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Leo Leike (Ralf Bauer) und Emmi Rothner (Ann-Cathrin Sudhoff) kommen nicht mehr von einander los. (Foto: sag)

"Alle sieben Wellen" mit Ralf Bauer in Wetzlar

Wetzlar (sag). Gut zwei Jahre, nachdem die Inszenierung von Daniel Glattauers Erfolgsroman "Gut gegen Nordwind" mit Ralf Bauer und Ann-Cathrin Sudhoff in den Hauptrollen in der ausverkauften Wetzlarer Stadthalle gastiert hatte, kehrte das Ensemble am Freitagabend mit der Fortsetzung "Alle sieben Wellen" zurück in die Domstadt.

Eingeladen hatte wie auch 2012 der Theaterring Wetzlar, der mit 800 Gästen wieder ausverkauftes Haus vermelden konnte. Die Geschichte setzt da an, wo "Gut gegen Nordwind" endete – damals ohne das von den Zuschauern herbeigesehnte Happy End. Neuneinhalb Monate sind vergangen, seit Leo Leike (Bauer) nach Boston gegangen ist und seine Mail-Freundin Emmi Rothner (Sudhoff) zurückgelassen hat, nachdem ihr Mann Bernhard dem "Verhältnis" der beiden auf die Schliche gekommen war und Leo unter Druck gesetzt hatte. Einem Verhältnis, das "nur" aus einer E-Mail-Brieffreundschaft bestand, aus der die beiden Protagonisten heraus sich lieben lernten, ohne sich ein einziges Mal gesehen zu haben. Als Leo aus Boston zurückkehrt, findet er in seinem Postfach zahlreiche Nachrichten von Emmi – und antwortet. Was er damit lostritt, bringen die beiden Schauspieler in rund zwei Stunden voller verbalem Schlagabtausch und mit viel Gespür für die aberwitzigen Dialoge aus Glattauers modernem Briefroman in einer Bühnenfassung von Ulrike Zemme unter der bewährten Regie von Wolfgang Kaus auf die Bühne.

Emmi Rothner ist es, die schließlich fordert: Wir müssen uns treffen, "ich muss Dich ein einziges Mal in diesem Leben gesehen haben". Und so treffen sich Leo und Emmi im Café, einmal, zweimal, dreimal. Dazwischen: Mail-Dialoge, mal verliebt-zärtlich, mal kritisch, dann eifersüchtig, dann wieder verzweifelt. Die "Beziehung" bekommt einen Riss, als Leo einräumt, nach Boston gegangen zu sein, weil Emmis Mann Bernhard hinter die Liebelei gekommen sei und ihn gebeten habe, sich einmal mit Emmi zu treffen und mit ihr zu schlafen, um ihre Illusion von sich zu zerschlagen.

Es kommt, wie es kommen muss: Emmi fühlt sich hintergangen, besucht Leo zu Hause, es kommt zum Sex. Danach fühlen sich beide noch schlechter und einsamer als zuvor. Bis Emmi sich von ihrem Mann trennt und im Urlaub auf La Gomera von der Geschichte der sieben Wellen erfährt. Jede siebte Welle, so heißt es, breche aus dem monotonen Ablauf aus und forme alles neu. Doch Leo und Emmi brauchen zahlreiche siebte Wellen, bis sie am Ende endlich zueinander finden. Den Schauspielern gelingt es, jene Wellen auch die Zuschauer – übrigens vornehmlich weiblich – spüren zu lassen.

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