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Was andere an Hessen lieben

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Unser vielseitiges Bundesland ist Thema der Serie "Hessisch!". Wie abwechslungsreich Hessen wirklich ist, scheint sich in der Reiseliteratur noch nicht so ganz herumgesprochen zu haben. Wie der heutige Serienteil zeigt, werden hauptsächlich der Taunus, der Apfelwein und Frankfurt empfohlen.

Berlin, Hamburg und Mün-chen, ach was, am besten gleich ganz Bayern: wer sich Reiseführer zu Deutschland ansieht, bekommt vor allem in der englischsprachigen Literatur schnell den Eindruck, nur diese Orte in Deutschland müsse man besucht haben. Hessen wird dagegen in so mancher Reiseliteratur in kurzen Kapiteln abgehandelt. Dabei darf unser schönes Bundesland bei einem Besuch selbstverständlich nicht fehlen, wollen Reisende die Kultur, Menschen und Landschaften in Deutschland kennenlernen.

Was finden die Autoren von Reiseführern hier sehenswert und wie wird Hessen, vor allen für ausländische Touristen, beschrieben? Ausschnitte aus einer kleinen, aber abwechslungsreichen Auswahl von deutsch- und englischsprachigen Reiseführern geben auf diese Fragen Antwort.

Frankfurt im Fokus:In fast allen ausgewählten Reiseführern wird der Finanzmetropole Frankfurt ein deutlich umfangreicheres Kapitel gewidmet als allen anderen Städten und Regionen in Hessen. Dabei stehen die Skyline, die Altstadt, die Börse, aber auch Kirchen, Museen und bekannte Gebäude im Fokus.

Auch der englischsprachige Reiseführer "Germany" des britischen Verlages Insight Guides hat für seine Topattraktionen und Tipps aus Hessen nur das Frankfurter Museumsufer ausgesucht. Ansonsten wird die Stadt dort auch kritisch betrachtet: "Frankfurts Infrastruktur war nicht bereit für das spektakuläre Wachstum. Alte Geschäfte und die Bevölkerung wurden hinaus in andere Stadtteile und die umliegende Region gedrängt, weil die Mieter die astronomischen Mieten nicht mehr zahlen können."

Weiter heißt es: "Aber Frankfurt muss wohl einen hohen Preis für den Fortschritt und den Wohlstand zahlen, denn es droht seine Vergangenheit und seinen Charme zu verlieren: Die Eck-Kioske, oder ›Wasserhäuschen‹, die freundliche Kneipe mit Garten und das ›Lädsche‹, ein kleines Ge-schäft, das praktisch alles verkauft und wo sich die Menschen für einen Plausch im alten Frankfurter Dialekt treffen. Dennoch, wenn du dir ein bisschen Zeit nimmst, ist es immer noch möglich, Reste des alten Frankfurts zu entdecken." Frankfurt sei aber auch eine Studentenstadt mit lebhaften Bars und einem para-diesischen Kulturangebot.

Bilderbuch-Städtchen:Der britische "The Rough Guide to Germany" steigt mit einer Warnung ein: "Hessen ist für viele Besucher - vor allem für diejenigen, die am Frankfurter Flughafen ankommen - der erste Vorgeschmack auf Deutschland.

Das kann eine beunruhigende Erfahrung sein, denn auf den ersten Blick scheint die Stahl-Glas-Moderne Frankfurts oder der einfache Internationalismus wenig mit den kindlichen Vorstellungen von einem ›Hänsel und Gretel‹-Deutschland gemein zu haben." Der Reiseführer rät deshalb: "Die edlen Spa-Städte Wiesbaden und Bad Homburg bilden den perfekten Gegenpol zur städtischen Frankfurter Hektik. Weg von der Rhein-Main-Region, ist Hessen mit einer hügeligen und oft bewaldeten Landschaft, die im Taunus und in der Rhön fast bergige Höhen erreicht, archetypisch deutsch.

Anders als in Frankfurt, sind die Städte meist klein, aber attraktive Bilderbuch-Kirchenstädtchen..." Darmstadt und Kassel halten die Autoren für zwei Orte in Deutschland, die man nicht verpassen darf.

Wechselvolle Geschichte:Dass Hessen durch Geschichte und Lage vielseitig ist, wird in "Deutschland entdecken" vom Dorling Kindersley Verlag vermittelt: "Hessen liegt im geografischen Zentrum Deutschlands. Eine wechselvolle Geschichte hat dem Bundesland ein kulturelles Erbe der Extraklasse beschert - von römischen Garnisonen, karolingischen Burgen und romanischen Kirchen bis hin zu gotischen Kathedralen."

Entspannen im Taunus:"So viel Geschichte, so viel Kultur - und die Natur ist immer präsent. Zum Beispiel in den Wäldern des Taunus, in denen die beschäftigten Bewohner Frankfurts am Wochenende Ruhe und Entspannung suchen." So schwärmt der englischsprachige Reiseführer "Germany" aus dem deutschen Schöning Verlag von Hessen. Passend dazu ist das sehr kurze Kapitel mit "Wundervolles Hessen" überschrieben. Außergewöhnlich: Hier findet auch der Limburger Dom mit seiner Mischung aus romanischer und frühgotischer Bauweise eine Erwähnung.

Apfelwein muss sein:Völlig verstanden hat Hessen der britische Reiseführer "Lonely Planet": "In dieser zauberhaften Ecke Deutschlands stehen die schönen Dinge des Lebens im Vordergrund: Gutes Essen, großartiger Wein, herrliches Wandern und Radfahren und außergewöhnliche Kunst überall, von prächtigen Museen bis zu skurrilen Straßenskulpturen." Auf keinen Fall verpassen dürften Reisende: "Ebbelwei/Ebbelwoi: Viele Frankfurter genießen gerne ein Glas des spritzigen, leicht kohlensäurehaltigen Apfelweins mit dem Alkoholgehalt eines starken Biers.

Und weil Ebbelwoi eine Basis benötigt: "In Hessen werden hervorragende gepökelte und geräucherte Schinken hergestellt. Ein regionaler Favorit ist Sulperknochen/Solperfleisch vom Schwein. Ein Gericht aus Füßen, Ohren und Schwanz, das mit Erbsenbrei und eingelegtem Kohl serviert wird."

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