Dokumentationspflicht: Der DEHOGA bittet Wirte wie Gäste um Disziplin bei der Einhaltung der Vorschriften. FOTO: DPA
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Dokumentationspflicht: Der DEHOGA bittet Wirte wie Gäste um Disziplin bei der Einhaltung der Vorschriften. FOTO: DPA

Appell für mehr Disziplin

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Wiesbaden- Das hessische Gastgewerbe sieht die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen mit Sorge. Gerade jetzt komme es darauf an, die bestehenden Verordnungen in den Betrieben mit großer Sorgfalt und Umsicht umzusetzen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes DEHOGA Hessen, Julius Wagner.

Auch an die Gäste appellierte Wagner, die Dokumentationspflichten der Gastwirte ernst zu nehmen und nicht durch falsche Angaben zu unterlaufen. "Es ist ein Missstand, dass viele Gäste nicht bereit sind, korrekte Daten abzugeben." Bei der Nachverfolgung von Infektionsketten sei zuletzt in hessenweit drei Fällen aufgefallen, dass ein teils relativ hoher Anteil von Lokalbesuchern Fantasieangaben bei der Datenerfassung gemacht hatte. Belastbare hessenweite Zahlen dazu lägen zwar nicht vor, doch seien in den genannten Fällen bis zu 30 Prozent der Daten aus der Luft gegriffen gewesen, sagte Wagner.

Den Wirten seien bei dem Thema die Hände gebunden, da sie kein Recht hätten, die Gäste zum Vorzeigen ihrer Personalausweise zu verpflichten. Ihnen bleibe nur, solche Gäste zum Gehen aufzufordern, wenn sie allzu auffällige erfundene Angaben verwenden und sich auch weigern, dies richtigzustellen. Denn klar sei, "der Gastronom hat immer das Hausrecht", sagte Wagner. Ein Großteil der Wirte und Hoteliers im Bundesland habe sich derweil an die Corona-Regelungen gewöhnt. In Hessen gilt - anders als teils in anderen Bundesländern - eine Maskenpflicht für die Mitarbeiter mit Gästekontakt, nicht aber für die Gäste selbst. Trotzdem verlangen viele Betriebe das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes und folgen damit einer DEHOGA-Empfehlung, sagte Wagner. Für besonders sorgfältige Betriebe, die beispielsweise regelmäßig auch die Tische desinfizieren, erweise sich das als Marketingvorteil gegenüber der nachlässigeren Konkurrenz, ist Wagner überzeugt, weil die Gäste Vertrauen fassen und davon ausgehen, dass solche Betriebe auch in anderen Bereichen besondere Sorgfalt walten lassen.

Beim Frankfurter Ordnungsamt hat man derweil die Erfahrung gemacht, dass die Disziplin des Gaststättenpersonals beim Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen mit fortschreitender Zeit und den hochsommerlichen Temperaturen gelegentlich wackelt.

Bei den Gästelisten geht es den Ordnungshütern vor allem darum, dass diese durchgängig geführt werden, die Anwesenheit abbilden und plausibel sind. "Wenn da Max Mustermann oder Donald Duck drinsteht, ist das ein Verstoß", sagte der Sprecher. dpa

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