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In Frankfurt rät ein Schild an der breiten Straße, die am Messegelände vorbei in die Stadt führt, zum Abstandhalten und Daheimbleiben. Rechts: Mitarbeiter eines Discounters stellen klar, dass sie nicht wissen, wann genau die nächste Lieferung mit Toilettenpapier und Mehl ankommen wird. FOTOS: DPA

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Ansturm auf Corona-Hilfen erwartet

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Die Hessen halten sich in der Corona-Krise weitgehend an die strengen Kontaktregeln. Trotzdem gibt es neue Infektionen. Gleichzeitig laufen in den Kliniken die Vorbereitungen, falls die Fallzahlen in die Höhe schnellen.

Das Coronavirus wirkt sich weiter auf fast alle Lebensbereiche in Hessen aus. Während die Zahl der Infizierten steigt, stehen auch die wirtschaftlichen Auswirkungen weiter im Fokus. Die wichtigsten Themen des Tages zu Covid-19 im Überblick:

Hilfe für die Wirtschaft - Die schwarz-grüne Koalition rechnet mit einem riesigen Ansturm auf die finanziellen Hilfsprogramme für die Wirtschaft in der Corona-Krise. Der Großteil der Unternehmer im Land sei von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen, erklärten Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) und Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Bei vielen Betroffenen gehe es nicht nur um leere Auftragsbücher oder geschrumpfte Einnahmen, sondern um die Existenz. Er rechne mit weit über 200 000 Betrieben in Hessen, die wegen der Corona-Krise die Hilfsprogramme von Bund und Land beantragen werden, sagte der Finanzminister. Die Zahl der potenziellen Antragsteller liege insgesamt bei rund 250 000 Firmen in Hessen.

Kontaktverbot- Im Kampf gegen die Corona-Krise halten sich nach Einschätzung des Innenministeriums fast alle Hessen an die strengen Kontaktregeln. Landesweit seien in den zwei Tagen seit Inkrafttreten am Montag 179 Verstöße registriert worden. In diesen Fällen seien Menschengruppen mit mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit angetroffen worden, die nicht zu einem Hausstand zählen oder geschäftlich unterwegs sein müssen. Sieben Menschen mussten den Angaben zufolge zeitweise in Gewahrsam genommen werden, weil sie zum Beispiel Widerstand gegen die Anweisungen der Beamten leisteten.

Kliniken rüsten sich- Krankenhäuser in Hessen rüsten sich für einen Zustrom von Coronavirus-Patienten. Die Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken in Wiesbaden etwa wollen schon beim Einlass Patientenströme trennen und solche mit Atemwegsinfekten auf separate Infektionsstationen leiten. Auch das Universitätsklinikum Frankfurt und das Klinikum Darmstadt hatten bekannt gegeben, Vorkehrungen zu treffen. Deutschlands größter privater Klinikbetreiber Fresenius Helios verzeichnet derweil keinen Andrang von Coronavirus-Patienten.

Brief an die Hessen- Landtagspräsident Boris Rhein (CDU) hat sich in einem offenen Brief an die Bürger in Hessen gewandt und ihnen Mut in der Corona-Krise zugesprochen. "Uns alle treiben Unsicherheit und Ungewissheit um. Und dennoch zeigen Sie alle in besonders hohem Maße Hilfsbereitschaft und Kreativität", schrieb Rhein. "Das gibt Zuversicht und berührt auch mich sehr."

Kündigungsstopp bei Wohnungen- Nach der Frankfurter ABG Holding kommen auch die Nassauischen Heimstätten (NH) in der Corona-Krise ihren Mietern entgegen. "Als Landesunternehmen mit überwiegend öffentlichem Auftrag haben wir eine Vorbildfunktion und eine besondere gesellschaftliche Verantwortung", sagte der Leitende Geschäftsführer Thomas Hain. Der Unternehmensgruppe mit Sitz in Frankfurt und Kassel gehören rund 59 000 Mietwohnungen in 140 Städten Hessens. Die NH kündigte an, sie werde "auf Kündigungen und Räumungen, die in Zusammenhang mit der Corona-Krise stehen, verzichten".

Ruheständler wollen helfen- Auch aus dem Ruhestand bieten derzeit Ärzte in Hessen ihren Kollegen Unterstützung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie an. "Wir erhalten täglich viele freundliche Angebote", sagte eine Sprecherin der hessischen Landesärztekammer. In Absprache mit dem Sozialministerium und anderen Partnern baue die Kammer seit Montag eine Datenbank auf, um darin die eingehenden Unterstützungsangebote systematisch zu erfassen und bedarfsgerecht als einen Angebot-Pool den "aktiven" Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung zu stellen, hieß es.

Abiturprüfungen- Die hessischen Abiturprüfungen sind am Mittwoch wie geplant mit dem Fach Mathematik fortgesetzt worden. Heute steht das Fach Französisch auf der Agenda.

Freie Fahrt- Die Corona-Krise hat den Berufsverkehr in Hessen erheblich ausgedünnt. Der ADAC maß einen Rückgang der Staulänge in Hessen um 88 Prozent: Vergangene Woche zählte man nur 163 Staus mit einer Gesamtlänge von 182 Kilometern. In der Woche zuvor - vor Beginn der Homeoffice-Regelungen - staute es sich demnach noch auf einer Gesamtlänge von 1525 Kilometern.

Infektionen in der HEAE- Auch die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge des Landes Hessen in Gießen ist von der Corona-Krise betroffen. Bislang gebe es drei positiv getestete Bewohner, hieß es beim Regierungspräsidium Gießen.

In Hessen haben sich weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der bestätigten Fälle lag am Mittwoch (Stand 14 Uhr) bei 1909, wie das Sozialministerium mitteilte. Damit gab es 292 Infizierte mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle, die auf den Erreger SARS-CoV-2 zurückgeführt werden, stieg auf sechs. Die Stadt Frankfurt meldete mit 212 Fällen die meisten Infizierten, gefolgt vom Landreis Groß-Gerau (118) sowie den Kreisen Limburg-Weilburg und Fulda (beide 110). Die wenigsten Fälle (zehn) wurden im Werra-Meißner-Kreis registriert. dpa

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