Tief rot eingefärbt ist der Lahn-Dill-Kreis auf der Corona-Karte des Robert Koch-Instituts (RKI). Die Inzidenz ist nirgends in Hessen höher.
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Tief rot eingefärbt ist der Lahn-Dill-Kreis auf der Corona-Karte des Robert Koch-Instituts (RKI).

Region Wetzlar

Corona im Lahn-Dill-Kreis: 79 Neuinfektionen gemeldet – Präsenzunterricht wird ausgesetzt

  • Lena Karber
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  • Alexander Gottschalk
    Alexander Gottschalk
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Die Corona-Inzidenz im Lahn-Dill-Kreis liegt über 200. Das hat schon in Kürze Konsequenzen. 

Update vom Freitag, 16.04.2021, 20.27 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis setzt nach den Osterferien zunächst den Präsenzunterricht aus. Die Schulen bleiben zu, gelernt wird vorerst von zu Hause aus. Die Regelung gilt ab Montag (19.04.2021) für alle Grundschulen sowie die weiterführenden und beruflichen Schulen. Ausgenommen sind Abschlussklassen, deren Prüfungen, wie das Abitur, planmäßig stattfinden sollen. Die Pflicht zum Distanzunterricht soll bis zum 6. Mai gelten. Mit 79 Corona-Neuinfektionen am Freitag (1604.2021) und einer Inzidenz von 232,1 bleibt die pandemische Lage rund um Wetzlar angespannt.

„Die Entscheidung, den Präsenzunterricht weiterhin auszusetzen, ist uns nicht leichtgefallen“, sagte Landrat Wolfgang Schuster. Das aktuelle Infektionsgeschehen lasse aber „weitere Öffnungsschritte nicht zu“. Wenn der Bundestag in der kommenden Woche über die „Bundesnotbremse“ (siehe unten) entschieden habe, werde der Lahn-Dill-Kreis „wenn nötig, nachsteuern“, hieß es weiter. Mit den Schulschließungen folgt die Kreisverwaltung den Empfehlungen des Landes Hessen.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: 77 Neuinfektionen gemeldet – Inzidenz weit über 200er-Marke

Update vom Donnerstag, 15.04.2021, 14.37 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis hat am heutigen Donnerstag (15.04.2021) 77 Neuinfektionen gemeldet. Damit steigt die Zahl der seit Pandemie-Beginn erfassten Corona-Fälle in Wetzlar und Umgebung auf 10.376, wovon 200 tödlich endeten. Die Sieben-Tage-Inzidenz mit dem heutigen Tag abermals leicht an und liegt nun bei 257,26. Auch das Robert Koch-Institut (RKI), dessen Zahlen aufgrund von Verzögerungen in den Meldeketten stets von den Angaben des Kreises abweichen, gibt für den Lahn-Dill-Kreis weiterhin eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 an, auch wenn der Wert laut RKI von 244,8 auf 204,1 sinkt. Damit zählt der Landkreis zu den sieben Regionen, die in Hessen zurzeit eine Inzidenz von über 200 aufweisen. Am höchsten ist der Wert in Fulda, wo sogar die 300er-Marke überschritten wurde (315,0). Hessen insgesamt kommt laut RKI auf eine Sieben-Tage-Inzidenz von 166,0.

Zur Zeit gelten im Lahn-Dill-Kreis 1113 Corona-Infektionen als aktiv. Zudem befinden sich 884 Personen in häuslicher Quarantäne, weil sie Kontakt zu einem Infizierten hatten. Im Klinikum Wetzlar werden derzeit 13 Patienten mit der Diagnose Covid-19 stationär behandelt. Auf der Intensivstation befindet sich glücklicherweise aktuell kein Patient.

Corona im Lahn-Dill-Kreis: RKI-Inzidenz springt über kritische Marke – Erneute Ausgangssperre droht

Update vom Mittwoch, 14.04.2021, 07.16 Uhr: Der Lahn-Dill-Kreis hat mit dem heutigen Mittwoch (14.04.2021) auch beim Robert Koch-Institut (RKI) die kritische Inzidenz-Marke von 200 übersprungen. Das Gesundheitsamt meldete dies bereits vor mehreren Tagen. Das RKI gab am Morgen eine Inzidenz von 244,8 für Wetzlar, Dillenburg & Co an. Dem Berliner Institut zufolge ist es der vierthöchste Wert in Hessen. Der Landkreis hatte angekündigt, sich für erneute Regelverschärfungen an den RKI-Zahlen orientieren zu wollen. Auch mit Blick auf die „Bundesnotbremse“ werden nun weitere Einschnitte wahrscheinlicher (siehe unten).

Update vom Dienstag, 13.04.2021, 17.20 Uhr: Kurz nach ihrer Aufhebung droht dem Lahn-Dill-Kreis erneut eine nächtliche Ausgangssperre. Am heutigen Dienstag (13.04.2021) einigte sich das Bundeskabinett auf die „Bundesnotbremse“, die vorsieht, dass für Landkreise ab einer Inzidenz von 100 deutschlandweit einheitliche Corona-Regeln gelten*. Unter diesen findet sich auch eine Ausgangssperre. Außerdem ist vorgesehen, dass Schulen ab einer Inzidenz von 200 den Präsenzunterricht aussetzen müssen. Voraussetzung ist, dass die jeweiligen Grenzwerte an drei Tagen in Folge überschritten werden. Noch muss das Gesetz aber Bundestag und Bundesrat durchlaufen, bevor es in Kraft treten kann. Am Nachmittag meldete das örtliche Gesundheitsamt 143 Neuinfektionen und eine Inzidenz von 202,41. Orientieren will sich der Kreis jedoch an den RKI-Werten, die etwas niedriger liegen (siehe unten). Sollten der Fallzahltrend auch bei dem Berliner Institut weiter anziehen, wie der Kreis erwartet, wären schärfere Regeln nur eine Frage der Zeit.

Erstmeldung vom Dienstag, 13.04.2021, 10.57 Uhr: Wetzlar – Der Lahn-Dill-Kreis hat seine nächtliche Ausgangssperre aufgehoben. Ab dem heutigen Dienstag (13.04.2021) darf man sich in Wetzlar, Dillenburg, Herborn & Co. zwischen 21 und 5 Uhr wieder draußen aufhalten. Seit dem 2. April war dies aufgrund der kritischen Entwicklung des Infektionsgeschehens verboten gewesen. Zuletzt zeichnete sich eine leichte Entspannung ab, weshalb die Kreisverwaltung die Regel nun kippte. Weil der Lahn-Dill-Kreis jedoch damit rechnet, dass die Corona-Fallzahlen schon in Kürze abermals anziehen dürften, scheint fraglich, wie lange die Lockerung bestehen bleibt. Die im Gesundheitsamt berechnete Sieben-Tage-Inzidenz lag am gestrigen Montag (12.04.2021) bereits am zweiten Tag in Folge erneut über dem Grenzwert 200.

Überschreitet die Inzidenz an drei Tagen nacheinander die 200er-Schwelle, legt das Land Hessen den Landkreisen nächtliche Ausgangssperren nahe. Liegt der Wert fünf Tage unter der 200er-Schwelle, sollen die Ausgangssperren wieder fallen. Die Aufhebung erfolge „im Rahmen der fortlaufend notwendigen Abwägungen auf der Grundlage rechtlicher Bestimmungen“, heißt es vom Lahn-Dill-Kreis. Konkret orientiert sich dieser an den Inzidenzen, die das Robert Koch-Instituts (RKI) und das Hessische Landesprüfungs- und Untersuchungsamt im Gesundheitswesen (HLPUG) veröffentlichen. „Die beiden Werte sind nach dem Höchststand am 5. April 2021 von 223,43 seit Osterdienstag unter den Wert von 200 gefallen“, schreibt die Kreisverwaltung, „sodass der Landkreis der Empfehlung des Landes folgt, die Ausgangssperre aufzuheben, auch wenn angesichts der weiteren Entwicklung bereits in Kürze wieder eine andere Betrachtung notwendig werden könnte.“

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Kommt die Ausgangssperre zurück?

Der Lahn-Dill-Kreis verzeichnet nämlich seit dem 9. April wieder steigende Sieben-Tage-Inzidenzen und liegt seit zwei Tagen nach eigenen Daten über der Grenze von 200 – das Eskalationskonzept des Landes Hessen sehe Ausgangssperren jedoch erst vor, wenn auch bei RKI und HLPUG der Schwellenwert von 200 überschritten werde. Beim RKI kommt der Lahn-Dill-Kreis heute auf eine Inzidenz von 197,4. Das Berliner Institut weist weiter auf die eingeschränkte Aussagekraft seiner Daten durch Osterfeiertage und Ferien hin. Bekannt ist zudem, dass die Gesundheitsämter vor Ort mit aktuelleren Fallzahlen rechnen, weil neue Fälle das RKI durch die Meldekette später erreichen. Andere Landkreise, wie der benachbarte Kreis Gießen, berufen sich für Regel-Aufhebungen oder Einführungen deshalb auf die intern errechnete Inzidenz.

Sollte die RKI-Inzidenz in den kommenden Tagen weiter steigen, droht nach dem hessischen Eskalationskonzept eine erneute Ausgangssperre. Auch die anstehende Änderung des Infektionsschutzgesetzes macht eine Ausgangssperre wahrscheinlicher – dann auf Grundlage bundeseinheitlicher Regelungen. Nicht nur deshalb bittet der Lahn-Dill-Kreis seine Bürgerinnen und Bürger in einer Mitteilung, sich „umsichtig“ zu verhalten und Kontakte auf den eigenen Haushalt zu beschränken. „Die Aufhebung der Kontaktbeschränkung bedeutet nicht, dass wir uns ab jetzt abends treffen können. Nach wie vor gelten die allgemein bekannten Regeln der aktuellen Corona-Verordnung zur Kontakt- und Betriebsbeschränkung“, erläutert Landrat Wolfgang Schuster (SPD).

Corona im Lahn-Dill-Kreis: Meiste aktive Fälle in Wetzlar

Am Montag erfasste der Lahn-Dill-Kreis drei Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die vom Gesundheitsamt bestimmte Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen sich im Mittel von 100 000 Einwohnern in den letzten sieben Tagen mit Sars-CoV-2 angesteckt haben, lag bei 203,99. Die örtlichen Behörden betreuten 1074 aktive Corona-Fälle und 859 Kontaktpersonen. Das sind 107 aktive Fälle weniger als vor einer Woche. Am stärksten betroffen sind Wetzlar (236 aktive Fälle), Haiger (118 aktive Fälle), Dillenburg (106 aktive Fälle) und Eschenburg (103 aktive Fälle).

Seit Beginn der Pandemie haben sich im Lahn-Dill-Kreis nachweislich 10001  Menschen mit Corona angesteckt. 8737 Infektionen endeten offiziell in Genesungen, in 195 fällen starben die Betroffenen. Das Klinikum in Wetzlar betreut aktuell 19 Covid-19-Kranke, keinen davon auf der Intensivstation. Bis zum 7. April erhielten 39 124 Menschen mindestens eine Erstimpfung. Aktuelle Zahlen zum Impfstand liegen nicht vor. (ag/red) *giessener-allgemeine.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL.

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