Am Samstag gab es drei Mahnwachen der A 49-Gegner. FOTO: KS
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Am Samstag gab es drei Mahnwachen der A 49-Gegner. FOTO: KS

Aktivisten machen Druck

  • Kerstin Schneider
    vonKerstin Schneider
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Während das Protestcamp am Samstag schleppend angelaufen war, verbuchten die A 49-Gegner den sonntäglichen Waldspaziergang als vollen Erfolg. Fast 400 Menschen wollten sich solidarisch zeigen und kamen zum Dannenröder Forst. In der Nacht davor hatten rund 60 Protestler die Bundesstraße 62 besetzt.

Zum Auftakt des geplanten Camps hatten sich am Samstag zunächst wenige Demonstranten eingefunden. Eine Veranstaltung in Schweinsberg wurde kurzfristig abgesagt. Außerdem hatte es am Samstag drei Mahnwachen gegeben. Polizeibeamte sprachen von einem ruhigen Verlauf. Spannend wurde es dann in der Nacht, als Jörg Bergstedt von der Projektwerkstatt Saasen eine Demo unter dem Motto "Schlafen gegen Schlafverbote" anmeldete. Rund 60 Aktivisten waren zwischen Kirschbrücke und dem Schmitthof bei Lehrbach auf die Bundesstraße gezogen, um sich aus Protest gegen die Auflagen des Regierungspräsidenten auf der Fahrbahn niederzulassen.

Nach längeren Verhandlungen mit der Polizei durften die Blockierer eine Ersatzfläche auf einer nahen Wiese belegen. Der RP habe im Vorfeld der Protestcamps abgelegene Felder als Ausweichfläche angeboten, was aus Sicht der Autobahngegner abwegig ist, hieß es. Für die Nacht zum Montag wollten die Gegner des Autobahnbaus eine weitere Demo anmelden, sobald um 23 Uhr das Übernachtungsverbot des Regierungspräsidenten inkraft trete. Bergstedt will gegen das aus seiner Sicht "rechtswidrige Übernachtungsverbot" Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht einlegen. Das Regierungspräsidium (RP) hatte ein Übernachten in den Protestcamps verboten. Der Hessische Verwaltungsgerichtshof hatte dieses Verbot bestätigt.

Barbara Schlemmer vom Bündnis "Keine A 49" dankte den jungen Leute, "die in der Nacht als Widerstandsschläfer aktiv werden". Schlemmer sagte weiter, es seien Aufrufe an Bundeskanzlerin Merkel und an den Grünen-Parteirat gesandt worden, in denen ein sofortiger Baustopp für die A 49 gefordert wird. Es gebe "zu viele offene Fragen". So gehe es unter anderem darum, "ein Räumungsdesaster zu vermeiden". Wann es tatsächlich zur Räumung des Waldes kommen wird, ist unklar. Auch ist unklar, wie viele Menschen sich von außerhalb an Blockadeaktionen beteiligen werden. Am Rande der Versammlung war zu hören, man habe von einer Gruppe von über 70-Jährigen erfahren, "die sich an Bäume ketten wollen."

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