst einen Garten, oder reicht Ihnen die Ausstellung der Baumschule?

Leider muss mir die große Ausstellung reichen. Ich habe zwar selbst einen Garten. Der ist aber ein bisschen verwildert, ist also ein richtiger Naturgarten. Wenn man zwölf Stunden im Geschäft steht, bleibt leider nicht so viel Zeit, um einen eigenen Garten zu gestalten.

Frau Schwarzer, wenn man einen Garten anlegen möchte, was muss man dabei besonders beachten?

Also wenn jemand zu uns kommt, um sich den Garten planen zu lassen, da ist es hilfreich, wenn man ein paar Fotos des Grundstücks mitbringt, damit wir eine Vorstellung von dem Gelände bekommen. Dann ist wichtig: Wie ist der Boden, wie sind die Standortansprüche? Eine Wunschliste mit Pflanzen, die einem gut gefallen, ist sehr nützlich, und man sollte seine speziellen Farbwünsche äußern. Wenn wir das alles wissen, dann können wir auch alle Wünsche in den Plan integrieren. Wir machen natürlich auch eigene Vorschläge.

Aber wenn ich das alles ganz alleine machen will, worauf muss ich achten?

Vor allem auf die Licht- und die Bodenverhältnisse. Und ich muss schauen: Gibt es eine zugige Ecke? Gibt es Staunässe oder sehr trockenen Boden? Das ist alles wichtig für die Auswahl. Wenn man dann in eine Baumschule geht, müssen wir das wissen, um die richtigen Vorschläge zu machen.

Ändert sich Ihr Sortiment in Zeiten des Klimawandels?

Das Sortiment ist grob noch dasselbe. Es kommen aber schon neue Sorten und Farben dazu, meist sind es Pflanzen, die ins Mediterrane gehen. Pflanzen, die jetzt bei uns mit den Bedingungen, also Hitze und Trockenheit, gut klarkommen. Pflanzen, die das können, die sind jetzt ganz klar im Trend.

Welche Bäume und Sträucher sind resistent gegen Hitze und Trockenheit

Der Amberbaum ist sehr gut geeignet, er kommt mit Hitze gut klar, ist ein Baum der Zukunft. Der Tulpenbaum auch, die Bartblume verträgt Hitze, also bei Stauden gibt es ohnehin eine Riesenauswahl, die man jetzt pflanzen könnte.

Gibt es bei Pflanzen auch eine sich ständig verändernde Mode?

Schon, im Moment sind die bienenfreundlichen Pflanzen sehr angesagt. Ich finde: In jeden Garten gehört ein schönes Staudensortiment, damit man die Vielfalt der Blüten hinbekommt. Man kann es tatsächlich so machen, dass das ganze Jahr über was Blühendes da ist. Das geht nur mit Stauden, mit Sträuchern aber nicht. Die meisten blühenden Stauden sind übrigens bienenfreundlich. Man muss also nicht unbedingt etwas ganz Spezielles kaufen.

Haben Sie eine Lieblingspflanze?

(lacht) Ja, ganz viele. Den Amberbaum mag ich besonders. Aber ich bin vor allem ein großer Staudenfan.

Was macht denn den Amberbaum so besonders?

Er hat ein ahornähnliches Blatt, hat eine korkige Rinde, die sehr attraktiv aussieht, und die Blätter färben sich im Herbst knallrot, gelb und orange.

Bitte beschreiben Sie Ihren eigenen Traumgarten …

In meinem Traumgarten muss immer was blühen. Wichtig ist auch, dass Obstgehölze integriert sind, sodass man immer was zu naschen hat.

Wo wäre dieser Garten?

Schon gerne an meinem Haus, ein bisschen abgelegen, ins Feld integriert, also offen.

Nicht in England, dem Land der schönen Gärten?

Nein, darf schon hier sein. Ich bin sehr hessisch, lebe gerne hier.

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