"Akku leer"

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Frankfurt- Bei einem umstrittenen Polizeieinsatz in Frankfurt, der zur Suspendierung von drei Polizisten geführt hat, soll eine mitgeführte Bodycam wegen eines leeren Akkus nicht funktioniert haben. Wie ein Sprecher der Polizei am Freitag sagte, habe die Kamera im "Laufe der Nacht" einen niedrigen Akkustand signalisiert und sei gegen 4.15 Uhr ausgegangen - also kurz vor dem Einsatz in dem Kneipenviertel, bei dem ein Polizist auf einen am Boden liegenden Festgenommenen eingetreten haben soll. Zuvor hatten mehrere Medien über die ausgefallene Bodycam berichtet.

Die Kamera, die an der Schulter eines Polizisten befestigt ist, soll dem Sprecher zufolge zu Beginn des Einsatzes in Alt-Sachsenhausen gegen 22.00 Uhr in einen Aufnahmemodus versetzt worden sein, bei dem die Aufnahmen zunächst alle 30 Sekunden automatisch überschrieben werden. In diesem Modus seien die Kameras sechs bis acht Stunden einsatzbereit. In dunkler Umgebung verringere sich die Akkuleistung um etwa 30 Prozent, da ein Infrarotmodus dazugeschaltet werde.

Fragen zur Kamera

Bei den Bodycams handelt es sich nach Angaben des Sprechers um ein "geschlossenes System", der Akku könne also nicht ausgetauscht werden. Um ein Gerät mit leerem Akku zu ersetzen, müsste eine zweite Bodycam mitgeführt werden. Dies sei an dem Abend in Alt-Sachsenhausen nicht der Fall gewesen.

Nun soll dem Sprecher zufolge geklärt werden, ob Aufnahmen mit der Bodycam getätigt worden sind. Dafür stehe die Polizei im Kontakt mit dem Hersteller. Von außen seien die Kameras "zugriffssicher" was das Überspielen bestehender Daten anbelange. Ob Aufnahmen durch externen Zugriff gelöscht werden können, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Auch zu der Frage, ob das Problem mit leeren Bodycam-Akkus bei Einsätzen öfter auftrete, konnte der Sprecher keine Angaben machen.

Ein neu aufgetauchtes zweites Video zu dem Polizeieinsatz hatte zur Suspendierung von insgesamt drei Polizisten geführt. dpa

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