Afrikanische Artisten in Wetzlar unterm Baobab

Wetzlar (no). Das war so etwas wie "begnadete Körper", was das mehr als 30-köpfige Ensemble des Zirkus "Mother Africa" am Donnerstag in der mit 500 Besuchern nicht ganz ausverkauften Stadthalle Wetzlar bot.

Das war Artistik von internationalem Format, inszeniert von lebensfroh daherkommenden, immer ein Lächeln zeigenden Akteuren aus etlichen afrikanischen Ländern. Gekonnt verpackt in eine farbenfrohe Show mit sehenswerten Kostümen und ansprechenden Lichteffekten. Ein Hauch von Varieté und Musiktheater à la Broadway.

Die optische Kulisse war geprägt von der Nachbildung eines bühnengroßen Baobab, wie die charakteristischen Affenbrotbäume heißen, die zwischen Sahara und Regenwaldzonen sowie im Süden des Kontinents wachsen. Den musikalischen Hintergrund gestaltete eine exzellente Sieben-Mann-Band mit vollends authentischen Arrangements. Ein gut zweistündiges Fest für Augen und Ohren war es.

Einzig noch ausbaufähig ist die Geschichte, die all die Nummern – von Jonglage über Flugnummern und Stangenartistik bis hin zu heftigen westafrikanischen Sabar-Tänzen – wie ein roter Faden verbinden soll. Ihr fehlt ein wenig der inhaltliche Glanz, vor allem aber geht ihr die Poesie ab, wie man sie von Harry Owens "Salome"-Traumtheater oder den Andrée Heller’schen Afrika-Produktionen in Erinnerung hat. Kann aber noch kommen, denn Winsron Ruddles "Mother Africa"-Inszenierung unter dem Titel "Umlingo" (Zauber) ist die erste mit unterlegtem Handlungsstrang.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare