Apotheker verurteilt

Wetzlar/Frankfurt/Main (dpa). Weil er mit Rezepten für teure Aids-Medikamente Krankenkassen um rund 200 000 Euro geprellt hat, ist ein Apotheker aus Wetzlar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Wetzlar/Frankfurt/Main (dpa). Weil er mit Rezepten für teure Aids-Medikamente Krankenkassen um rund 200 000 Euro geprellt hat, ist ein Apotheker aus Wetzlar zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Wetzlar sprach den 61-Jährigen am Dienstag des gewerbsmäßigen Betrugs in 26 Fällen für schuldig.

Der Mann hatte von im Zeitraum 2005 bis 2007 sechs HIV-Infizierten aus dem Raum Frankfurt Rezepte für je 300 Euro abgekauft. Die bis zu 3000 Euro teuren Medikamente rechnete er mit der Krankenkasse ab, obwohl er den Patienten ihre Arzneien nicht geliefert hatte.

Der Mann legte am Dienstag vor dem Amtsgericht in Wetzlar ein Geständnis ab. Er gab an, aus finanzieller Not gehandelt zu haben. Mittelsmänner hatten den Kontakt zwischen dem Apotheker und den HIV-Infizierten hergestellt. Nach Angaben des 61-Jährigen hätten diese ihm gesagt, jeweils zwei Rezepte für ihre Arzneien zu besitzen. Das eine Rezept hätten sie regulär eingelöst, das andere an ihn verkauft. Der Apotheker hatte sich ursprünglich wegen mehr als hundert Fällen des Betruges vor Gericht verantworten müssen. Aus rechtlichen Gründen hätten sie aber auf 26 reduziert werden müssen, erklärte der Vorsitzende Richter.

Die niedrigere Zahl kam auch deshalb zustande, weil nach Angaben der Staatsanwaltschaft einige Krankenkassen ihre Schäden nicht detailliert genug angegeben hatten und die betreffenden Anklagepunkte daher gestrichen wurden.

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