Aktuelle "Börsen-Achterbahn" kompetent bewertet

Wetzlar (hp). Zur 18. Auflage ihres "Sparkassen-Forum Konjunktur" hatte die Sparkasse Wetzlar mit Gertrud R. Traud eine exzellente Kennerin des Metiers gewonnen; sie sprach am Dienstag über "Die Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung 2008". Die promovierte Volkswirtin ist seit Begin 2005 Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen und seit Ende 2006 Leiterin Research (Forschung) der Hessischen Landesbank. Den rund 200 Zuhörern aus Wirtschaft, Politik, Handwerk, Verwaltung und Behörden nahm sie die Angst vor der Rezession in Deutschland.

Wetzlar (hp). Zur 18. Auflage ihres "Sparkassen-Forum Konjunktur" hatte die Sparkasse Wetzlar mit Gertrud R. Traud eine exzellente Kennerin des Metiers gewonnen; sie sprach am Dienstag über "Die Perspektiven der wirtschaftlichen Entwicklung 2008". Die promovierte Volkswirtin ist seit Begin 2005 Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-Thüringen und seit Ende 2006 Leiterin Research (Forschung) der Hessischen Landesbank. Den rund 200 Zuhörern aus Wirtschaft, Politik, Handwerk, Verwaltung und Behörden nahm sie die Angst vor der Rezession in Deutschland.

"Durch das aktuelle Geschehen an der Börse ist das heutige Thema nicht ganz so langweilig, doch nach der ersten Panik und Werten wie am 11. September 2001 wird die Börsen-Achterbahn auch wieder ruhiger fahren", so die Referentin. Wie Bundeskanzlerin Merkel, warnt sie vor vorschnellen Reaktionen. "Die Ursache ist glasklar: Die Immobilienblase in den USA ist geplatzt und sorgt für ordentlich Wirbel am Weltmarkt." Das sei allerdings voraussehbar gewesen. "Erste Anzeichen gab es bereits im Februar/März 2007:Zahlungsausfälle, die Börse wackelte, doch dann herrschte bis Juli wieder heile Welt.

" Die seit Wochen erwartete Konjunkturabschwächung habe nun mit einem totalen Zusammenbruch begonnen, der allerdings in den USA anders wahrgenommen werde als hierzulande. "Bei uns ist anders als in Amerika der Arbeitsmarkt maßgeblich - und wenn es da anzieht, springt auch die Konjunktur an", so die Expertin. Die unmittelbar wirkende Geldpolitik sei expansiv und funktioniere über mehrere Kanäle. "Es dauert, bis das Geld in die Taschen der Bürger fließt." Die Weltwirtschaft sei nicht mehr so stark auf die US-Lokomotive angewiesen, der private Verbrauch wirke als zusätzlicher Wachstumsmotor. Bei den deutschen Exporten sieht Traud eine hohe Dynamik, wobei der wichtigste Handelspartner Deutschlands Frankreich mit 9,6 Prozent ist, gefolgt von den USA 8,7) und Großbritannien (7,3). Es gebe eine Verbesserung der deutschen Kostenposition in der Industrie, der Arbeitsmarkt sei durch Strukturreformen signifikant verbessert, der stärkere Anstieg der Tariflöhne wirke sich aus, die Mehrwertsteuererhöhung verhindere bislang einen stärkeren Konsumanstieg. Für die nächsten zwei Jahre sieht Traud eine Stagnation ebenso beim Bruttoinlandsprodukt wie bei den Ausgaben der privaten und öffentlichen Haushalte sowie den Bauinvestitionen, dem Preisindex für die Lebenshaltung und die Importe.

Die Zahl der Arbeitslosen werde weiter sinken - eine Steigerung sieht Traud dagegen für die Defizite der öffentlichen Haushalte. Die Bruttoanlage- und Ausrüstungsinvestitionen sowie die Exporte befänden sich im Aufwärtstrend. Die Konjunktur in Deutschland bleibe im Aufwind. (Foto:hp)

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